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Lieferdienst Picnic

Jeder dritte Deutsche hat in den vergangenen 12 Monaten Lebensmittel online bestellt.

(Foto: Stefan Finger/laif)

Onlinehandel Lebensmittelkauf im Netz steht vor dem Durchbruch

Eine exklusive Umfrage zeigt: Schon jeder Dritte hat Lebensmittel bereits online gekauft. Start-ups wollen mit massiver Expansion das Angebot jetzt noch ausbauen.
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Lange Zeit waren die Deutschen überaus skeptisch gegenüber dem Einkauf von Lebensmitteln im Internet. Während man bedenkenlos das neue Handykabel online shoppte, wollten die meisten Kunden die Tomate oder den Apfel noch vor dem Kauf in die Hand nehmen. Doch dies scheint sich jetzt zu ändern.

So haben große Anbieter wie Amazon Fresh, aber auch Start-ups wie Picnic oder Getnow die Kunden nicht nur neugierig gemacht, sondern beginnen, ihre Einkaufsgewohnheiten zu verändern. Das schlägt sich erstmals in Zahlen nieder.

In einer repräsentativen Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGov im Auftrag des Eco-Verbands der Internetwirtschaft hat fast ein Drittel der Befragten angegeben, in den vergangenen zwölf Monaten zumindest einmal Lebensmittel online gekauft zu haben. Acht Prozent der Befragten sagten sogar, dass sie häufig Lebensmittel im Netz bestellen.

Bisher ist der Verkauf von frischen Lebensmitteln einer der am geringsten entwickelten Bereiche im Onlinehandel. So wird erst rund ein Prozent des Umsatzes in dieser Kategorie im Netz gemacht. Im Handel mit Konsumelektronik beispielsweise liegt dieser Anteil schon bei mehr als 20 Prozent.

Die YouGov-Umfrage, die dem Handelsblatt exklusiv vorliegt, belegt jedoch, wie rasant der digitale Lebensmittelhandel in jüngster Zeit zugelegt hat. So hat sich der Anteil der Kunden, die Lebensmittel online bestellt haben, seit der letzten Umfrage von YouGov vor zwei Jahren verdreifacht.

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Die neuen Anbieter unterstützen den Trend mit ihrer Expansion. So will das niederländische Start-up Picnic, das in diesem Jahr erst in Nordrhein-Westfalen gestartet ist, im kommenden Jahr das Liefergebiet auf zahlreiche weitere Städte ausweiten. Damit treten sie immer mehr in Konkurrenz zu etablieren Unternehmen wie beispielsweise Rewe, das in rund 75 Städten ausliefert.

„Wir erwarten einen Wachstumssprung im kommenden Jahr durch die Verdichtung unserer Liefergebiete und die Expansion in neue Regionen“, sagt Picnic-Deutschlandchef Frederic Knaudt. Jetzt schon kommt das Unternehmen auf 6000 Bestellungen pro Woche, obwohl es erst in der Region Neuss und in Mönchengladbach aktiv ist.

Onlinehändler entdecken die ländlichen Gebiete

Ehrgeizige Pläne hat auch das Start-up Getnow, das mit der Metro zusammenarbeitet. Rund 100 Städte will das Unternehmen in den kommenden drei Jahren nach eigenen Angaben in sein Netz aufnehmen. Gestartet ist der Lieferdienst in Berlin und München. Seit November beliefert er nun von Neuss aus zahlreiche Städte im Rheinland.

Damit kristallisiert sich Nordrhein-Westfalen immer mehr als Bundesland mit der größten Konkurrenz im Onlinehandel heraus. Hatten die Händler sich zunächst auf Metropolen wie Berlin, München oder Hamburg beschränkt, erkennen sie nun, dass die Verdichtung des Liefergebiets auch in eher ländlichen Gebieten Kostenvorteile bei der Lieferung bietet.

„Unser Ziel ist es neben den Städten auch unterversorgte Gebiete in der Nähe zu Großstädten zu stärken“, kündigt Getnow-Chef Dominik Reinartz an. Die flächendeckende Belieferung einer ganzen Region soll nun erstmals erprobt werden und dann vorbildhaft für die weitere Expansion sein. Getnow greift auf das Sortiment der Metro zurück und beliefert die Kunden auf Wunsch innerhalb von 90 Minuten.

Die Start-ups setzen darauf, dass sich mit der zunehmenden Verbreitung ihres Geschäfts jetzt eine stärkere Dynamik entwickelt. „Mundpropaganda ist für uns der wichtigste Kanal für die Gewinnung von neuen Kunden“, so Picnic-Chef Knaudt.

Die Umfrage von YouGov scheint dies zu stützen. Denn sie zeigt, dass die Angebote bei der Mehrheit der Kunden einen positiven Eindruck hinterlassen. So sagen 54 Prozent der Befragten, die dieses Jahr bereits mindestens einmal online bestellt haben, dass sie auch im kommenden Jahr wieder Lebensmittel im Netz kaufen wollen. Und dann dürften sie die digitale Alternative zum Supermarkt sicherlich auch im Freundeskreis weiterempfehlen.

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