NYK, K-Line und MOL Japans Containerriesen in Seenot

Die Lage auf den Weltmeeren ist rau. Darum wollen sich die japanischen Container-Reeder zusammenschließen. Doch jetzt schockieren die Firmen mit überbordenden Verlusten und Gewinnwarnungen. Droht eine neue Pleite?
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Die japanische Reederei will sich mit den Konkurrenten MOL und K-Line verbünden. Quelle: Reuters
Containerschiff von NYK

Die japanische Reederei will sich mit den Konkurrenten MOL und K-Line verbünden.

(Foto: Reuters)

DüsseldorfFünf Milliarden Dollar Verlust, schätzt die Beratungsfirma Drewry, kamen 2016 in der weltweiten Container-Schifffahrt zusammen. Seit dem heutigen Dienstag steht fest: Die Hälfte dieser Summe stammt aus Japan.

Dort arbeiten die Container-Riesen NYK, K-Line und MOL an einem Zusammenschluss, der im April 2018 in See stechen soll. Doch keine der drei weltweit operierenden Reedereien aus Tokio wird das Geschäftsjahr, das im März 2017 endet, nach eigener Einschätzung mit schwarzen Zahlen abschließen.

Die enorme Schiffskapazität auf den Weltmeeren, die trotz zunehmender Verschrottung alter Dampfer schneller wächst als die Nachfrage, macht die Seefahrt seit Jahren zum Verlustgeschäft. Betroffen ist davon auch die deutsche Hapag-Lloyd, die als weltweit viertgrößte Container-Linie in den ersten neun Monaten 134 Millionen Euro Verlust einfuhr.

Verglichen mit der Konkurrenz aus Nippon aber stehen selbst die Hamburger blendend da. In den ersten neun Monaten seien knapp zwei Milliarden Dollar an Verlusten aufgelaufen, gab NYK am heutigen Dienstag bekannt. Bis zum Ende des Geschäftsjahres könnten es sogar 2,2 Milliarden Dollar werden.

Fusionspartner K-Line dürfte dem schlingernden Seefahrtsriesen da keine große Hilfe sein. Auch bei ihm stapeln sich die Verluste – in Höhe von 468 Millionen Dollar in den ersten drei Quartalen. Allein Japans Marktführer MOL schaffte in den ersten neun Monaten mit 168 Millionen Dollar noch einen kleinen Gewinn. Doch auch dort warnte der Vorstand, durch hohe Abschreibungen auf die Schiffswerte werde das Ergebnis bis zum Geschäftsjahresende auf Null schrumpfen. Bisher war Anlegern noch ein Jahresgewinn von 62 Millionen in Aussicht gestellt worden.

Das sind die größten Reedereien der Welt
Platz 10: Hamburg Süd Group
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Ein Unternehmen mit Tradition: Seit ihrer Gründung 1871 hat sich die Hamburg Süd von einer konventionellen Reederei zu einer international operierenden Transport-Logistik-Organisation entwickelt. Im März 2016 übernahm sie den chilenischen Konkurrenten CCNI. Im März 2017 hat der Oetker-Konzern – zu dem Hamburg Süd gehört – die Reederei an den Konkurrenten Maersk verkauft. Die Flotte der Hamburg Süd umfasst 105 Schiffe, die eine Containerkapazität von insgesamt 564.000 Stück haben.

Quelle: Alphaliner

Platz 9: Mitsui O.S.K. Lines
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Die Japaner sind zurück in der Top Ten. Mit der MOL Triumph hat die Reederei aus Tokio nicht nur das größte Containerschiff der Welt ist der Flotte, sondern konnte auf 79 sagenhafte 569.000 Container transportieren.

Platz 8: Yang Ming Marine Transport Corp.
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Im Jahr 1972 in Taiwan gegründet, besitzt Yang Ming eigene und in Kooperation betriebene Containerterminals in den USA, Belgien, den Niederlanden sowie in Taiwan. Die Schiffsflotte besteht aus 95 Schiffen und umfasst eine maximale Kapazität von 580.000 Containern. Doch die Reederei leidet unter der schwächelnden Konjunktur in China. Eine Großallianz, die 2017 mit der deutschen Hapag-Lloyd und vier weiteren asiatischen Reedereien startet, soll helfen.

Platz 7: OOCL
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Die Orient Overseas Container Line wurde 1947 in Shanghai durch den Unternehmer Tung Chao Yung gegründet. Auf der Flucht vor den Kommunisten siedelte Tung mit seinem 1949 nach Hongkong um. Zuletzt machte die asiatische Reederei den größten Sprung. Rund 672.000 Container kann das Unternehmen auf 98 Schiffen unterbringen. Von 1979 bis 1989 stand mit dem Öltanker Seawise Giant das bis heute größte jemals (nicht an einem Stück) gebaute Schiff im Dienst der Flotte.

Platz 6: Evergreen Line
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Die Reederei Evergreen stammt aus Taiwan. Mit ihren 194 Schiffen bedient das Unternehmen Linien in Osteuropa, nach Europa und zur US-Westküste und kann insgesamt 1,07 Millionen Standardcontainer unterbringen.

Platz 5: Hapag-Lloyd
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Mit 1,5 Millionen Containern hat aufgeholt: Unter dem Druck der schweren Schifffahrtskrise schloss sich die Reederei Hapag-Lloyd mit der arabischen Reederei United Arab Shipping Company (UASC) zusammen. Damit kommt die hamburgische Reederei, auf eine Flotte von 212 Schiffen. Zudem hat die neue Allianz mit den asiatischen Reedereien den Hamburgern eine gute Position auf den Weltmeeren verschafft.

Platz 4: Cosco Container Lines
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Die China Ocean Shipping Company wurde in Europa bekannt, weil die Reederei in der Finanzkrise 50 Prozent der Anteile am Hafen in Piräus übernommen hat. In der Containerschifffahrt haben die Chinesen ihr weltweites Netz sukzessive ausgebaut. 1,82 Millionen Container kann das Unternehmen unterbringen. Die Flotte umfasst aktuell 331 Schiffe.

Angesichts der Schwierigkeiten wächst die Sorge, dass sich eine Pleite wie bei der koreanischen Hanjin bald wiederholen könnte. Die Großreederei aus Seoul, weltweit die Nummer sieben, hatte Ende August ihren Dienst eingestellt. Waren im Wert von schätzungsweise zwölf Milliarden Euro saßen wochenlang auf den insgesamt 97 Containerschiffen fest, darunter Laptops von Samsung und Fernseher von LG Electronics.

Seither kursiert unter Spediteuren eine schwarze Liste finanzschwacher Reedereien, an die Aufträge nur gegen zusätzliche Sicherheiten vergeben werden. Aus gutem Grund: Kommt es aufgrund des Ausfalls einer Reederei zu Lieferverzögerung, haften beauftragte Speditionen wie Kühne & Nagel oder DHL für den Schaden.

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