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Lebensmittellieferant Picnic

Neuss: Ein Fahrer des Lebensmittellieferanten Picnic blickt aus einem Fahrzeug.

(Foto: dpa)

Onlinehandel Picnic im Test: Lohnt sich der Lebensmittel-Lieferdienst?

Das Start-up Picnic liefert Lebensmittel mit Elektroautos nach Hause. Wie gut das funktioniert und ob die Preise mit dem Supermarkt um die Ecke mithalten können, haben wir für dich getestet.
  • Anna Franziska Veyhelmann
08.02.2019 - 09:19 Uhr Kommentieren

Dieser Artikel ist am 08. Februar 2019 bei Orange - dem jungen Portal des Handelsblatts - erschienen.

Losgehen, ein paar Taschen mitnehmen und ab zum Discounter um die Ecke. Ein wirklich schönes Einkaufserlebnis ist das meistens nicht, wenn ich mir zwischen sperrigen Einkaufswagen und suchenden Schnäppchenjägern meinen Weg bahnen muss – vom gefühlt ewigen Anstehen an der Kasse ganz zu schweigen. Zu Hause angekommen mühe ich mich dann dabei ab, die vollgepackten Tüten in den dritten Stock zu meiner Wohnung zu schleppen.

Picnic: Meine Erfahrungen mit dem Online-Supermarkt

Warum lasse ich mir das eigentlich nicht alles einfach liefern, so wie beim Klamottenkauf? Genug Möglichkeiten gibt es ja: Neben etablierten Anbietern wie Rewe, Real und Edeka stellen auch einige Start-ups per Klick zu – eines von ihnen ist Picnic, eine Lebensmittel-Bestell-App, die ich für euch teste.

Nach der Anmeldung lande ich auf Platz 167 der Warteliste für Neukunden. Ein Anruf bei Deutschlandchef Frederic Knaudt: Was ist da los? Er schaltet mich ausnahmsweise sofort frei. „In der Regel dauert es ein bis zwei Wochen, bis unsere Kunden frei geschaltet werden. Wir bemühen uns, dass es schnell geht.“

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    Der Andrang scheint wohl groß zu sein. Bisher macht der Lebensmittelhandel laut Handelsblatt zwar nur ein Prozent des Umsatzes im Internet, aber die Zahl der Kunden im Online-Lebensmittelhandel hat sich innerhalb von zwei Jahren verdreifacht. Frederic Knaudt verrät mir, dass Picnic pro Woche mehr als 6000 Bestellungen hat und neben den rheinischen Städten Meerbusch, Kaarst, Neuss und Mönchengladbach ab diesem Monat auch Krefeld ins Liefergebiet holt.

    Das niederländische Start-up macht einiges anders als beispielsweise die Lieferdienste von Rewe oder Amazon. Es hat eigene besonders schmale Elektrolieferwagen entwickeln lassen, die sich leichter be- und entladen lassen. Für die Lieferung gibt es keine Wunschzeiten, sondern für eine bestimmte Straße nur einen festen Termin pro Tag. Damit kann das Unternehmen die Touren besser bündeln und senkt so die Lieferkosten.

    Picnic-Preise: 29,18 Euro für 20 Lebensmittel

    Ob es wirklich schnell geht und die Produkte einwandfrei bei mir ankommen, möchte ich testen. Ich bestelle für knapp 30 Euro Lebensmittel über die App. Aus den bestellten Produkten möchte ich mir ein Frühstück, ein Mittag- und ein Abendessen zubereiten.

    Picnic Preisliste

    Während des Bestellvorgangs kann ich aus verschiedensten Lebensmitteln wählen: Obst, Backwaren, Tiefkühlgerichte – die Auswahl ist genau so groß wie beim Aldi um die Ecke. Meine Bestellung soll am nächsten Tag zwischen 14:45 und 15:45 Uhr ankommen. Am nächsten Tag kann ich dann, ähnlich wie bei MyTaxi oder Uber, über die App sehen, wo das Elektro-Lieferauto langfährt und wann es bei mir ankommt.

