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Obi, Toom, Hornbach & Co. Baumärkte nehmen Glyphosat aus Regalen

Glyphosat ist das weltweit meistgenutzte Pflanzengift. Kritiker fordern ein Verbot des Mittels, da es als krebserregend gilt. Nun ziehen fünf große deutsche Baumarktketten Konsequenzen.
In der EU läuft derzeit ein Verfahren, in dem über die Neuzulassung von Glyphosat entschieden wird. Quelle: dpa
Umweltverband dringt auf Verbot

In der EU läuft derzeit ein Verfahren, in dem über die Neuzulassung von Glyphosat entschieden wird.

(Foto: dpa)

Hamburg Fünf große Baumarktketten wollen nach Angaben der Umweltschutzorganisation Greenpeace das umstrittene Unkrautvernichtungsmittel Glyphosat aus ihren Regalen nehmen. Mit Bauhaus, Globus, Hornbach, Obi und Toom nehmen fünf von acht befragten Baumarktketten Glyphosat aus dem Sortiment, wie Greenpeace am Dienstag in Hamburg mitteilte. Über die Internetshops von sieben der acht Ketten sollen demnach künftig keine glyphosathaltigen Mittel mehr erhältlich sein.

Glyphosat ist das weltweit meistgenutzte Pflanzengift, in Deutschland wird es Schätzungen zufolge auf 30 bis 40 Prozent der Ackerflächen eingesetzt. In der EU läuft derzeit ein Verfahren, in dem über die Neuzulassung von Glyphosat entschieden wird. Im März war das Mittel von der Internationalen Agentur für Krebsforschung als „wahrscheinlich krebserregend für den Menschen“ eingestuft worden. Kritiker fordern ein Verbot des Mittels.

Greenpeace-Expertin Christiane Huxdorff erklärte, die Baumärkte hätten erkannt, „dass sie mitverantwortlich dafür sind, ob gefährliche Gifte in Gärten und auf Balkone gelangen“. "So lange die Gesundheitsrisiken von Glyphosat unklar sind, muss das Vorsorgeprinzip gelten", forderte sie. Entsprechende Produkte müssten „überall umgehend ausgelistet werden“.

Greenpeace befragte die acht Baumarktketten auch zum Verkauf von Produkten mit sogenannten Neonikotinoiden, die für Bienen schädlich sein sollen. Mittel mit dem Neonikotinoid Acetamiprid bleiben demnach bei allen befragten Unternehmen in den Regalen. Auf Mittel mit dem Inhaltsstoff Thiacloprid verzichteten Bauhaus, Obi und Toom; Hellweg wolle zum Jahresende nachziehen.

Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) erklärte unter Berufung auf eine eigene Umfrage, fünf der in Deutschland 31 größten Baumarkt- und Gartencenter-Ketten hätten Pestizide mit Neonikotinoiden bisher vollständig aus dem Sortiment genommen, neun weitere hätten sie „größtenteils ausgelistet“. Unter letztere fallen unter anderem Bauhaus, Obi, Toom und Hellweg, weil sie Produkte mit Acetamiprid weiter anbieten.

  • afp
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