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Onlinehändler Amazon wirbt mit falschen Zahlen bei Händlern für US-Geschäft

Eine Mail an Händler hatte Rückschlüsse auf den bisher geheim gehaltenen Marketplace-Umsatz in Deutschland ermöglicht. Nun rudert Amazon zurück und behauptet, die Angaben seien falsch.
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„Diese Zahlen sind in keiner Weise korrekt.“ Quelle: AFP
Amazon

„Diese Zahlen sind in keiner Weise korrekt.“

(Foto: AFP)

DüsseldorfEs war der Aufreger der Woche: In Mails an Händler hatte Amazon Zahlen verbreitet, anhand derer man leicht ausrechnen konnte, wie groß der Umsatz ist, den das Unternehmen mit Dritthändlern auf seinem Marketplace in Deutschland macht.

Das Brisante dabei: Diese Zahl, die sich nach diesen Angaben auf 10,2 Milliarden Euro belaufen würde, wurde von Amazon aus Wettbewerbsgründen bisher streng geheim gehalten. Auch der Konkurrent Ebay verrät nicht, wie viel Umsatz Dritthändler auf seiner Plattform in Deutschland machen.

Nachdem zunächst das Fach-Blog Wortfilter und dann das Handelsblatt diese Zahlen veröffentlicht hatten, kommt jetzt die überraschende Wende: Mehr als einen Tag nach der Veröffentlichung und nachdem zahlreiche Medien bis in die USA die Meldung geteilt haben, erklärt Amazon, die Angaben in der Mail an die Händler seien falsch.

„Diese Zahlen sind in keiner Weise korrekt“, teilte eine Amazon-Sprecherin dem Handelsblatt mit. Der Mitarbeiter, der diese Informationen zusammengestellt hat, habe Zahlen benutzt, die nichts mit den Verkäufen von Drittanbietern bei Amazon zu tun hätten. „Dies ist allein auf einen menschlichen Fehler zurückzuführen“, so die Sprecherin.

Amazon hatte in seinen Informationen, die nach Angaben von Händlern über einen längeren Zeitraum in Mails des Verkaufsteams und in Händler-Workshops verwendet worden waren, für den Verkauf über den Amazon-Marketplace in den USA geworben. Es hieß, die Umsätze auf dem US-Marketplace seien siebenmal so hoch wie in Deutschland. Daraus ließ sich dann der Umsatz in Deutschland zurückrechnen.

Dass diese Information nun falsch sein sollen, bedeutet aber zugleich, dass Amazon offenbar mit falschen Angaben versucht hat, Dritthändler für ein Engagement auf dem US-Marketplace zu begeistern. Auf Fragen, ob Amazon eine Korrektur an die betroffenen Händler geschickt hat und ob den Händlern jetzt eine Entschädigung zusteht, wollte das Unternehmen nicht antworten.

Eine Sprecherin teilte nur mit: „Es handelt sich um einen menschlichen Fehler und nicht um eine vorsätzliche Falschinformation.“ Ein Werbevideo des Amazon-Verkaufsteams auf Youtube sei von einem Mitarbeiter falsch interpretiert worden.

Auch auf Nachfrage wollte Amazon nicht mitteilen, wie hoch der Umsatz der Dritthändler auf dem deutschen Marketplace denn nun tatsächlich ist. Aufzeichnungen, die dem Handelsblatt vorliegen, legen jedoch nahe, dass die berechnete Umsatzhöhe von gut zehn Milliarden Euro durchaus realistisch ist.

Mehr: 20 Jahre nach dem Start in Deutschland ist Ebay in der Defensive: Die Internet-Ikone muss sich neu erfinden, um gegen Amazon nicht endgültig zu verlieren.

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  • ein Hoch auf den menschlichen Fehler...sagt ein Ingenieur und Software Entwickler ;-)

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