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Online-Modehändler Rubin Ritter hört 2021 als Zalando-Chef auf

Elf Jahre stand Rubin Ritter als einer von drei Co-Chefs an der Spitze von Zalando. Nun zieht er sich zurück – auch um der Karriere seiner Frau Priorität einzuräumen.
08.12.2020 - 10:16 Uhr 1 Kommentar
Rubin Ritter verlässt das Unternehmen nach elf Jahren an der Spitze. Quelle: Marko Priske für Handelsblatt
Rubin Ritter

Rubin Ritter verlässt das Unternehmen nach elf Jahren an der Spitze.

(Foto: Marko Priske für Handelsblatt)

Berlin Rubin Ritter hatte sich den Nikolausabend ausgesucht, um seinen Abschied aus dem Zalando-Vorstand anzukündigen. In einer ausführlichen Mitteilung ließ er am Sonntag Europas größte Online-Modeplattform mitteilen, dass er sich nach elf Jahren als Co-Chef verstärkt seiner Familie widmen wolle. „Meine Frau und ich sind uns einig, dass in den kommenden Jahren ihr Beruf Priorität haben soll”, hieß es. „Für meine eigene Zukunft wünsche ich mir mehr Freiraum, neue Interessen jenseits von Zalando zu verfolgen.”

Ritter, der einst vom Beratungsunternehmen McKinsey zu Zalando kam und dort das Gründerduo Robert Gentz und David Schneider ergänzte, galt bei den Mitarbeitern „als wahnsinnig analytisch und strategisch denkend”. Ritter habe den Börsengang vor sechs Jahren entscheidend vorangetrieben. Die Zalando-Aktie verlor nach der Verkündung am Montag zunächst, hat sich inzwischen aber wieder erholt.

Mitgründer Gentz drückte das Verhältnis untereinander im Gespräch mit dem Handelsblatt vor einigen Monaten einmal so aus: „Uns drei eint großes Vertrauen, Disziplin und Respekt. Wenn man’s einfach ausdrücken wollte, könnte man sagen: David ist das Herz, Rubin der Kopf und ich vielleicht der Intuitive, also der Bauch.” Das schnell wachsende Unternehmen verliert damit seinen Kopf – und muss mit Herz und Bauch weitergeführt werden. 

Dabei schickt sich Zalando gerade an, in Deutschlands erste Börsenliga aufzusteigen. Denn: Nachdem klar ist, dass der Dax von 30 auf 40 Unternehmen erweitert wird, würde Zalando zu den ersten Aufsteigern gehören.

Ritter schrieb in einem Brief an die Mitarbeiter, der dem Handelsblatt vorliegt, es habe sich gezeigt, dass „sich das zweite Jahrzehnt von Zalando als noch erfolgreicher erweisen könnte als das erste”. Tatsächlich hatte Zalando zuletzt sehr gute Zahlen für das dritte Quartal präsentiert: Der Umsatz stieg gegenüber dem Vorjahresquartal um 21,6 Prozent auf 1,8 Milliarden Euro. Damit konnte der Konzern von der gestiegenen Nachfrage im Onlinehandel weiter profitieren – auch wenn der lokale Modehandel im dritten Quartal für die Konsumenten geöffnet war. 

Zalando will mit stationärem Handel zusammenarbeiten

Das bestätigt auch den Kurs von Zalando. Das Unternehmen will als Plattform-Anbieter mit Markenherstellern und dem stationären Handel zusammenarbeiten. Laut Aufsichtsratschefin Cristina Stenbeck werden das Kontrollgremium und Ritter nun an der vorzeitigen Aufhebung seines eigentlich bis November 2023 laufenden Vertrages arbeiten.

Gentz, Schneider und Ritter hatten bereits seit dem Jahr 2010 als gleichberechtigte Co-CEOs agiert. Sie kannten sich schon länger, hatten an der privaten Hochschule WHU in Vallendar studiert. Während Gentz und Schneider mit ihren ersten Start-ups scheiterten und dann mithilfe von Oliver Samwer Zalando starteten, arbeitete Ritter bei McKinsey, bevor die beiden Zalando-Gründer Ritter mit ins Unternehmen holten.

Neben seinen strategischen Fähigkeiten habe er auch die Themen Nachhaltigkeit und Diversität vorangetrieben, erzählen frühere Mitarbeiter. Deshalb sind sie auch nicht überrascht von den Gründen, die Ritter zu dem Schritt bewegt haben. Auf Streitigkeiten im Führungsgremium deute dagegen bislang nichts hin, allerdings, so heißt es, „drang aus dem eingeschworenen Dreierteam selten etwas nach außen”. Aufmerksamkeit hatte Ritter erst im September erlangt, weil der 38-Jährige im Sommer über Aktienoptionen insgesamt 600.000 Aktien zu einem Preis von einem Euro erhalten hatte. Diese hatte er aber bald weiterverkauft, wie die „FAZ” zuerst berichtete. So waren ihm knapp 40 Millionen Euro zugeflossen.

Seine neuen – und wohl auch finanziellen – Freiräume will er für die Familie, aber auch für ein Engagement in Sachen Nachhaltigkeit nutzen. Vor wenigen Wochen waren Ritter, Gentz und Schneider als Investoren beim Energieunternehmen Enpal eingestiegen. Und: Vor ein paar Tagen haben Gentz, Schneider und Ritter die „Z Foundation” gegründet. Ein veröffentlichtes Konzept dazu gibt es allerdings noch nicht. Ritter selbst formuliert es gegenüber den Mitarbeitern so: „Unser Ziel ist es, eine Plattform für gemeinsame philanthropische Projekte aufzubauen, mit denen wir mehr Chancengleichheit in unserer Gesellschaft ermöglichen möchten.”

Mehr: Von Airbus bis Zalando: Das sind die heißesten Kandidaten für den Dax 40

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1 Kommentar zu "Online-Modehändler: Rubin Ritter hört 2021 als Zalando-Chef auf"

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  • Wenn ich sein Kontostand hätte, dann würde ich mich auch ausschließlich um meine Familie, mein Vermögen und ein paar Pseudo-Projekte als Zeitvertreib kümmern.

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