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Onlinehandel Amazon hilft stationären Händlern bei der Digitalisierung

Für viele kleine Händler ist Amazon ein Feindbild. Jetzt will ihnen ausgerechnet der US-Riese zusammen mit dem Handelsverband den Weg ins Netz ebnen.
24.08.2020 - 03:52 Uhr 1 Kommentar
Der US-Riese möchte sein Fachwissen rund um den Onlinehandel an kleinere Händler weitergeben. Quelle: dpa
Logistiklager von Amazon

Der US-Riese möchte sein Fachwissen rund um den Onlinehandel an kleinere Händler weitergeben.

(Foto: dpa)

Düsseldorf Anfang September will Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier Vertreter des Handels und der Kommunen zu einem Gipfeltreffen zusammenrufen, um die Welle von Pleiten von kleinen Geschäften in den Innenstädten zu stoppen. Er will so die Verödung der Innenstädte verhindern.

Zentrale Idee dabei ist es, die Digitalisierung im Handel voranzutreiben. Der Bund müsse bereit sein, notwendige Maßnahmen gemeinsam mit Kommunen und Ländern noch stärker zu unterstützen, so der Minister. „Wir müssen den Geschäftsinhabern in den Innenstädten dabei helfen, ihre Kundenbeziehungen so zu digitalisieren, dass es auch den Modeläden und Schuhgeschäften zugutekommt“, sagte Altmaier.

Um genau in diesem Bereich rasch Fortschritte zu erzielen, hat sich nun eine ungewöhnliche Allianz zusammengefunden: der Handelsverband Deutschland (HDE), die Initiative „Händler helfen Händlern“ – und der Onlineriese Amazon. Sie starten ab dem 15. September gemeinsam eine Initiative zur Digitalisierung bislang stationärer Einzelhändler.

Amazon-Deutschlandchef Ralf Kleber begründet das Engagement des US-Konzerns in einem Post auf LinkedIn. „Die Corona-Pandemie hat viele On- und Offline-Einzelhändler unverschuldet in große Schwierigkeiten gebracht“, schreibt er. „Die Vielfalt des Handels ist aber wichtig für eine breite Auswahl an Produkten und die Lebensqualität aller.“ Deshalb engagiere sich Amazon in der Initiative mit dem Namen „Quickstart Online“.

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    Zahlreiche Onlineplattformen haben in der Coronakrise bereits Aktionen gestartet, um stationären Geschäften, die noch keinen E-Commerce betreiben, den Start im Netz zu erleichtern. Denn vielen Händlern, die bisher den Onlinehandel ignoriert hatten, ist spätestens bei der Zwangsschließung ihrer Geschäfte infolge der Pandemie klar geworden, welches Risiko es bedeutet, diesen Vertriebsweg dauerhaft zu ignorieren.

    Ebay beispielsweise bot neuen Partnern Sonderkonditionen. Die Händler erhielten für sechs Monate kostenfrei einen Premium-Shop bei Ebay.de und zahlten für drei Monate keine Verkaufsprovisionen für verkaufte Artikel. Händler konnten aus dem Programm jederzeit wieder aussteigen und gingen keine langfristigen Verpflichtungen ein.

    „Fit für die Zukunft machen“

    Zalando wiederum baute sein Programm Connected Retail in der Coronakrise deutlich aus. Das Unternehmen erleichterte stationären Händlern den Zugang zu diesem Programm, über das sie ihre eigene Ware auf der Plattform von Zalando verkaufen können. Rund 1800 Händler in fünf Ländern bekommen so die Möglichkeit, gegen eine Provision an Zalando Waren auszuliefern, die über die Plattform bestellt wurden.

    Doch die Initiative „Quickstart Online“ hat einen komplett anderen Schwerpunkt. Unter quickstart-online.de können die Nutzer Online-Seminare zu zahlreichen Themen belegen, die bei der Überführung des eigenen Geschäfts von der Offline- in die Online-Welt und dem Aufbau eines zweiten Standbeins im Internet wichtig sind. Die Seminare werden gehalten von Fachexperten und Praktikern, zum Beispiel von der DIHK, dem Börsenverein des Deutschen Buchhandels oder Händlern, die schon online erfolgreich sind, wie beispielsweise Markus Diekmann von Rose Bikes.

    „Um sein Geschäft fit für die Zukunft zu machen, muss sich jeder Händler mit der Digitalisierung auseinandersetzen“, mahnt Stephan Tromp, stellvertretender Hauptgeschäftsführer des HDE. Das Problem: Gerade durch die aktuellen Belastungen in der Coronakrise können vor allem mittelständische Händler die nötigen Investitionen derzeit noch weniger stemmen als ohnehin schon. „Deshalb muss es jetzt darum gehen, mit Initiativen und Förderprogrammen zu unterstützen und damit die Schlüsselbranche für unsere Innenstädte gut durch die Krise zu bringen“, so Tromp.

    Amazon, das seit Kurzem auch Mitglied im HDE ist, hat sich an der Konzeption des Seminarprogramms beteiligt und Fachwissen beigesteuert. „Es geht hier nicht darum, Menschen zu erklären, wie sie auf Amazon erfolgreich sein können“, stellt Amazon-Manager Kleber klar. Quickstart Online sei breiter angelegt und decke rechtliche Fragen genauso ab wie Social-Media-Marketing oder Kundenbindung.

    „Wir wollen mit Quickstart Online gemeinsam Mut machen und Wege aufzeigen“, sagt Kleber. „Denn wir sind der Überzeugung, dass ein lebendiger, vielfältiger Handel am Ende für alle das Beste ist.“

    Mehr: Einzelhandel droht Insolvenzwelle von nie gekanntem Ausmaß.

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    1 Kommentar zu "Onlinehandel : Amazon hilft stationären Händlern bei der Digitalisierung"

    Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

    • tja, da greift Amazon die Gelegenheit beim Schopfe! In Frankreich beispielsweise gibt es in den Innenstädten auch kaum noch Einzelhandel. Betritt man aber einen der Riesensupermärkte, wimmelt es von Geschäften und Kunden. Will die Masse keinen Einzelhandel mehr? Lieber trockenen Fußes? Oder heutzutage, da es mehr heiß ist, als dass es genügend regnete, schön "gekühlt" alles unter einem Dach?

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