Online-Modehändler Zalando mit Milliardenumsatz im Quartal

Der Online-Händler Zalando hat durch ein gutes Weihnachtsgeschäft die Milliarden-Umsatzgrenze in einem einzigen Quartal geknackt. Das Berliner Unternehmen will weiter expandieren.
Update: 17.01.2017 - 10:01 Uhr Kommentieren
Der Online-Händler will im Norden Millionen investieren, um dort die Milliardengrenze zu erreichen. Quelle: dpa
Zalando

Der Online-Händler will im Norden Millionen investieren, um dort die Milliardengrenze zu erreichen.

(Foto: dpa)

BerlinEuropas größter Online-Modehändler Zalando hat erstmals in einem Quartal die Milliarden-Umsatzgrenze geknackt - und dennoch die Anleger enttäuscht. Die Einnahmen stiegen im Weihnachtsgeschäft von Oktober bis Dezember um rund ein Viertel zum Vorjahreszeitraum auf knapp 1,1 Milliarden Euro, wie die Berliner am Dienstag mitteilten. „Das war unser bislang bestes Quartal“, sagte Co-Vorstandschef Rubin Ritter. Analysten hatten allerdings mit etwas höheren Einnahmen von 1,12 Milliarden Euro gerechnet. Die Aktie geriet deshalb unter Druck: Sie fiel um zeitweise um mehr als sieben Prozent. „Die Aktie ist zuletzt stark gestiegen - da ist es normal, dass auch mal Gewinne mitgenommen werden“, sagte Analyst Peter Steiner vom Bankhaus Lampe.

Das bereinigte Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) lag zwischen 81 und 104 Millionen Euro, was einer Gewinnmarge von 7,5 bis 9,5 Prozent entspricht. "Das ist deutlich über dem, was der Markt erwartet hat", sagte Steiner. Die genaue Zahl soll am 1. März veröffentlicht werden, ebenso konkrete Angaben über den Geschäftsverlauf in den einzelnen Regionen.

Kleider machen Milliardäre
Platz 10: Burberry
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Der Hoflieferant von Queen Elizabeth und Prince Charles gehört zu den luxuriösesten Modelabels der Welt – und zu den teuersten. Gegründet wurde das Unternehmen 1856. Seit 1920 ist Burberry an der Londoner Börse notiert, die Marke ist Mitglied im FTSE 100 Index.

Umsatz 2015: 3,4 Milliarden Euro*

*Geschäftsjahr 2014/15

Quelle: Umsatzrangliste europäischer Bekleidungsmarken nach der Zeitschrift „TextilWirtschaft“, dfv-Mediengruppe

Platz 9: Prada Group
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Die bekannteste Marke der Prada Group ist heute noch Prada, allerdings sind Marke und Unternehmen nicht mehr synonym: Weitere Marken der Prada Group sind Miu Miu, Church’s und The Original Car Shoe. Das Unternehmen Prada wurde 1913 von Mario und Martino Prada gegründet, 1919 stieg der exklusive Hersteller von Handschuhen, Taschen und Koffern zum königlichen Hoflieferanten auf. 1978 übernahm Miuccia Prada, Enkelin von Firmengründer Mario, die Geschäfte und baute die Prada Group zu einem global agierenden Modekonzern aus. Prada eröffnete erst im Jahr 1983 ein zweites Ladenlokal, wie das erste in Mailand liegend.

Umsatz 2015: 3,5 Milliarden Euro

Platz 8: Next
3 von 10

Der britische Modehändler Next, 1982 gegründet, besitzt mittlerweile nach eigenen Angaben über 500 Geschäfte im Vereinigten Königreich und Irland, sowie „nahezu“ 200 Franchise-Stores in 40 Ländern. Er ist mittlerweile zum führenden Online-Modehändler Großbritanniens aufgestiegen und liefert seine Kollektionen in über 72 Länder. Next setzt auf eigene Designs und vertreibt ausschließlich die eigene, gleichnamige Modemarke.

