Oetker-Jahreszahlen Leichter Seegang, toller Umsatz

Der Bielefelder Konzern hat heute einen guten Grund zum Feiern. Im vergangenen Jahr legte der Umsatz des Familienunternehmens um mehr als neun Prozent zu. Das verdankt Oetker vor allem seiner größten Sparte im Haus.
Update: 18.06.2013 - 14:01 Uhr Kommentieren
Wie August Oetker sein Imperium errichtete
Der ehrgeizige Apotheker
1 von 12

Der Todestag des Firmengründers Dr. August Oetker jährt sich am 10. Januar 2018 zum hundertsten Mal. Am 6. Januar 1862 wird der Bäckersohn August Oetker in Obernkirchen nahe dem ostwestfälischen Minden geboren. Der ehrgeizige Apotheker...

Erster Versuch in Berlin
2 von 12

... versucht es zuerst in Berlin, bevor er am 1. Januar 1891 die Aschoff'sche Apotheke übernimmt.

Fußcreme erfüllt die Erwartungen nicht
3 von 12

Oetker entwickelt medizinische Weine oder Fußcreme; der wirtschaftliche Erfolg bleibt aber unter den Erwartungen. Dann experimentiert der Bäckersohn...

Experimente in der „Geheimbutze“
4 von 12

...in einer vier Quadratmeter kleinen Kammer („meine Geheimbutze“) mit Backpulver. Das hatte zwar schon Justus Liebig erfunden. Man konnte es aber nicht längere Zeit lagern – und einen Beigeschmack hatte es auch.

Oetkers Clou
5 von 12

Oetker experimentiert so lange, bis er im Jahr 1893 portioniertes Backpulver in Tütchen auf den Markt bringt. Der Clou daran: Er garantiert, dass es genau die richtige Menge Triebmittel für ein Pfund Mehl war.

Die Marke Dr. Oetker entsteht
6 von 12

Für die Qualität sollte der Name Dr. Oetker bürgen. Eine der heute bekanntesten Marken Deutschlands war entstanden.

Ein Gratisrezept zum Backin-Päckchen
7 von 12

1899 werden schon zwei Millionen Tütchen „Backin“ hergestellt.

Bielefeld, DüsseldorfPizza und Pudding, Sekt und Bier, Banken, Bücher, Schiffe und Luxushotels: Der gigantische Oetker-Konzern, der seit 2010 vom Urenkel des Gründers geführt wird, hat im vergangenen Jahr mehr als 11 Milliarden Euro umgesetzt. In Bielefeld teilte Richard Oetker heute mit, dass die Erlöse seines Unternehmens 2012 um 9,3 Prozent zugelegt haben.

Insgesamt gehören zu dem Familienunternehmen, das weltweit mehr als 26.000 Mitarbeiter beschäftigt, mehrere hundert Betriebe verschiedener Branchen. So wird auch ein Großteil im Ausland erwirtschaftet; 2012 gut 68,2 Prozent des gesamten Umsatzes. In Deutschland wurden gut 3,5 Millionen Euro erwirtschaftet.

Dabei setzte das Familienunternehmen jeden zweiten Euro (5,46 Milliarden Euro) mit der Reederei Hamburg Süd um. Zur Ertragslage der Sparte äußert sich Oetker traditionell nicht. Die Frachtraten seien aber weiter unter Druck, räumte Oetker ein und beklagte „hohe Treibstoffkosten“. Das Ergebnisniveau „fast aller Reedereien“ sei „nach wie vor unbefriedigend“.

Zuwächse erzielte der Nahrungsmittelbereich (2,1 Milliarden Euro), der rund 23 Prozent der Umsatzerlöse beisteuert, und ein kleines Plus gab es auch bei der Sektkellerei Henkell und Deutschlands größter Brauereigruppe Radeberger.

„Die Oetker-Gruppe hat das Geschäftsjahr 2012 mit einem zufriedenstellenden Ergebnis abgeschlossen“, so Oetker in einer Pressemitteilung. Über den Gewinn gibt es wie immer keine Informationen, aber der Konzern ist seit Ende 2012 unter dem Strich schuldenfrei.

Oetker will sogar zukaufen – wenn es denn nur Gelegenheiten gäbe. „Wir sind immer auf der Schau nach neuen Gelegenheiten für Akquisitionen“, sagte Richard Oetker. Kein Wunder: Die Kasse ist mit einer Milliarde Euro gut gefüllt - und die Wachstumspläne ehrgeizig. In den kommenden zehn Jahren will er den Umsatz verdoppeln. Die Gewinnrücklagen stiegen 2012 um 288 Millionen Euro auf knapp 2,5 Milliarden Euro - beste Voraussetzungen also, um zuzukaufen. Richard Oetker: „Wir wollen allerdings nur in Bereichen akquirieren, in denen wir schon tätig sind.“

Kommt kein Zukauf zustande, hat Oetker das Geld anderweitig verplant: Bis 2016 will er dann alle länger laufenden Bankschulden ablösen, um Zinsen zu sparen. Offenbar hat Oetker mit seinem konservativen Kurs Fortune: Selbst Hamburg Süd habe trotz der Krise der Reedereien und der vorerst gescheiterten Fusion mit Hapag Lloyd schwarze Zahlen geschrieben, sagte Finanzchef Ernst Schröder.

Ob es noch zu einer Fusion mit Hapag kommen könnte, ließ Oetker offen. Ein Ausstieg aus der Schifffahrt habe im Familienkreis aber nie zur Debatte gestanden, sagte er. Allerdings seien die anderen Konzernbereiche profitabler. Geld spülte auch in die Kasse, dass Oetker sich Ende 2012 von seiner Beteiligung an Douglas getrennt hat.

  • dpa
  • ck
  • cuk
Startseite

0 Kommentare zu "Oetker-Jahreszahlen: Leichter Seegang, toller Umsatz"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%