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Jack Ma

Einem Bericht der „New York Times“ trat Alibaba entschieden entgegen.

(Foto: Reuters)

Onlineriese Doch kein Rücktritt? Große Verwirrung um Alibaba-Mitgründer Jack Ma

Ein Medienbericht, Jack Ma werde als Executive Chairman von Alibaba zurücktreten, erweist sich scheinbar als falsch. Einen Zukunftsplan soll es dennoch geben.
Update: 09.09.2018 - 16:25 Uhr Kommentieren

Peking, DüsseldorfDer bekannte chinesische Unternehmer Jack Ma hat jüngst nicht nur ein Duett mit der chinesischen Diva Wang Fei veröffentlicht, sondern war auch Hauptdarsteller eines Action-Kurzfilms, in dem er nach und nach acht andere Kung-Fu-Meister besiegt. Demnächst könnte er noch mehr Zeit haben für seine Hobbys wie Tai-Chi, Singen und gemeinnützige Aktivitäten.

Denn an seinem heutigen 54. Geburtstag will der Gründer und Chairman des chinesischen E-Commerce-Giganten Alibaba seine Nachfolgeregelung bekanntgeben.

Am Wochenende hatte es große Aufregung um Mas Zukunft gegeben: Eine Meldung der „New York Times“, Jack Ma wolle seinen Rücktritt verkünden, erwies sich scheinbar als falsch. Die „South China Morning Post“ (SCMP), die größte englischsprachige Tageszeitung in Hongkong, dementierte den Bericht.

Ma werde in der nächsten Woche zwar eine neue, langfristige Nachfolgestrategie für die Zukunft vorstellen, aber weiterhin Executive Chairman bleiben, erklärte ein Alibaba-Sprecher. Die Zeitung gehört mittlerweile der Alibaba-Gruppe und dürfte daher nähere Informationen zur Planung besitzen.

Dem Bericht der „New York Times“ zufolge wolle sich der gelernte Englischlehrer Ma künftig auf seine Stiftung konzentrieren und Bildungs- und Erziehungsprojekte im ländlichen China fördern. Seinen Posten solle der bisherige CEO Daniel Zhang übernehmen, hieß es weiter.

Rückzug auf Raten

Von einem Rücktritt oder Rückzug kann laut der SCMP allerdings keine Rede sein. Die Aussagen seien aus dem Zusammenhang gerissen worden und sachlich falsch, erklärte der Alibaba-Sprecher.

Ma vollzieht einen Rückzug auf Raten. 2014 gelang ihm mit seinem 25 Milliarden Dollar schweren Börsengang das bislang größte Aktiendebüt in der Geschichte der USA. Wenig später gab Ma bekannt, dass er sich aus dem Tagesgeschäft zurückziehen würde. Schon damals machte er den Weg für Daniel Zhang frei, der seit fast drei Jahren Alibaba als CEO führt.

Jack Ma ist und bleibt jedoch das Gesicht von Alibaba, das heute 420 Milliarden Dollar wert ist. Als Executive Chairman repräsentiert er die Gruppe und gibt die großen Linien in der Firmenstrategie vor. Selbst wenn Ma auch diesen Posten formell abgeben würde, dürfte er weiter eine wichtige Rolle für den Konzern behalten. Denn Alibaba stößt in China an seine Wachstumsgrenzen und braucht für die Internationalisierung Mas Bekanntheit sowie seine guten Verkaufskünste.

Er wird auch regelmäßig als der Jeff Bezos Asiens bezeichnet. Ähnlich wie der Amazon-Gründer schaffte es Ma, aus einem kleinen Internetportal einen global expandierenden Handels- und Entertainmentkonzern aufzubauen.

Der 54-Jährige ist in der chinesischen Bevölkerung wegen seines selbstironischen Humors und seiner Offenheit sehr beliebt. Erst nach vier Jahren schaffte er den Aufnahmetest fürs College. Sein Englisch polierte er als Touristenführer auf. Später flog er als Übersetzer in die USA, wo er zum ersten Mal einen Computer sah und das Internet kennen lernte. Er gründete seine erste Internetfirma, die schnell insolvent ging. Doch Ma gab nicht auf – gemeinsam mit Freunden gründete er 1999 Alibaba.

Inzwischen ist Alibaba auch im Cloud-Computing, als Fintech und in der Medien- und Filmbranche aktiv. Der Jahresumsatz liegt bei etwa 40 Milliarden Dollar. Viele der damaligen Gründer sind heute noch Partner oder in leitenden Positionen tätig. Jack Ma hält derzeit einen Anteil von 6,4 Prozent an Alibaba, hat aber wegen der komplexen Strukturen einen signifikant größeren Einfluss.

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