Olaf Koch in der Start-up-Szene Der Metro-Chef und der Insekten-Burger

Olaf Koch sucht die Nähe zu Start-ups, schließlich braucht die Metro Innovationen. Der Konzernchef selber war auch einmal Gründer. Regelmäßig lauscht er neuen Geschäftsideen. Ob es bald Insekten-Burger bei Real gibt?
Der Vorstandsvorsitzende der Metro Group hat vor 20 Jahren ein IT-Unternehmen gegründet: „Das war eine gute Schule für mich.“ Quelle: dpa
Olaf Koch

Der Vorstandsvorsitzende der Metro Group hat vor 20 Jahren ein IT-Unternehmen gegründet: „Das war eine gute Schule für mich.“

(Foto: dpa)

DüsseldorfVor ein paar Tagen noch stand Metro-Chef Olaf Koch auf der Hauptversammlung im Rampenlicht. Nun hat er sich in der Bilker Garage, ein Start-up-Hub in einem düsteren Düsseldorfer Hinterhof, unauffällig unter die Gründerszene gemischt – ohne Krawatte versteht sich. Er nippt an grünem Apfel-Spinat-Kiwi-Saft mit Chia-Samen, eine Kreation des Düsseldorfer Start-ups Wowchia. Die wenigsten der jugendlichen Gründer mögen den Chef von 230.000 Mitarbeitern erkannt haben.

Dabei ist Koch einer von ihnen. Der Konzernchef gründete 1995 – kurz bevor das Internet seinen Durchbruch hatte – ein IT-Unternehmen. „Das waren andere Zeiten damals. Da gab es keine lebendige Start-up-Szene. Da ging man bestenfalls zur IHK, wenn man als Gründer Rat suchte. Aber eigentlich musste man sich selber helfen“, erinnert sich Koch im Gespräch mit dem Handelsblatt. Er selbst habe damals gute, aber auch schmerzliche Erfahrungen gemacht.

Der Unterschied zu seiner Tätigkeit als Chef eines Großkonzerns? „Als Gründer ist man CEO und Hausmeister in einem. Man macht einfach alles – vom Einkauf über Produktion bis zum Vertrieb“, meint Koch. „Eine eigene Firma zu gründen, war eine gute Schule für mich. Alles ist unmittelbar: die Kundenbeziehung, die Entwicklung und Vermarktung der Produkte, aber eben auch die finanziellen Implikationen“, sagt der Metro-Chef rückblickend. Die Erfahrung im Tech-Sektor sei aber auch deshalb sehr lehrreich gewesen. Denn dort zeichnete sich schon damals ab, wie rapide und dynamisch die Veränderungszyklen werden würden.

20 Jahre später will Koch wieder vom Gründertum profitieren. Der Konzernchef hat keines der acht Start-up-Treffen, die die Metro mitorganisiert, bisher versäumt. „Denn da lerne ich immer spannende Geschäftsideen und interessante Menschen kennen. Jedes Mal habe ich etwas dazugelernt.“

Das sind die beliebtesten Händler Deutschlands
Platz 20: C&A
1 von 20

Schlechter Service wird bei den großen Handelsmarken offenbar immer seltener. Das fand nun eine Studie zur Kundenzufriedenheit der Unternehmensberatung OC&C heraus: „In den vergangenen fünf Jahren ist beim Service verdammt viel passiert. Das verdanken die Kunden dem Druck, den Amazon gemacht hat“, sagt OC&C-Partner Christian Ziegfeld.

Die Modekette C&A landet in diesem Ranking auf Platz 20. Das sind allerdings keine guten Nachrichten für das Unternehmen: Im vergangenen Jahr lag man noch sieben Plätze besser platziert.

Mehr zu der Studie lesen Sie hier.

Platz 19: Peek & Cloppenburg
2 von 20

Ähnlich sieht es beim Konkurrenten P&C aus, auch hier ging es sieben Plätze nach unten. Tatsächlich waren die Service-Angebote aus dem Netz für viele stationäre Händler aber ein heilsamer Schock: großzügigste Umtauschregeln, scheinbar unbegrenzte Sortimente, hohe Preistransparenz. Damit konnte sich vor allem der US-Angreifer Amazon zunächst deutlich von den traditionellen Händlern absetzen. Doch offenbar haben diese die Botschaft verstanden: In den jährlichen OC&C-Studie zur Kundenzufriedenheit steigt das Niveau deutlich. Diejenigen Kunden, die einen Laden oder einen Webshop in Deutschland nutzen, sind im Schnitt deutlich zufriedener als noch vor wenigen Jahren.

Platz 18: Lidl
3 von 20

Der Discounter Lidl landet auf Platz 18. Die deutschen Händler schließen bei der Kundenzufriedenheit insgesamt zu Amazon auf. Einheitlich ist das Bild jedoch nicht: Einige Händler können sich besonders verbessern, andere fallen zurück. Lidl hat im Vergleich zum Vorjahr drei Plätze gewonnen.

Platz 17: s.Oliver
4 von 20

Die Modekette s.Oliver kommt auf den 17. Platz im Ranking der Kundenzufriedenheit, einen Rang schlechter als im Vorjahr.

Platz 16: Bonprix
5 von 20

Auf Platz 16 kommt Bonprix. Die Modekette konnte drei Plätze gewinnen.

Eine bessere Wahrnehmung beim Kunden funktioniert über verschiedene Wege: Karstadt (Platz 43) etwa arbeitet sich langsam nach vorn. Das liegt allerdings nach Meinung von Ziegfeld auch dran, dass die angeschlagene Warenhauskette durch mehrere Strategiewechsel etliche kritische Kunden vergrault hat und somit unter der gesunkenen Gesamtkundenanzahl prozentual mehr überzeugte Karstadt-Fans verbleiben.

Platz 15: Globus
6 von 20

Die SB-Warenhauskette Globus kommt bei der Kundenzufriedenheit auf Platz 15. Damit verliert die Kette acht Plätze im Vergleich zum Vorjahr.

Platz 14: Kaufland
7 von 20

Der nächst Discounter im Ranking: Kaufland erreicht mit Platz 14 einen fünf Plätze schlechteren Rang als noch im Vorjahr.

Auch an diesem Abend gibt es Geschäftsideen zum Staunen. Das Start-up Bugfoundation aus Osnabrück etwa stellt den weltweit ersten Burger aus Insekten vor. „Die Welt ist im Moment ziemlich am Arsch“, starten die jungen Gründer locker flockig ihre Präsentation. 2050 wird es neun Milliarden Menschen geben. „Wie sollen wir die ernähren, ohne die Erde zu zerstören?“ Ihre Lösung: Insektenfleisch.

Die wichtigsten Neuigkeiten jeden Morgen in Ihrem Posteingang.
„Massentierhaltung ist für Insekten das Paradies“
Seite 123Alles auf einer Seite anzeigen

Mehr zu: Olaf Koch in der Start-up-Szene - Der Metro-Chef und der Insekten-Burger

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%