Online-Modehändler Zalando kratzt an der Drei-Milliarden-Marke

Gut ein Drittel mehr Umsatz hat Zalando im vergangenen Jahr gemacht. Nun will der Online-Modehändler etwas langsamer wachsen. Unter dem Strich stehen erneut schwarze Zahlen – und ein neuer Chefaufseher geht an Bord.
Update: 01.03.2016 - 11:14 Uhr 9 Kommentare
„Wir wollen unseren Marktanteil weiter ausbauen.“ Quelle: dpa
Zalando-Paket

„Wir wollen unseren Marktanteil weiter ausbauen.“

(Foto: dpa)

BerlinDer Online-Modehändler Zalando will seinen strammen Wachstumskurs in diesem Jahr fortsetzen. Der Umsatz soll um 20 bis 25 Prozent zulegen, wie Vorstandsmitglied Rubin Ritter am Dienstag in Berlin sagte. Um neue Kunden zu gewinnen, will Zalando mit rund 200 Millionen Euro weiter kräftig in seine Plattform investieren. „Wir haben bewusst die Entscheidung getroffen, unseren Wachstumskurs bei solider Profitabilität fortzusetzen“, sagte Ritter.

Eine Gefahr durch die wachsenden Aktivitäten des Wettbewerbers Amazon im Online-Modehandel sehe Zalando nicht, sagte Ritter. Der E-Commerce-Riese hatte zuletzt eigene Modemarken gestartet, ist damit in Deutschland aber noch nicht vertreten.

Zalando hatte 2010 mit dem Verkauf von eigenen Labels begonnen. „Natürlich werden wir nicht der einzige Händler auf diesem Gebiet sein“, sagte Ritter. Der Markt sei groß genug für mehrere Player.

An der Börse kam das angepeilte Umsatzwachstum nicht gut an, die Investoren hatten sich wohl mehr erhofft. Die Aktien von Europas größtem Online-Modehändler fielen am Dienstag um bis zu drei Prozent auf 27,95 Euro. Damit zählten sie zu den größten Verlierern im Nebenwerteindex MDax. „Die hohen Erwartungen wurden nicht erfüllt“, sagte ein Händler.

Um das Wachstum zu beschleunigen, hatte der Online-Händler zuletzt viel Geld in seine Smartphone-App gesteckt. Die Investitionen haben sich gelohnt: Rund 60 Prozent der Besucher kamen 2015 über mobile Endgeräte, im Vorjahr waren es etwa 48 Prozent. Die App wurde den Angaben nach 16 Millionen Mal heruntergeladen, 2014 lag die Zahl der Downloads bei etwa 7 Millionen.

Im zurückliegenden Jahr konnte der Berliner Online-Händler seinen Umsatz um etwa ein Drittel auf 2,96 Milliarden Euro steigern. Unter dem Strich stand ein Gewinn von 121,5 Millionen Euro, nach 47,1 Millionen Euro im Vorjahr. Vor Zinsen und Steuern (Ebit) verdiente Zalando 89,6 Millionen Euro (Vorjahr: 62,1 Millionen Euro). Das im Jahr 2008 gegründete Unternehmen hatte 2014 erstmals schwarze Zahlen geschrieben.

Von Z wie Zalando bis Z wie Zalando
Platz 10: Zalando Lounge
1 von 10

Zalando Lounge ist der Rabattwarenladen des Online-Versandhändlers. Nutzer dieses Portals müssen sich registrieren. Danach bekommen sie Angebote mit bis zu 70 Prozent Rabatt. Die Mitgliedschaft in der Zalando Lounge ist kostenlos.

Umsatz (2014)*: 71,8 Millionen Euro**

*Quelle: Statista, EHI Retail Institute

**umfasst Einnahmen der Online-Shops in Deutschland im Segment Bekleidung, Schuhe und Textilien

Platz 9: Walbusch
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Bis in die 1960er-Jahre verkaufte Walbusch neben Herrenkleidung auch Elektrorasierer und Haushaltswaren. Später konzentrierte sich der Konzern auf den Verkauf von Herrenmode. Bekannt ist das Unternehmen für sein Hemd mit dem Walbusch-Kragen ohne Knopf. Zunächst war Walbusch nur als Versandhändler tätig. Erst 2009 wurde die erste Filiale eröffnet. Im Handelsblatt-Interview erklärte Firmenchef Christian Busch: „Die Frau entscheidet, was gekauft wird“.

Umsatz: 72,2 Millionen Euro

Platz 8: C&A Online
3 von 10

Einst hatte C&A die Konfektionsgrößen eingeführt. Seitdem avancierte der Modekonzern zu den größten Bekleidungsherstellern Deutschlands. C&A beschäftigt mehr als 36.000 Menschen. Seit 2008 bietet der Konzern seine Kleidung auch im Internet an. Allerdings ist der Anteil des Internetgeschäfts gemessen am Gesamtumsatz in Deutschland (über drei Milliarden Euro) noch gering.

