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OnlinehändlerHohe Ausgaben und rote Zahlen: Amazon-Top-Manager Dave Clark tritt zurück

Dave Clark gehört zu den am besten bezahlten Managern von Amazon. Jetzt verlässt er den US-Konzern, der im Onlinehandel inzwischen Verluste macht.Katharina Kort 03.06.2022 - 20:45 Uhr Artikel anhören

Der Amazon-Manager gehörte zum engeren Kreis des Gründers Jeff Bezos.

Foto: Reuters

New York. Erst vor einem Jahr war Dave Clark zum Chef des gesamten Verbrauchergeschäfts von Amazon aufgestiegen. In dieser Position führte er den Onlinehandel, die physischen Läden, den Marktplatz für Drittanbieter und Amazon Prime. Damit war er gleich unter dem Amazon-CEO Andy Jassy angesiedelt. Doch jetzt verlässt er überraschend den Onlinehändler aus Seattle – nach 23 Jahren.

Clark gehörte zum engeren Kreis des Gründers Jeff Bezos. Er war 1999 zu Amazon gestoßen, als das Unternehmen fast ausschließlich Bücher in den USA verkaufte. In den vergangenen Jahren war er vor allem für den massiven Ausbau der Logistik verantwortlich. Mit der hohen Nachfrage in der Pandemie hat Amazon unter Clarks Führung seine Lagerkapazitäten verdoppelt.

„Ich bin im Herzen ein Baumeister“, teilte Clark auf Twitter mit. „Es ist Zeit, Goodbye zu sagen und eine neue Reise zu beginnen.“

Zuletzt war das traditionelle Amazon-Geschäft stark unter Druck geraten. Mit dem Ende der Lockdowns ist der Onlinehandel nicht mehr so rasant gewachsen. Während das Geschäft im ersten Quartal 2021 noch um 44 Prozent gewachsen ist, konnte es sich im ersten Quartal des laufenden Jahres nur um sieben Prozent steigern. Die Sparte spürt die Inflation und schrieb zuletzt Verluste.

Die milliardenschweren Investitionen in Lagerhallen, eigene Schiffe und Flugflotten kommen manchen Beobachtern im Nachhinein übertrieben vor. Viele Logistikzentren stehen heute leer. Nur das weiter boomende Cloud-Geschäft der AWS-Sparte konnte zuletzt die Verluste aus dem Handel ausgleichen.  

Der Amazon-Manager erhielt sein Geld vor allem in Aktien

Clark war dem langjährigen Amazon-Manager Jeff Wilke gefolgt. Wilke galt lange als potenzieller Bezos-Nachfolger als Vorstandsvorsitzender. Doch dann ging der Spitzenposten an Andy Jassy, der zuvor das Cloud-Geschäft aufgebaut hat.

„Die letzten Jahre waren die herausforderndsten und unvorhersehbarsten, die wir in der Geschichte von Amazons Verbrauchergeschäft gesehen haben und ich bin Dave daher besonders dankbar für seine Führung in dieser Zeit“, schrieb Jassy in einer E-Mail an die Mitarbeiter.

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Clark gehört zu Amazons am besten bezahlten Managern. Im vergangenen Jahr erhielt er insgesamt 56 Millionen Dollar – den größten Teil davon in Aktien. Sein Gehalt dagegen liegt nur bei 175.000 Dollar. Wer seine Stelle übernehmen wird, sei bisher noch nicht bekannt, der Nachfolger soll aber in den kommenden Wochen benannt werden, teilte Amazon mit.

Der Druck auf Amazon ist zuletzt auch vonseiten der Aktionäre gestiegen. Einige fordern bereits die Aufspaltung in Handel und Cloud-Geschäft. Auf der Hauptversammlung in der vergangenen Woche hatte Jassy den Teilnehmern versprochen, dass Amazon „hart daran arbeitet“, die Kosten zu senken und die Profitabilität im Onlinehandel zu steigern.

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