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Online-Händler Modefirma Boohoo prüft Vorwürfe über Ausbeutung von Fabrikarbeitern

Ein Zulieferer des Unternehmens soll massiv gegen das Arbeitsrecht verstoßen haben. Plattformen wie Zalando und Amazon verkaufen die Produkte nicht mehr.
08.07.2020 - 09:24 Uhr Kommentieren
Arbeiter in der Fabrik eines Zulieferers sollen für die Herstellung der Modeartikel einen Stundenlohn von umgerechnet 4,38 Euro (3,50 Pfund) erhalten haben. Quelle: Reuters
Boohoo-Werbung in London

Arbeiter in der Fabrik eines Zulieferers sollen für die Herstellung der Modeartikel einen Stundenlohn von umgerechnet 4,38 Euro (3,50 Pfund) erhalten haben.

(Foto: Reuters)

London Der britische Online-Modehändler Boohoo will Medienberichten über schlechte Arbeitsbedingungen in der Fabrik eines Zulieferers nachgehen. Zur Überprüfung der Zustände bei dem Zulieferer sei die Anwaltskanzlei Alison Levitt eingeschaltet worden, teilte Boohoo am Mittwoch mit. „Die Gruppe toleriert keine Fälle von Verstößen gegen ihren Verhaltenskodex oder Misshandlungen von Arbeitnehmern und zögert nicht, die Beziehungen zu Lieferanten zu beenden, die diese nicht einhalten.“

Boohoo erklärte zudem, mit Innenministerin Priti Patel und den örtlichen Beamten zusammenzuarbeiten, um Verstöße gegen das Arbeitsrecht aufzudecken. „Wir sind verpflichtet, alles in unserer Macht stehende zu tun, um das Ansehen der Textilindustrie in Leicester wieder herzustellen“, hieß es.

Die Zeitung „Sunday Times“ hatte berichtet, Arbeiter in der Fabrik in Leicester sollen für die Herstellung der Modeartikel einen Stundenlohn von umgerechnet 4,38 Euro (3,50 Pfund) erhalten haben. Daraufhin stellten die Online-Plattformen Next, Zalando und Amazon den Verkauf von Produkten des britischen Modeherstellers ein. Einem Bericht der „Financial Times“ zufolge soll auch der Online-Mode- und Kosmetikhändler Asos seine Handelsbeziehung mit allen Boohoo-Marken vorerst ausgesetzt haben.

Mehr: Modekonzern Esprit will jede zweite Filiale in Deutschland schließen

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