Umsatz 2015: 5,6 Milliarden Euro

Platz 7: C&A
4 von 10

Im Jahr 1841 gründeten die Brüder Clemens und August Brenninkmeijer das Unternehmen 'C. en A.' und eröffneten ein Geschäft, das als eines der ersten Kleidung in Konfektionsgrößen verkaufte. Bis heute befindet sich das Unternehmen in mittlerweile sechster Generation in Besitz der Familie Brenninkmeijer. C&A ist mit 1575 Filialen in 21 europäischen Ländern vertreten und beschäftigt rund 35.000 Mitarbeiter.

Umsatz 2015: 6 Milliarden Euro

Platz 6: Primark
5 von 10

Die erste deutsche Filiale des 1969 gegründeten Textil-Discounters wurde 2009 in Bremen eröffnet, mit mittlerweile 20 Läden ist die Bundesrepublik das Land mit den drittmeisten Primark-Filialen außerhalb des Vereinigten Königreichs. Strategie des irischen Unternehmens ist es, auf in der Regel mehreren tausend Quadratmetern Verkaufsfläche modische Textilien, Schuhe und Accessoires zu extrem niedrigen Preisen anzubieten – damit ist der Konzern anders als andere Textil-Discounter vor allem bei jungen Menschen erfolgreich. Wegen Arbeits-, Lohn- und Produktionsbedingungen in Billiglohnländern steht das Unternehmen immer wieder in der Kritik.

Umsatz 2015: 7,6 Milliarden Euro

Platz 5: Kering
6 von 10

Das französisch-italienische Modeunternehmen Kering wurde 1963 von dem französischen Unternehmer François Pinault gegründet und bis 2005 von diesem geführt. Seit dem 21. März 2005 wird der Konzern von Pinaults Sohn, François-Henri Pinault (im Bild), geleitet. Der Name Kering dürften nur den Wenigsten bekannt sein. Doch mit Labels wie Puma oder Gucci erreicht der Konzern ansehnliche Umsätze.

Umsatz 2015: 11,5 Milliarden Euro

Platz 4: Christian Dior
7 von 10

Direkt nach dem Zweiten Weltkrieg 1946 gegründet, trug Christian Dior maßgeblich dazu bei, dass sich Paris als Modehauptstadt der Welt etablieren konnte. Insgesamt beschäftigt das Unternehmenskonglomerat über 100.000 Mitarbeiter. Für die Modesparte von Dior arbeiten knapp 3600 Menschen.

Umsatz 2015: 12,3 Milliarden Euro

Im Gesamtjahr 2016 kletterte der Umsatz um rund 23 Prozent auf mehr als 3,6 Milliarden Euro, was in etwa den Analystenprognosen entspricht. Auch künftig wolle das Unternehmen zwischen 20 und 25 Prozent jährlich zulegen, bekräftigte Ritter im Gespräch mit der Nachrichtenagentur Reuters. Das bereinigte Ebit verdoppelte sich im Geschäftsjahr in etwa auf 202 bis 225 Millionen Euro.

Zalando kündigte an, in den nordischen Ländern zu expandieren. Dazu soll bis Jahresende ein Logistikzentrum in Schweden eröffnet werden, mit dem die durchschnittliche Lieferzeit in der Region auf ein bis zwei Tage gesenkt werden soll. Derzeit dauert es zwei bis fünf Tage, bis die Ware beim Kunden ankommt. Dafür nimmt Zalando eine zweistellige Millionensumme in die Hand. Das Unternehmen hofft, in den kommenden Jahren die Milliarden-Umsatzgrenze in den nordischen Ländern zu erreichen. Zalando betreibt vier große Logistikzentren in Deutschland, hat ein Lager nahe Mailand und will in diesem Jahr zwei weitere in Polen und Frankreich eröffnen. Viele Anbieter – darunter der weltgrößte Onlinehändler Amazon - liefern sich derzeit einen Wettbewerb, um Zustellungen für Kunden attraktiver und schneller zu machen.

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