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Onlinehandel Viele kleinere Händler verweigern sich der Digitalisierung

Die Coronakrise hat gezeigt, wie gefährdet der stationäre Einzelhandel ist. Doch trotzdem haben nur 40 Prozent der Händler einen eigenen Webshop.
01.09.2020 - 04:06 Uhr Kommentieren
Viele kleinere Geschäfte tun sich schwer mit dem Onlinehandel. Quelle: Imago
Onlineshop

Viele kleinere Geschäfte tun sich schwer mit dem Onlinehandel.

(Foto: Imago)

Düsseldorf Eigentlich müsste es jedem Händler mittlerweile klar sein. „Um sein Geschäft fit für die Zukunft zu machen, muss sich jeder Händler mit der Digitalisierung auseinandersetzen“, mahnt Stephan Tromp, stellvertretender Hauptgeschäftsführer des Deutschen Handelsverbands (HDE). Ein Webshop oder zumindest Aktivitäten in sozialen Netzwerken sollten heute Standard sein.

Doch die Wirklichkeit sieht auch im Jahr 2020 häufig noch anders aus. Wie eine Umfrage unter 1400 Händlern zeigt, die das Forschungsinstitut ibi research an der Universität Regensburg zusammen mit dem Deutschen Industrie- und Handelskammertag (DIHK) durchgeführt hat, haben besonders kleinere Betriebe noch deutliche Defizite in der Digitalisierung.

Das überraschende Ergebnis der Studie, die dem Handelsblatt exklusiv vorliegt: Nur 39 Prozent der befragten Händler haben einen eigenen Webshop, gerade mal zehn Prozent ergänzen ihr stationäres Geschäft mit einer Präsenz auf dem Onlinemarktplatz Amazon.

Auffällig ist auch, dass die Händler keine große Entwicklung in Richtung E-Commerce erwarten. Im Schnitt machen die Unternehmen, die auch ein stationäres Geschäft betreiben, heute 85 ihres Umsatzes dort. In fünf Jahren erwarten sie nur eine leichte Senkung dieses Anteils auf 75 Prozent.

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    Dabei zeigt sich eine deutliche Spaltung der Branche. „Auffällig ist, dass es viele kleine Händler sind, die auf digitale Lösungen verzichten“, berichtet Georg Wittmann, Geschäftsführer bei ibi research und verantwortlich für die Studie. „Bei großen und mittleren Händlern sind digitale Helfer fester Bestandteil im Front- und Backoffice.“

    In der Coronakrise brach der Umsatz weg

    Dabei haben gerade die Zwangsschließungen infolge der Corona-Pandemie allen Händlern noch einmal drastisch vor Augen geführt, wie riskant es ist, sich nur auf ein stationäres Ladengeschäft zu verlassen. Vielen brach auf einen Schlag der komplette Umsatz weg. Weil sie sich nicht langfristig auf den Umstieg in den E-Commerce vorbereitet hatten, mussten etliche Händler hektisch umsteuern – mit meist dürftigen Ergebnissen.

    Ein Beispiel dafür ist der Discounthändler Tedi, mit mehr als 2000 Filialen eigentlich ein Großunternehmen. Doch den eigenen Onlineshop hatte es 2019 wieder geschlossen. In der Coronakrise dann experimentierte es spontan mit Verkäufen einzelner Artikel über Ebay – um zumindest etwas Umsatz zu retten.

    „Die Studie zeigt, dass der stationäre deutsche Einzelhandel sein klassisches Geschäftsmodell weiterentwickelt und die begonnene Digitalisierungsstrategie mit Hochdruck fortsetzen sollte. Die Coronakrise hat den E-Commerce gestärkt“, betont Ilja Nothnagel, Mitglied der Hauptgeschäftsführung des DIHK.

    Doch viele kleinere Geschäfte tun sich schwer mit dem Onlinehandel. Das liegt nicht nur daran, dass ihnen das Kapital dafür fehlt, wie die Umfrage zeigt. So nannten die Händler fehlende zeitliche Ressourcen und hohe rechtliche Anforderungen als wichtigste Gründe, nicht über einen eigenen Onlineshop zu verkaufen. Erst danach nannten sie die Kosten.

    Sehr groß sind bei vielen Händlern auch die Bedenken, über Onlinemarktplätze zu verkaufen. Hier wurde neben dem organisatorischen Aufwand und zu hohen Gebühren insbesondere die drohende Abhängigkeit vom Marktplatzbetreiber als Hindernis bezeichnet.

    Mehr: Einzelhandel droht „Insolvenzwelle von nie gekanntem Ausmaß“

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