Öko-Test Shampoos gegen Haarausfall sollen wirkungslos sein

Shampoos gegen Haarausfall sind meist teuer, aber nicht effektiv, berichtet die Zeitschrift Öko-Test in ihrer jüngsten Ausgabe. Einige sollen sogar Schadstoffe enthalten. In der Tat?
Alpecin gehört zu den wichtigsten Herstellern von Anti-Haarausfall-Shampoos. Quelle: dpa
Koffein im Haar

Alpecin gehört zu den wichtigsten Herstellern von Anti-Haarausfall-Shampoos.

(Foto: dpa)

FrankfurtDer Mann im weißen Kittel scheint überzeugt. Eine Stimme aus dem Off fragt ihn, ob das beworbenes Shampoo tatsächlich vor erblich bedingtem Haarausfall schützen kann. „In der Tat“, antwortet der Mann, der in diesem Werbespot „Laborchef Dr. Klenk“ genannt wird - und verschiebt ein paar Graphen, um seine Behauptung zu beweisen. Jüngste Tests der Zeitschrift Ökotests sind eine Ohrfeige für Dr. Klenk. Shampoos gegen Haarausfall sollen demnach reine Geldverschwendung sein. Von 20 getesteten Shampoos bekamen nur vier ein „Befriedigend“, sieben ein „Ausreichend“ und die restlichen gar ein „Ungenügend“, wie „Öko-Test“ mitteilte. Das preisgünstigste Shampoo kostete 1,35 Euro, das teuerste 57,85 Euro.

„Öko-Test“ fragte bei den Herstellern nach Beweisen für die Wirksamkeit. Nur zwei legten wissenschaftliche Studien vor, die den Nutzen der Shampoos belegen sollten. Diese Studien hätten aber nicht überzeugt, schrieb das Magazin: Effekte seien „allenfalls“ im Reagenzglas nachweisbar. Nach aktuellem Forschungsstand gebe es keine überzeugenden Wirkbeweise für Kosmetika gegen Haarausfall, zitierte „Öko-Test“ aus einer Auswertung von Studien seitens europäischer Dermatologen aus dem Jahr 2013.

Das ist die Mogelpackung des Jahres
Negativpreis
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Die Verbraucherzentrale Hamburg verleiht den Negativpreis Mogelpackung des Jahres seit 2013. An der Wahl 2016 nahmen insgesamt 26.132 Verbraucher teil, sechs Mal so viele wie im vergangenen Jahr. 2014 erhielt die Windelmarke Pampers von Procter & Gamble den Negativpreis. Diese Produkte waren in diesem Jahr nominiert...

Nominiert: „Dentagard“ von Colgate-Palmolive
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Der Konsumgüterriese hat im vergangenen Jahr die Füllmenge seiner Dentagard-Zahnpasta von 100 Milliliter auf 75 Milliliter reduziert. Doch die Tube sei weiterhin in den meisten Drogerien und Supermärkten zum gleichen Preis verkauft worden, sagen die Verbraucherschützer. Der geschrumpfte Inhalt entspreche einer versteckten Preiserhöhung von 33,3 Prozent.

Nominiert: „Herta Finesse Schinken“ von Nestlé
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Auf den ersten Blick wurden die Schinkenspezialitäten von Herta sogar billiger. Statt 2,19 Euro oder 2,29 Euro kosteten sie laut Verbraucherzentrale nur noch 1,89 Euro oder 1,99 Euro. Gleichzeitig sei die Füllmenge der neuen Packungen aber drastisch reduziert worden – von 150 auf 100 Gramm. Dadurch ergebe sich eine Preiserhöhung von rund 30 Prozent.

Nominiert: „Curry Ketchup“ von Heinz
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Bei der sogenannten Kopfsteher-Flasche seines Curry Ketchups hat das Unternehmen die Füllmenge von 500 auf 400 Milliliter reduziert. Da gleichzeitig auch der Preis etwas gestiegen sei, entspreche das einer versteckten Preiserhöhung von bis zu 28 Prozent, beklagen die Verbraucherschützer. Zudem sei die ganze Palette der verschiedenen Heinz-Kopfsteherflaschen kleiner geworden.

Nominiert: „Jacobs Latte macchiato classico“ von Jacobs Douwe Egberts
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Der Kaffeekonzern hat die Füllmenge der Kapselpackung um fast die Hälfte reduziert. Sie sank von 475,2 auf 264 Gramm. Außerdem hat das Unternehmen laut den Verbraucherschützern statt echter Milch in Form von Vollmilchkonzentrat nun „Mogelmilch“ verwendet. Diese werde aus Sahneerzeugnis, Milchproteinen, Milchmineralien und Wasser zusammengefügt und von Verdickungsmittel zusammengehalten.

Der Sieger: „Bebe Zartcreme“ von Johnson & Johnson
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Die Mogelpackung des Jahres ist nach Ansicht von Verbrauchern die Bebe Zartcreme. In einer Online-Abstimmung der Verbraucherzentrale Hamburg votierte knapp ein Drittel von insgesamt mehr als 26.000 Verbrauchern für das Kosmetikprodukt aus dem Hause Johnson & Johnson, wie die Verbraucherschützer am Montag mitteilten. Die Bebe Creme ist ihren Angaben zufolge durch neue Füllmengen um bis zu 84 Prozent teurer geworden.

Die Tester kritisierten zudem, dass die Shampoos „verschiedenste Schadstoffe“ enthalten. Fünf der 20 getesteten Mittel etwa duften nach Maiglöckchen - dies werde durch den künstlichen Geruch Lilial möglich, der vom wissenschaftlichen Beratergremium der EU als generell nicht sicher in Kosmetika eingestuft worden sei. Im Tierversuch schädige dieser Stoff bereits in niedriger Dosis das Fortpflanzungssystem.

Einige der Haarwaschmittel sind laut „Öko-Test“ mit künstlichen Moschusdüften parfümiert, die sich im menschlichen Fettgewebe und im Abwasser anreichern könnten und „eventuell auch hormonell wirken“. Nur zwei der getesteten Shampoos waren ohne Schadstoffe.

Männern, die unter Haarausfall leiden, rät die Zeitschrift zum Hautarzt zu gehen. Gegen genetisch vererbten Haarausfall würden allein die Arzneimittelwirkstoffe Finasterid und Minoxidil helfen.

  • afp
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