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Onlinehändler Zalando stoppt das Sparverhalten seiner Kunden – Aktie mehr als 15 Prozent im Plus

Das Online-Modehaus verkauft mehr Premium-Mode und arbeitet mit mehr stationären Händlern zusammen. Zalando hebt sein Prognose an.
Update: 01.08.2019 - 12:48 Uhr 1 Kommentar
Das Unternehmen hebt seine Gewinnprognose an. Quelle: Reuters
Zalando-Showroom

Das Unternehmen hebt seine Gewinnprognose an.

(Foto: Reuters)

Düsseldorf Europas größter Online-Modehändler hat es erstmals seit Längerem geschafft, dass der Wert der Schuhe und Kleidung pro Einkauf nicht weiter groß gesunken ist. Im zweiten Quartal kauften Kunden pro Bestellung für 56,90 Euro ein. Das ist nahezu so viel wie die 57,10 Euro des ersten Quartals. Im vergangenen Jahr war der Einkaufswert noch deutlich gefallen.

Die Nachricht kommt bei den Anlegern gut an: Die Zalando-Aktie notiert am Donnerstagmittag 15,2 Prozent im Plus. (Lesen Sie hier den aktuellen Marktbericht).

„Das liegt auch daran, dass wir mehr Premium-Mode verkaufen“, begründete Finanzvorstand David Schröder die Zahlen am Donnerstag. „Außerdem haben wir in einigen Ländern einen Mindestbestellwert für die kostenlose Belieferung eingeführt.“

Das Stoppen des Sparsamkeits-Trends bei den Zalando-Kunden hilft dem Unternehmen, seine Profitabilität zu verbessern, weil der Aufwand pro Bestellung sinkt. So ist der bereinigte Gewinn vor Zinsen und Steuern Ebit von bescheidenen 6,4 im ersten Quartal auf 102 Millionen Euro gestiegen.

Zalando hebt deshalb seine Gewinnprognose für das Gesamtjahr an. Der Online-Modehändler erwartet nun ein bereinigtes Ebit in der oberen Hälfte der angekündigten Spanne von 175 bis 225 Millionen Euro. Zuvor hatte der Konzern einen Gewinn zwischen den beiden Werten erwartet.

Allerdings steigerte Zalando die durchschnittliche Zahl der Bestellungen pro Kunde im zweiten Quartal gegenüber den ersten drei Monaten des Jahres kaum noch: von 4,5 auf 4,6. Deshalb strengt sich das Berliner Unternehmen mächtig an, um den Umsatz pro Kunde zu erhöhen. Das reicht vom Ausbau des Geschäfts mit hochwertigen Premiummarken über die Ausweitung des Angebots an nachhaltiger Kleidung bis zur engeren Kooperation mit stationären Händlern.

So arbeitet Zalando bereits mit mehr als 1300 stationären Geschäften zusammen, die Ware an Zalando-Kunden liefern. „Wir schaffen gemeinsam mit den Händlern eine größere Warenverfügbarkeit der Produkte für den Kunden“, sagte der zuständige Zalando-Manager Carsten Keller.

Außerdem könne der Konzern so die Lieferzeiten „signifikant verkürzen“. Bereits im zweiten Quartal verdoppelte Zalando die Zahl der Pakete gegenüber dem ersten Quartal, die in Deutschland am gleichen oder am nächsten Tag geliefert werden.

50 neue stationäre Läden

Erstmals arbeitet Zalando künftig mit dem Modedienstleister Katag und der mit ihm verbundenen Plattform Modehaus.de zusammen. Das ist ein neuer Schritt für die dort organisierten mittelständischen Händler. „So können weitere Dienstleistungen ermöglicht werden, die ein Händler alleine niemals realisieren könnte“, sagte Katag-Chef Daniel Terberger. Durch die Kooperation erhält Zalando 50 neue stationäre Läden, um seine Pakete auszuliefern.

Außerdem will Zalando das sogenannte Partnerprogramm mit Marken wie Adidas und Tommy Hilfiger ausbauen. Bereits vor ein paar Wochen hatte Vertriebschefin Belen Sienknecht im Gespräch mit dem Handelsblatt angekündigt: „Wir wollen es bis Ende des Jahres schaffen, die Marke von 1.000 Marken in unserem Partnerprogramm zu erreichen.“ Momentan verkaufen die 260 Zalando-Partner auf der Plattform mehr als 900 Marken.

Allerdings ist das Geschäft mit seinen Partnern nicht so lukrativ, weil Zalando von diesen nur eine umsatzbezogene Provision für jeden vermittelten Einkauf erhält. Das will der Konzern mit Marketing- und Logistik-Dienstleistungen für seine Markenpartner ausgleichen.

Um den Wert pro Einkauf zu steigern, hat der Konzern auch „Zalando Plus“ eingeführt. Für 15 Euro pro Jahr verspricht Zalando, die Bestellung in 23 deutschen Städten noch am selben Tag oder am folgenden zu liefern.

Mehr: Die neue Leiterin des Beauty-Geschäfts von Zalando spricht über junge Kunden, die Internationalisierung und Konkurrenten wie Douglas und Sephora.

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