Umsatz: 79,3 Millionen Euro

Platz 7: s.Oliver
4 von 10

s.Oliver kommt nicht wirklich in Fahrt. Seit Jahren kämpft der Modekonzern mit wirtschaftlichen Problemen. Zwar konnte der Umsatz im vergangenen Jahr leicht gesteigert werden, doch das Online-Geschäft weist entgegen des Trends rückläufige Zahlen vor. 2013 lag der Online-Umsatz bei 127 Millionen Euro. Im Jahr darauf sanken die Einnahmen um mehr als 16 Millionen Euro.

Umsatz: 110,8 Millionen Euro

Platz 6: Brands-4-Friends
5 von 10

Im Umsatzranking auf Platz sechs ist die Private Sale GmbH aufgelistet. Hinter dem Unternehmen steckt brands4friends.de. Das ist eine kommerzielle Online-Community, die im Internet eine spezielle Sortimentsausrichtung anbietet. Zugang zum Angebot erhalten Interessenten nach einer Registrierung. brands4friends.de bot im September 2007 in Deutschland als erste Mode-Online-Community ihren Dienst an. Seitdem konnten die Erlöse kontinuierlich gesteigert werden.

Umsatz: 114,6 Millionen Euro

Platz 5: Esprit
6 von 10

Der Online-Handel hat dem Moderiesen Esprit stark zugesetzt. Erst nach und nach erholt sich der Konzern – auch dank eines eigenen Online-Angebots. Mit einem Umsatz von mehr als 162 Millionen Euro positioniert sich Esprit in Deutschland auf dem fünften Platz.

Umsatz: 162,5 Millionen Euro

Platz 4: Heine
7 von 10

Die Heinrich Heine GmbH gehört zu den ersten Modeversandhändlern in Deutschland mit eigenem Online-Shop. Bereits 1996 konnten Kunden ihre Ware im Internet bestellen. Seit 2009 wird der Fokus auf das E-Commerce zunehmend verstärkt.

Umsatz: 204 Millionen Euro

Profitabel war Zalando vor allem in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Der Händler treibt seine europaweite Expansion aber voran und plant die Eröffnung von neuen großen Logistikzentren in Lahr im Schwarzwald und im italienischen Stradella. Die Gesellschaft hat bereits Vertriebszentren in Brieselang in Brandenburg, Erfurt und Mönchengladbach.

An der Spitze des Zalando-Aufsichtsrats soll künftig der frühere Axel-Springer-Manager Lothar Lanz stehen. Die Wahl sei nach der Hauptversammlung am 31. Mai geplant, sagte Ritter. Lanz ist bereits Mitglied im Aufsichtsrat und Vorsitzender des Prüfungsausschusses.

Zalando schreit vor Glück

  • dpa
  • rtr
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9 Kommentare zu "Online-Modehändler: Zalando kratzt an der Drei-Milliarden-Marke"

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  • @ Marc,

    was ist in Deinem Leben schief gelaufen?

    erst gestern wurden alle Deine Kommentare gelöscht, und das war gut so !

    Lass es raus, hier darfst Du alles sein :
    Dipl.Ing., Supertrader mit Millionen in Gold, Anlageerfahrung von über 50 Jahren, Prof., Dr......

    hier, in einem anonymen Forum darf jeder einmal am Tag ein Held sein.

    Bring Dich ein, öffne Dich....
    oder ist die dunkle Seite der Macht schon so stark in Dir....?

  • Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich.

  • Das Handelsblatt ist sicher nicht verpflichtet eine Bilanzanalyse vorzunehmen. Die wichtigsten Kennzahlen (Umsatz, EBIT, EBT) wurden genannt. Alle anderen Kennzahlen kann jeder Interessierte direkt aus dem veröffentlichten Konzernbericht (www.zalando.de) entnehmen.

  • Beitrag von der Redaktion editiert. Bitte bleiben Sie sachlich. 

  • Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich.

  •  Beitrag von der Redaktion editiert. Bitte bleiben Sie sachlich. 

  • Ein Gewinn vor Zinsen und Steuern ist kein aussagekräftiger Gewinn.
    Wie hoch ist der abzuführende Zinsanteil (50, 100 Millionen?), wie hoch ist der abführende Steueranteil (20%...?). Wer sonst noch muss vorm verbleibdenden Gewinn bedient werden...Anteilseigner usw.????
    Wie schaut die Bargeldlage aus....wie schaut die Kreditlage (Darlehen, Fremdkredite usw.) aus....???
    Fragen über Fragen....sehr geehrte Damen und Herren vom Handelsblatt...

  • Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich.

  • Wertes Handelsblatt! Zalando macht handels- und steuerrechtlich immer noch keinen Gewinn! Nur vor Berücksichtigung von Zinsen (und Steuern), das ist das EBIT, wird ein Überschuss ausgewiesen. Frage an die Wirtschaftsjournalisten: Warum wohl weist Zalando nicht sein wirkliches Ergebnis aus, so wie es in jeder Bilanz stehen muss ????

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