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Nivea-HerstellerBeiersdorf erhöht Prognose – Umsatz steigt stärker als erwartet

Die Trendwende unter Konzernchef Vincent Warnery setzt sich fort. Der Dax-Konzern steigert den Umsatz erneut kräftig – und setzt sich neue Ziele.Michael Scheppe 05.04.2023 - 14:17 Uhr Artikel anhören

Hersteller Beiersdorf ist besser ins Jahr gestartet als erwartet.

Foto: Reuters

Düsseldorf. Der Konsumgüterhersteller Beiersdorf hat im ersten Quartal höhere Erlöse erzielt als am Markt erwartet. Der Konzernumsatz stieg in den abgelaufenen drei Monaten aus eigener Kraft um 12,2 Prozent auf 2,48 Milliarden Euro. Das teilte der Nivea-Hersteller am Mittwoch mit.

Das Unternehmen hob auch seine Prognose an und geht für das Gesamtjahr nun von einem organischen Umsatzwachstum „im mittleren bis höheren einstelligen Bereich“ aus. Bislang war von einem mittleren einstelligen Bereich die Rede.

Konsumgüterhersteller wie Beiersdorf kämpfen derzeit eigentlich mit widrigen Umständen. Kunden kaufen angesichts der Inflation nur zurückhaltend ein. Gleichzeitig haben die Firmen hohe Ausgaben für Energie, Fracht und Rohstoffe. So bilanzierte auch Beiersdorf im abgelaufenen Jahr 20 Prozent Mehrkosten.

Beiersdorf konnte Preise erhöhen und Absatzmenge steigern

Dennoch gelang es dem Unternehmen 2022, seinen Gewinn zu steigern. Vor Zinsen und Steuern (Ebit) ohne Sondereffekte stieg dieser um 17 Prozent auf 1,16 Milliarden Euro. Wettbewerber wie Henkel (Persil, Pril) oder Unilever (Axe, Dove) hatten zuletzt zurückgehende Überschüsse vermeldet.

Beiersdorf ist es gelungen, im Handel höhere Preise durchzusetzen. Anders als viele Konkurrenten schaffte es der Dax-Konzern trotz der Preiserhöhungen auch, die abverkaufte Menge zu steigern. Zum ersten Mal seit zwei Jahrzehnten verzeichnete der Konzern 2022 ein zweistelliges organisches Umsatzwachstum.

Die neue Strategie des Managements scheint sich auszuzahlen. Der Konzern konzentriert sich insbesondere bei seiner Kernmarke Nivea, die für das Gros des Umsatzes steht, auf weniger, aber margenstärkere Produkte wie etwa Gesichtspflegecremes. Dieser Bereich gilt in der Kosmetikindustrie als Wachstumsmarkt.

Unter dem Franzosen ist die Trendwende beim Nivea-Hersteller gelungen.

Foto: Reuters

Gleichzeitig fokussiert sich Beiersdorf außerhalb Deutschlands nicht mehr auf Segmente wie etwa die Haarpflege, in denen Wettbewerber den Markt dominieren. Der Konzern will auch geografische Lücken schließen und expandiert etwa nach China oder Indonesien.

„In Asien stehen viele Menschen früher auf, um ihr Gesicht zu pflegen – mit bis zu neun verschiedenen Produkten. Wir sind in diesem Bereich noch nicht in Asien aktiv. Das werden wir ändern“, kündigte Vorstandschef Vincent Warnery im Herbst im Interview mit dem Handelsblatt an.

Trendwende beim Nivea-Hersteller

Der Franzose ist seit fast zwei Jahren Chef von Beiersdorf. Er setzte zunächst weitgehend die Strategie seines Vorgängers Stefan de Loecker um. Dieser hatte das Unternehmen im Frühjahr 2021 verlassen, weil es dem Vernehmen nach Streit mit den Eigentümern gab. Der Familie Herz gehört über die Maxinvest Holding ein Großteil der Anteile.

Das neuerliche Umsatzplus unterstreicht eine Trendwende. Im vergangenen Jahrzehnt war Beiersdorf weder beim Gewinn noch beim Umsatz merklich gewachsen. Das sorgte für Unruhe, fast das komplette Topmanagement wurde ausgetauscht. Beiersdorf stieg mehrmals aus dem Dax ab und wieder auf, seit Sommer 2022 zählt das Papier wieder zur ersten Börsenliga.

Im laufenden Jahr legte die Aktie von Beiersdorf um 13 Prozent zu und damit etwas stärker als der Dax. Am Mittwochnachmittag lag die Aktie rund 1,2 Prozent im Plus bei 122 Euro.

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Kommende Woche Donnerstag lädt Beiersdorf seine Aktionäre zur virtuellen Hauptversammlung. Diese monieren, dass der Konzern trotz steigender Gewinne und Umsätze nur eine Dividende von 70 Cent pro Aktie zahlen will. Konzernchef Warnery beteuerte zuletzt, das Thema angehen zu wollen.

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