    Mittlerweile hat Picnic etwa 80 dieser Elektroautos und rund 300 Mitarbeiter. „Wir liefern nach dem Milchmann-Prinzip und fahren in einer Kette alle Kunden ab. Das ist der kostengünstigste Weg für uns. Dadurch können wir unseren Kunden die Lieferkosten ersparen“, sagt der Deutschlandchef. Gute Idee, denn nach Angaben des Bundesverbands für digitale Wirtschaft sagen 43 Prozent der Deutschen, dass die Lieferkosten ein Nachteil am Online-Lebensmittelkauf sind.

    Das Picnic-Sortiment kommt teilweise von Edeka

    Ähnlich viele geben an, dass der Einkauf im Netz online teurer sei als im Laden. Das Start-up machte es sich zur Aufgabe, diese Probleme zu beseitigen. „Wir garantieren unseren Kunden die günstigsten Preise ohne Lieferkosten ab einem Einkauf von 25 Euro“, so Frederic.

    Pünktlich um 15:20 Uhr steht Sebastian, ein Lieferant von Picnic, vor meiner Tür. Ein sympathischer junger Mann, Mitte 20, der mir die rote Lieferkiste bis in meine Küche trägt. Erstmal bin ich etwas irritiert, wegen der ganzen Plastiktüten, in denen meine Lebensmittel stecken. Das passt für mich so gar nicht zu den umweltschonenden Elektroautos.

    Als ob er meinen Blick bemerkt, erklärt Sebastian mir dann, dass Picnic ausschließlich Bio-Plastiktüten verwendet, die kompostierbar sind. Außerdem reicht er mir eine Schachtel Merci-Schokolade: „Für unsere Neukunden!“, sagt er – und grinst freundlich.

    Picnic liefert Lebensmittel in wiederverwendbaren Plastiktüten

    Als Sebastian weg ist, packe ich die Lebensmittel aus. Auf den ersten Blick sieht alles einwandfrei aus. Obst und Gemüse sind frisch, Milchprodukte kommen kühl bei mir an und sogar das Brot wirkt wie gerade gebacken.

    Picnic im Test: Ich kann mir vorstellen, in Zukunft Lebensmittel häufiger online zu bestellen

    Bei meiner Bestellung habe ich Produkte aus verschiedenen Preiskategorien gewählt. Neben Markenprodukten wie die Nudeln von Barilla ist vieles von „Gut & Günstig“, der Edeka-Eigenmarke. Das ist aber kein Wunder, denn Edeka Rhein-Ruhr ist als offizieller Partner an Picnic beteiligt, wie Frederic Knaudt mir verrät.

    Auswahl an Lebensmittel von Picnic

    So frisch sind meine Lebensmittel, wenn ich sie im Laden kaufe, häufig nicht. Denn wenn ich nach der Uni abends einkaufen gehe, ist der Laden meistens schon ziemlich abgegrast. „Wir haben einen Bäcker, der backt uns entsprechend der Bestellung beispielsweise genau 20 Brote, so werfen wir am Ende des Tages nichts weg“, erklärt mir Frederic Knaudt.

    Eindeutig ein Pluspunkt für Lebensmittel-Online-Shopping, denn laut der Naturschutzorganisation WWF werden allein in NRW jährlich vier Millionen Tonnen Lebensmittel weggeworfen. Das entspricht mehr als dem 500-fachen Gewicht des Pariser Eiffelturms.

    Für mich ist der größte Unterschied zum normalen Wocheneinkauf, dass das klassische Einkaufserlebnis fehlt. Während ich mich im Supermarkt häufig durch das große Angebot inspirieren lasse, suche ich in der App ganz gezielt nach den Produkten, die ich benötige. Anstatt mir selbst die Tomaten auszusuchen, die am leckersten aussehen, bekomme ich in der App ein perfektes Bild gezeigt. Ob die Lebensmittel dann nach meinen Vorstellungen bei mir ankommen, liegt in den Händen der Picnic-Mitarbeiter.

    Alles in allem hat es mich nur circa zehn Minuten Zeit gekostet, die Bestellung aufzugeben und ich habe vermutlich sogar Geld gespart, weil ich nur genau das eingekauft habe, was ich brauchte. Im Zeitfenster, in dem die Bestellung ankam, war ich sowieso zu Hause. Obwohl das Online-Shopping dieser Art irgendwie ungewohnt ist, kann ich mir vorstellen, dass ich in Zukunft häufiger meine Lebensmittel online bestelle.

    Mehr:Amazon startet neue Offensive bei Lieferung von Lebensmitteln

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