Online-Shopping „Ebay zerlegt sich derzeit selbst“

Ist Ebay out? Gibt es stärkere Alternativen oder ist die Auktionsplattform einzigartig? Wir haben unsere Facebook-Fans und Leser gefragt, wie sie die Zukunft von Ebay sehen. Das sind ihre Antworten.
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Kerngeschäft schrumpft: Ebay kämpft mit alten Problemen

Düsseldorf Die Abspaltung von Paypal vom Mutterkonzern Ebay hatte an der Börse zu heftigen Reaktionen geführt – zumindest was den Marktwert der beiden, nun voneinander getrennten Unternehmen angeht. Am ersten Tag nach der Trennung kletterte der Paypal-Kurs am Montag bis Börsenschluss um mehr als fünf Prozent und legte auch am Dienstag weiter zu. Paypal wurde damit mit mehr als 49 Milliarden Dollar (umgerechnet 45 Milliarden Euro) bewertet – und überflügelt damit den ehemaligen Mutterkonzern.

Auf Facebook und der Handelsblatt-Homepage wollten wir von unseren Lesern wissen, was sie über die „3, 2, 1 – meins“-Plattform denken: Sind die guten Zeiten für Ebay vorbei? Gibt es längst bessere Alternativen oder ist der Abgesang ungerechtfertigt? Am Dienstag hatten wir bereits die ersten Reaktionen zusammengefasst. Doch es kamen noch weitere Kommentare hinzu.

Jan T. findet, dass die Kritik am Auktionshaus gerechtfertigt ist und schreibt auf Facebook: „Ebay hat sich durch ein unfaires Bewertungssystem und hohe Kosten für Privatverkäufer selbst ins Aus geschossen.“ Auch Kenneth G. findet die Alternative Amazon besser und mahnt das Thema Sicherheit an: „Zum Einkaufen ist Amazon um Längen besser, beim Verkaufen geht Ebay leider nicht konsequent gegen Betrüger und Scheinbieter vor. Was nützt es, wenn der Benutzer-Account gesperrt wird, die Täter aber einfach einen neuen eröffnen?“.

Fritz Y. kommentiert auf der Homepage: „Die Gebühren sind fast so hoch wie in einem richtigen Auktionshaus. Der Unterschied ist, dass ein richtiges Auktionshaus die Echtheit der versteigerten Artikel garantiert, während es bei E-Bay keine derartige gibt.“ Auch Cevin S. kritisiert: „Ebay zerlegt sich derzeitig selbst. Nur noch Powerseller mit dem schnellen Euro. Privat verschwindet langsam aber sicher.“

Markus K. differenziert zwischen Käufer- und Verkäufersicht: Er kritisiert die erhöhten Verkaufsprovisionen und die hohen Standards für Verkäufer, die Ebay aber nicht an sich selbst anlege, etwa im Kundenservice. Auch erkennt er Willkür: „Verkäufer sind der Willkür der Käufer schutzlos ausgeliefert. Durch das einseitige Bewertungssystem (Käufer können nicht neg. bewertet werden vom VK) und Paypal haben die Käufer die volle Macht. Einige nutzen das schamlos aus und sehen meinen Ebay-Shop als Selbstbedienungsladen an (Bewertungserpressung etc.). Da herrscht ein starkes Ungleichgewicht.“

Wo Ebay-Abtrünnige shoppen
Ebay
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Was sagen Nutzer über die Auktionsplattform Ebay? Viele haben bereits Alternativen zum Verkaufen und Kaufen gefunden.

Zum Artikel „Ebay zerlegt sich derzeit selbst“.

Amazon
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Das Online-Kaufhaus Amazon bietet fast alles: Vom Buch bis zum Rasenmäher. Facebook-Nutzer Gernot R. kommentiert auf der Handelsblatt-Facebook-Seite: „Das Einstellen von Artikel ist einfach umständlich und unübersichtlich, wenn man in mehreren Ländern und Sprachen vertreiben möchte. Zusätzlich sind die Gebühren für Fixpreisverkäufe ein Witz. Amazon ist das fortgeschrittener.“ Er hat aber auch noch einen Rat für die Auktionsplattform: „Ebay sollte wieder zu den Wurzeln von Auktionen zurückkehren und den Warenshop anderen überlassen.“

Kleinanzeigen
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Die gute alte Kleinanzeige gibt es nicht nur in Tageszeitungen: Auch online erfreut sich das Angebot großer Beliebtheit. Sven-Eric R. empfiehlt zum Beispiel das Portal Kalaydo. Maurice M. findet bei Ebay selbst die bessere Alternative: die Kleinzeigen der Plattform.

Facebook
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Roland H. empfiehlt Facebook für das Verkaufen: „Das was ich früher über Ebay verkauft habe geht heute viel schneller, billiger und seriöser über themenbezogene Facebook-Gruppen (z.B. „Gebrauchte Musikinstrumente -> 10.000 Mitglieder = 100% Zielgruppe!“) an neue Eigentümer.“

Marktplätze im Netz
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Der Marktplatz findet sich nicht nur offline in der Stadt, sondern auch im Netz: Nutzer Martin S. empfiehlt in den Kommentaren der Handelsblatt-Homepage zum Beispiel Smartvie. Hinter der Seite steckt ein Dortmunder Start-up, dass es mit der US-Konkurrenz aufnehmen will.

Kleiderkreisel
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Auch die Kleidertauschplattform Kleiderkreisel scheint eine Alternative zu Ebay. Wer früher seine Kleidung zum Trödel trug, kann die Klamotten auf der Plattform zum Verschenken, Tauschen oder Verkaufen anbieten. Ein neues Bezahlsystem mit Gebühren sorgten im November 2014 aber für Ärger bei den Nutzern, vorher erhob die Webseite keine Gebühren.

Aber Markus K. macht auch deutlich, dass es keine wirklichen Alternativen gibt – Amazon habe auch Schwachstellen. Auch aus Käufersicht sei Ebay nicht zu kritisieren: „Aus Käufersicht empfinde ich Ebay jedoch nicht als Saftladen, da hat man ein hohes Maß an Sicherheit und es gibt eine größere Produktauswahl als bei Amazon sowie günstigere Preise (ohne Berücksichtigung von Prime).“

Alex H. will ebenfalls nicht in die Kritik einsteigen und schreibt auf Facebook: „Kenne keine vergleichbare Auktionsplattform. Habe die letzten Tage wieder einige Schnäppchen geschossen.“

  • jos
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3 Kommentare zu "Online-Shopping: „Ebay zerlegt sich derzeit selbst“"

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  • www.spandooly.de ist hoffentlich bald eine gute Alternative.
    Ebay war für mich als Privatperson vor einigen Jahren noch eine spannende Verkaufsmöglichkeit und auch das ein oder andere Schnäppchen ließ sich dort machen.
    Meiner Meinung nach schafft sich dieser Marktplatz aber so langsam selbst ab.
    Jede Neuigkeit ist mittlerweile eine schlechte Neuigkeit. Traurig eigentlich.

  • Für Maschinenteile und Industriegüter böte sich industrialboard.de an.

  • oky, als Käufer komme ich gerade bei gebrauchten Sachen um Ebay nicht herum.

    Konkretes Beispiel: Geha Füller, die bis ca. 1965 hergestellt wurden. (Schreibt immer, auch wenn man ihn mal 8 h offen liegen läßt).

    Bei Neuwaren ist Amazon,.. oft günstiger.

    Aber Alibaba schlägt alle. allerdings hat man ca. 6 Wochen Lieferzeit.

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