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Norwegian-Flüge in die USA Lufthansa macht mobil gegen Billigflieger

Eine norwegische Airline plant Billigflüge in die USA. Die Konkurrenz befürchtet Lohndumping. Lufthansa-Chef Spohr wendet sich hilfesuchend an die EU-Kommission – und ist sich mit den Piloten ausnahmsweise einmal einig.
09.12.2014 - 14:39 Uhr Kommentieren
Norwegian-Maschine im Anflug auf Oslo: Streitbare Billigflüge in die USA. Quelle: dpa

Norwegian-Maschine im Anflug auf Oslo: Streitbare Billigflüge in die USA.

(Foto: dpa)

Düsseldorf Europas Fluggesellschaften attackieren den Billigflieger Norwegian. In einem Brief an den neuen EU-Kommissionspräsidenten Jean-Claude Juncker fordern sie eine klare Haltung der Europäischen Union gegen die Aushöhlung von Sozialstandards in der Luftfahrt, wie das Branchenmagazin „Aerotelegraph“ berichtet. Auslöser sind Pläne Norwegians für Billigflüge in die USA.

Dafür haben die Norweger eigens eine neue Fluggesellschaft in Irland gegründet, um an Flugrechte in der EU zu gelangen. Denn Norwegen selbst ist nicht EU-Mitglied.

Gegen das Vorhaben des Billigfliegers regt sich nun größerer Widerstand. Lufthansa-Chef Carsten Spohr hat den Brief von Ende November, den „Aerotelegraph“ veröffentlicht hat, ebenso unterzeichnet wie der Chef von Air France-KLM, Alexandre de Juniac. Sogar Cockpit-Präsident Ilja Schulz findet sich unter den Unterzeichnern. Eine seltene Allianz: Die Piloten-Gewerkschaft hat der Lufthansa in diesem Jahr mit zahlreichen Streiks zu schaffen gemacht.

Airline-Chefs und Gewerkschafter wehren sich gegen das Vorhaben von „Norwegian Air International“, wie die neue irische Gesellschaft heißt, die USA-Flüge mit Billig-Crews zu bestreiten. Norwegian Air International soll ein Vermittlungsbüro in Singapur beauftragt haben, Piloten und Flugbegleiter aus Thailand zu rekrutieren. Norwegian habe Irland als Standort nur gewählt, weil dort die Arbeitsmarktvorschriften viel laxer seien, wird in dem Brief an Juncker argumentiert, der dramatisch mit „9,3 Millionen Jobs in Gefahr!“ überschrieben ist.

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    Auch in den USA stoßen die Pläne Norwegians auf Widerstand. Anfang September wies das US-Verkehrsministerium einen Antrag zurück, die Billigflüge zwischen London und Zielen in den USA wie New York oder Orlando anbieten zu dürfen. US-Verkehrsminister Anthony Foxx nannte den Fall „neuartig und komplex“. Die angestrebte Ausnahmeregelung sei nicht „angemessen oder im öffentlichen Interesse“. Man erfülle alle Anforderungen, es sei deshalb an der Zeit, die Bewilligung zu erteilen, hieß es dazu von Norwegian gegenüber dem „Aerotelegraph“.

    Lufthansas Billigstrategie: Alternativlos, aber nicht genug

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