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Online-Handelsplattform Verdacht auf sexuelles Fehlverhalten – Polizei nimmt JD-Gründer Richard Liu fest

Dem Gründer der chinesischen Handelsplattform wurde sexuelles Fehlverhaltens vorgeworfen. Mittlerweile ist Richard Liu wieder auf freiem Fuß.
02.09.2018 Update: 03.09.2018 - 14:49 Uhr Kommentieren
Das Unternehmen teilte mit, dass gegen Liu falsche Vorwürfe erhoben worden seien, während er sich in den USA auf Geschäftsreise befunden habe. Quelle: Marc-Steffen Unger für Handelsblatt
Liu Qiangdong

Das Unternehmen teilte mit, dass gegen Liu falsche Vorwürfe erhoben worden seien, während er sich in den USA auf Geschäftsreise befunden habe.

(Foto: Marc-Steffen Unger für Handelsblatt)

Minneapolis Der chinesische Milliardär Richard Liu ist wegen des Verdachts auf sexuelles Fehlverhalten in der US-Großstadt Minneapolis festgenommen worden. Nach den Gerichtsakten wurde der 45-jährige Gründer der Online-Handelsplattform JD.com am späten Freitagabend (Ortszeit) in Gewahrsam genommen.

Inzwischen sei Richard Liu in die Volksrepublik zurückgekehrt, teilte der Amazon-Konkurrent am Montag mit. Er sei ohne Auflagen und Kaution freigelassen worden. Zuvor hatte die Polizei von Minnesota bekanntgegeben, dass sich der 45-Jährige wieder auf freiem Fuß befindet, die Ermittlungen jedoch andauern.

Ein Behördensprecher wollte keine Hintergründe für die Festnahme nennen. Es sei derzeit unklar, ob es am Ende zu einer Anklage komme „Im Moment gibt es keine Reisebeschränkungen für ihn und er wird zu diesem Zeitpunkt keines Verbrechens angeklagt.“

Die Gesetze des US-Staates Minnesota bemessen strafbares sexuelles Fehlverhalten in fünf Schweregraden, angefangen bei groben Ordnungswidrigkeiten bis hin zu Straftaten. Diese können von nicht einvernehmlichen Berührungen bis hin zu gewalttätigen Übergriffen mit Verletzungen reichen. Wie schwerwiegend Lius mutmaßliches Vergehen gewesen sein soll, wird aus den Gerichtsakten nicht ersichtlich.

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    JD.com ist der Hauptkonkurrent des chinesischen Onlinehändlers Alibaba. 2004 gründete Liu das Unternehmen und baute es zum zweitgrößten Anbieter Chinas aus. Im Juni investierte Google 550 Millionen Dollar in Lius Firma.

    In China sorgte die vorübergehende Festnahme für viele Schlagzeilen. Liu, dessen Vermögen von Forbes auf fast acht Milliarden Dollar geschätzt wird, und seine Ehefrau – die Internet-Berühmtheit Zhang Zetian – sind dort bekannte Persönlichkeiten. Das Polizeifoto von Liu verbreitete sich rasant über die chinesische Plattform Weibo.

    JD.com ist an der Wall Street gelistet, die am Montag wegen des Labor Day geschlossen bleibt. Das Unternehmen, zu dessen Investoren unter anderem Walmart, Google und der chinesische Technologiekonzern Tencent gehören, konkurriert auf dem Heimatmarkt unter anderem mit Alibaba. Im abgelaufenen Quartal überraschte JD.com wegen höherer Ausgaben mit einem deutlich höheren Verlust als erwartet.

    Noch ist nicht klar, wie sich der Vorfall auf das 45 Milliarden Dollar schwere Unternehmen auswirken wird. „Anleger könnten die Aktie in den kommenden Tagen vorsichtig behandeln, während sie abwarten, wie das Problem gelöst wird“, sagte der Analyst Mark Natkin von der Pekinger Beratungsfirma Marbridge Consulting gegenüber Bloomberg. „Aber ich vermute, dass nicht allzu viel passiert und der Vorfall keine langfristigen Auswirkungen auf die Aktie haben wird.“

    Lius Festnahme wirft nun ein Schlaglicht auf die ungewöhnliche Organisationsstruktur des Unternehmens, bei dem der Gründer fast 80 Prozent der Stimmrechte hält und der Verwaltungsrat nur Entscheidungen treffen kann, wenn Liu anwesend ist.

    Im Juli war es zu einem Vorfall auf einer Party in Sydney gekommen, die Richard Liu ausgerichtet hatte. Einer seiner Gäste soll gegenüber einem Model sexuell übergriffig geworden sein. Gegen Liu wurden keine Vorwürfe erhoben, dennoch hatte der Unternehmer mit rechtlichen Mitteln versucht, seinen Namen aus der Akte herauszuhalten.

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