Nivea-Konzern Beiersdorf Stefan Heidenreich wirft die Angel aus

Beiersdorf-Chef Stefan Heidenreich verspricht, nach attraktiven Zukäufen zu suchen. In den vergangenen Jahren wurde der Konsumgüterkonzern nicht fündig. Die Aktionäre sehen trotzdem nichts vom angehäuften Geld.
Der Beiersdorf-Chef sucht weiter nach Zukäufen für seinen Konzern. Quelle: dpa
Stefan Heidenreich

Der Beiersdorf-Chef sucht weiter nach Zukäufen für seinen Konzern.

(Foto: dpa)

Hamburg„Wir fangen langsam an zu angeln.“ Mit diesen Worten verdeutlichte Beiersdorf-Chef Stefan Heidenreich bei der Bilanzpresskonferenz am Mittwoch: Der Konzern sucht verstärkt nach Zukaufmöglichkeiten.

Die Voraussetzungen dafür sind nach Heidenreichs Meinung geschaffen: Er hat den Vorstand in den vergangenen vier Jahren fast komplett umgebaut. Zur Hauptversammlung verlässt auch Finanzchef Ulrich Schmidt das Unternehmen und geht in Rente. Auf ihn folgt wie angekündigt der von Colgate-Palmolive geholte Finanzmanager Jesper Andersen. Vor allem aber hat sich in Heidenreichs Amtszeit die Rendite deutlich verbessert: Der Nivea-Hersteller kam 2015 auf eine operative Rendite von 14,4 Prozent - 0,7 Prozentpunkte mehr als im Vorjahr. Damit schließt er zu größeren Konkurrenten wie Unilever, L'Oréal und Henkel auf.

Die Kasse für Zukäufe ist gut gefüllt: Drei Milliarden Euro Reserve stapeln sich inzwischen in der Bilanz. Beiersdorf gehören zudem knapp zehn Prozent eigene Aktien. Das weckt Begehrlichkeiten: Analysten hätten gern gesehen, wenn die Dividende zumindest leicht gestiegen wäre. Doch sie bleibt seit Jahren bei 70 Cent je Aktie festgedübelt.

Dabei weiß Beiersdorf bislang wenig mit seiner Reserve anzufangen. Heidenreich hat bereits mehrfach angekündigt, offen für Zukäufe zu sein. Diese Bemühungen wolle er nun verstärken, versprach er. Er ließ jedoch offen, wie ein attraktives Übernahmeziel aussehen könnte. In der Kosmetikbranche seien Gelegenheiten selten und meist teuer.

Auch Konkurrent Henkel tut sich mit größeren Übernahmen schwer. Allerdings kauften die Düsseldorfer zuletzt zumindest kleiner Marken wie den US-Haarstyling-Spezialisten Sexy Hair zu. Beiersdorf hat nur wenige Marken, darunter Nivea, die Apotheken-Marke Eucerin und die Luxus-Marke La Prairie mit Preisen bis zu über 1000 Euro je Cremetiegel.

Diese Konzerne versorgen die Welt
Platz 41 – Henkel
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Die Unternehmensberatung OC&C Strategy Consultants hat erneut die größten Konsumgüterhersteller der Welt ermittelt. Als einziges deutsches Unternehmen unter den Top 50 bleibt der Persil-Hersteller Henkel wie im Vorjahr auf dem 41. Rang – mit einem Umsatz von fast 10 Milliarden US-Dollar.

Quelle: OC&C

Platz 10 – L'Oréal
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L’Oréal ist der weltgrößte Kosmetikkonzern. Die Franzosen überzeugen mit zahlreichen starken Marken.

Platz 9 – Mondelez
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Mondelez ist eine Abspaltung von Kraft Foods. Er bündelt das weltweite Snackgeschäft, außerdem die Kaffee-Aktivitäten. Das macht den Konzern zum Konkurrenten von Nestlé. Allerdings werden die Kaffeemarken rund um Jacobs unter der Führung der deutschen Industriellen-Familie Reimann mit dem niederländischen Konzern DE Master Blenders verbunden.

Platz 8 – Tyson Foods
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Tyson Foods ist in den USA bekannt. Der Konzern gehört zu den weltgrößten Fleischverarbeitern. 2015 machte Tyson einen Umsatz von 41,4 Milliarden Dollar.

Platz 7 – AB Inbev
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Der Bierbrauer AB Inbev ist durch viele Übernahmen zum Weltspieler geworden. Er treibt die Konsolidierung der Branche voran – und fusioniert derzeit mit dem größten Rivalen SAB Miller. In Deutschland ist er mit Marken wie Beck’s, Corona und Lübzer vertreten.

Platz 6 – Coca Cola
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Coca-Cola liegt deutlich hinter Pepsi. Denn anders als der Rivale hat der Konzern aus Atlanta kein großes Snackgeschäft. Dafür hat er zuletzt bei Verbrauchern Sympathien mit seiner Kampagne, Namen auf Dosen und Flaschen zu schreiben, gewonnen – und mit Innovationen wie Kokoswasser und Coke Life mit Stevia.

Platz 5 – JBS
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JBS ist eher unbekannt in Europa. Dabei gehört der brasilianische Fleischproduzent zu den ganz großen Konzernen der Konsumgüterbranche mit 47,9 Milliarden Dollar Umsatz.

Für den Gesamtmarkt zeigte sich Heidenreich verhalten: Er erwarte weltweit nur ein Wachstum von ein bis zwei Prozent – deutlich weniger als L'Oréal-Chef Jean-Paul Agon. Beiersdorf werde aber stärker wachsen als der Markt, nämlich um drei bis vier Prozent.

Analysten begrüßten, dass Beiersdorf seine Ziele erreicht hat. Im Branchenvergleich sei die Aktie unterbewertet und daher die Kaufgelegenheit günstig, meinten etwa die Experten der DZ-Bank.

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