Operativ stärkstes Quartal Porto-Erhöhung und Paket-Boom – Post auf Rekordkurs

Deutsche-Post-Chef Frank Appel schreibt Firmengeschichte: Das dritte Quartal dieses Jahres ist für den Bonner Konzern das operativ stärkste aller Zeiten. Damit hatten selbst Analysten nicht gerechnet.
Update: 08.11.2016 - 09:23 Uhr 1 Kommentar

So laufen die Geschäfte bei der Deutschen Post

BonnDie Deutsche Post steuert dank ihres florierenden Paket-Geschäfts auf Rekordkurs. Das operative Ergebnis (Ebit) stieg im dritten Quartal auf 755 (Vorjahr: 197) Millionen Euro und legte damit stärker zu als von Analysten erwartet, wie die Post am Dienstag in Bonn mitteilte. Der Konzern habe damit „das operativ stärkste Quartal seiner Geschichte“ verzeichnet, sagte Post-Chef Frank Appel: „Wir sind auf gutem Wege, unsere ambitionierten Ziele für 2016 und darüber hinaus zu erreichen.“ Im wichtigen Weihnachtsgeschäft rechnet der Konzern mit weiteren Höchstmarken.

Der Umsatz ging hingegen im Quartal auf 13,9 (14,4) Milliarden Euro zurück. Grund dafür sei neben Währungseffekten der geänderten Ausweis von Umsätzen in einem großen Kundenvertrag. Bereinigt um diese Effekte hätte der Umsatz um 2,4 Prozent zugelegt. Die Gewinnerwartungen des Marktes übertraf der Bonner Konzern.

Analysten hatten mit einem Ebit von 717 Millionen Euro und einem Umsatz von 14,102 Milliarden Euro gerechnet. Seine Jahresprognose bekräftigte der Appel: Der operative Gewinn soll auf 3,4 bis 3,7 Milliarden Euro steigen – von 2,41 Milliarden Euro im Vorjahr.

Noch 2015 war der Bonner Konzern im dritten Quartal durch hohe Abschreibungen auf eine fehlgeschlagenen Umbau der Datenverarbeitung in der Frachtsparte nur knapp an einem Verlust vorbeigeschrammt. Diese Effekte fielen weg – der Konzerngewinn schnellte auch deshalb von 49 Millionen Euro auf 618 Millionen Euro in die Höhe. Der deutliche Gewinnanstieg wurde auch durch die Fortschritte bei der Sanierung der Frachtsparte möglich. Der Bereich – in den vergangenen Jahren Sorgenkind des Konzerns – steigerte den operativen Gewinn nach einem Verlust von 337 Millionen Euro vor Jahresfrist auf 63 Millionen Euro.

Die Post kommt damit 2016 weiter in Schwung. Der Konzern profitiert dabei auch von der Porto-Erhöhung in Deutschland. Die Post hatte die Preise zum Jahreswechsel so deutlich angehoben wie seit fast 30 Jahren nicht mehr. Beim Massenprodukt Standardbrief stieg das Porto von 62 auf 70 Cent.

Ein gelbes Sammelsurium
Schwindendes Kerngeschäft
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Nur noch ein Viertel trägt die Brief- und Paketzustellung zum 60 Milliarden Euro schweren Umsatz der Deutschen Post bei. Was kaum jemand weiß: Die Keimzelle des weltgrößten Logistikkonzerns ist 526 Jahre alt und geht auf den Habsburger Kaiser Maximilian zurück, der Franz von Taxis 1490 zu seinem Postmeister ernannte.

Gelb und Schwarz
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Noch heute trägt Deutschlands Post mit Gelb und Schwarz die Farben des österreichischen Herrschergeschlechts. Doch E-Mail und SMS verdrängen zunehmend Brief und Postkarte, sodass sich der Bonner Dax-Konzern auf benachbarte Geschäftsfelder konzentriert.

Eilige Zustellungen
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2002 kaufte die Deutsche Post den 1969 in San Francisco gegründeten Expressdienst DHL – und stieg damit in den Versand eiliger Sendungen ein. Über das weltweite Zustellnetz finden Dokumente und kleinere Ersatzteile ihren Adressaten oft schon am Folgetag der Sendungsaufgabe.

Schwere Lasten
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Ins internationale Speditionsgeschäft stieg die Deutsche Post 1999 mit dem Kauf des Frachtvermittlers Danzas ein. Seither gehören die Bonner, die dem neuen Geschäftsbereich später die Marke „DHL“ verpassten, zum Spitzentrio in der Luft-, See- und Lkw-Fracht.

Lagerservice
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Für umgerechnet 5,6 Milliarden Euro erwarben die Bonner 2005 den britischen Lagerservice-Anbieter Exel, um dessen Dienstleistungen danach unter der Marke „DHL“ anzubieten. In konzerneigenen Lagerhallen kommissioniert die Post-Tochter beispielsweise komplette Bausätze für Audi-Türen, um sie anschließend nach Ingolstadt zu liefern. Auch Pharmahersteller wie Stada sind Großkunden. Für sie verpackt DHL Medikamente und kommissioniert sie für die unterschiedlichen Absatzmärkte.

Lieferungen aus der Luft
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Seit drei Jahren tüftelt die Deutsche Post an unbemannten Flugobjekten, sogenannten Drohnen, die sie regelmäßig zur Nordsee-Insel Juist oder in den Alpen fliegen lässt. Über die Testphase ist das Projekt noch nicht hinausgekommen, weil behördliche Genehmigungen fehlen.

Supermarkt auf Rädern
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Durch den Einstieg beim Online-Versender Allyouneed ist die Deutsche Post seit kurzem auch Anbieter von Lebensmitteln. Innerhalb weniger Stunden liefert die Konzerntochter Erdbeeren, Hähnchenbrustfilets oder Katzenstreu bundesweit bis vor die Haustür.

Dem Unternehmen spielt zudem der ungebrochene Boom im Online-Handel in die Hände. Die Kunden bestellen bei Internet-Händlern von Amazon bis Zalando, Zusteller bringen die Pakete dann zum Verbraucher. Die Post rechnet nun auch im wichtigen Weihnachtsgeschäft mit einem neuen Rekord. Sie werde in Deutschland vor Weihnachten voraussichtlich mehr als acht Millionen Pakete am Tag ausliefern, hatte Finanzchefin Melanie Kreis jüngst im Reuters-Interview angekündigt. Auch Konkurrent UPS erwartet eine Rekord-Paketflut zu Weihnachten.

  • rtr
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1 Kommentar zu "Operativ stärkstes Quartal: Porto-Erhöhung und Paket-Boom – Post auf Rekordkurs"

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  • Nach wie vor gibt es in den "neuen" DHL-Delivery-Gesellschaften die gleiche Befristungspolitik, obwohl es anfangs anders verkündet wurde.
    Die "neue" Generation der Zusteller wird niemals, nicht mal annähernd, das Rentengrundeinkommen haben, obwohl wir die doppelte Leistung bringen müssen.
    Die Paketzahlen steigen stetig, aber nur die Wenigsten wollen für die DHL-Delivery arbeiten. Zumindest hier im Osten ist das so. Gründe sind oben aufgeführt.
    Der Sparwahn am Zusteller, ob Löhne, Arbeitskleidung oder Arbeitsmittel, macht uns alle kaputt!!!
    Ich kann die Leier vom "Aufschwung Post" nicht mehr hören/lesen.
    Es darf nicht vergessen werden, wer am Ende für diese Riesengewinne verantwortlich ist!
    Millionen scheffeln kann jeder, unseren Job nicht. Aber dankt es uns einer?

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