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Optiker Edel-Optics hofft auf Coronahilfe – Investor bestreitet Geldsorgen

Ein geplatztes Darlehen gefährde das Ziel Online-Marktführer zu werden, meint der Gründer von Edel-Optics. Doch ein wichtiger Geldgeber sieht das anders.
05.05.2020 - 15:26 Uhr Kommentieren
Edel-Optics-CEO Dennis Martens und Fußball-Nationalspieler Jérôme Boateng haben eine gemeinsam Brillenkollektion vorgestellt. Quelle: ddp images/Stoccy
Prominenter Geschäftspartner

Edel-Optics-CEO Dennis Martens und Fußball-Nationalspieler Jérôme Boateng haben eine gemeinsam Brillenkollektion vorgestellt.

(Foto: ddp images/Stoccy)

Hamburg Dennis Martens hat prominente Geschäftspartner. Der Fußballer Jerome Boateng, der Musiker Dieter Bohlen und die Moderatorin Sylvie Meis wirken beim Entwurf von Brillenkollektionen mit. Entsprechend kann der Gründer von Edel-Optics auf hohe Wachstumsraten verweisen: Um durchschnittlich fast 50 Prozent sei der Online-Optiker seit der Gründung gewachsen – jedes Jahr.

Doch die Corona-Krise beunruhigt Martens und seinen Co-Geschäftsführer Marijo Sarac: Die Pandemie bringe die Arbeit der letzten zehn Jahre in Gefahr. Denn in der Krise sei überraschend ein wesentlicher Kreditgeber weggefallen, mit dessen Geld Edel-Optics seine Lagerbestände finanziert. „Wir haben jetzt ein Riesenproblem – und keine Möglichkeit, an staatliche Hilfen zu kommen“, sagt Martens.

Das Problem aus seiner Sicht: Hilfsprogramme etwa mit KfW-Krediten sollen nur gesunden Unternehmen zugute kommen. Das sind laut der Förderrichtlinien solche Firmen, die in den vergangenen Jahren Gewinne ausweisen konnten. Als Wachstumsunternehmen hat Edel Optics zwar die selbst gesetzten Ziele erreicht, dafür aber bewusst viel Geld ausgegeben.

Der jüngste im Bundesanzeiger verfügbare Jahresabschluss von 2017 zeigt 1,7 Millionen Euro Verlust. „Wir fallen durchs Förderraster, weil wir in der Vergangenheit Verluste fürs Wachstum in Kauf genommen haben“, sagt er. Er hofft nun, dass die Förderung so überarbeitet wird, dass auch Unternehmen in der Wachstumsphase berücksichtigt werden. Seine Befürchtung: Die Krise könne sonst eine ganze Generation innovativer Unternehmen hinwegspülen.

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    KfW-Darlehen bekommen Unternehmen über ihre Hausbank, doch dafür müssen sie generell kreditwürdig sein. Daher kommen sie für Start-ups, die bewusst mit Verlusten arbeiten, nicht in Frage. An solche Wachstumsunternehmen richtet sich ein zusätzliches Start-up-Programm des Bundes in der Coronakrise: Förderfonds sollen dazu Investitionsrunden von Risikokapitalgebern aufstocken. Doch um eine solche Eigenkapitalrunde geht es Martens nicht.

    „Wir wollen keinen Zuschuss, sondern uns reicht ein Darlehen“, sagt er. Auch für das Start-up-Notprogramm der landeseigenen Hamburger Förderbank IFB qualifiziert sich sein Unternehmen nicht: Es unterstützt nur Unternehmen mit bis zu 50 Mitarbeitern mit bis zu 100.000 Euro bedingt rückzahlbarer Förderung.

    Doch bei Edel-Optics geht es um immerhin 130 Mitarbeiter, das Online-Geschäft und vier Filialen – und um große Pläne. In zwei Jahren will Edel-Optics europäischer Marktführer unter den Online-Optikern werden und dafür Mr. Spex überholen.

    Investor bestreitet Geldsorgen

    Von der Ambition zeugt, dass Martens als Sponsor die Namensrechte für eine große Veranstaltungshalle in seiner Heimatstadt Hamburg erworben hat und eine Neueröffnung in der City plant. 2020 sollte der Umsatz der Hamburger von 22,5 Millionen auf 40 Millionen Euro wachsen. Noch zu Beginn des Jahres kamen neue Mitarbeiter dazu.

    Diese Pläne sind jetzt in Gefahr. Der 43-jährige Betriebswirt Martens fürchtet, bei ausbleibender Finanzierung in eine Abwärtsspirale zu geraten: Ohne großen Lagerbestand könnte Edel-Optics nicht mehr so schnell liefern, wie es die Online-Kunden erwarten. Daher ist ein radikaler Sparkurs für ihn keine echte Option.

    Klar ist aber auch: „Einfach so weiter machen können wir nicht mehr lange.“ Die Suche nach Geldgebern für den benötigten mittleren Millionenbetrag gestaltet sich schwierig: Banken reichten Brillen als Sicherheit nicht aus, Risikokapitalgeber zögerten wegen der Krise. „Nur wenige wollen jetzt wirklich kurzfristig Chancen nutzen“, sagt Martens. Edel-Optics laufe die Zeit davon.

    Unklar bleibt jedoch, wieso konkret das Darlehen ausgefallen ist und ob der Ausfall eindeutig mit der Coronakrise zusammenhängt, da Martens den privaten Kreditgeber nicht nennen will. Gesellschafter von Edel-Optics sind neben den Gründern die Hamburger Beteiligungsgesellschaft Hevella Capital des Immobilienunternehmers und Risikokapitalgebers Rolf Elgeti.

    Der frühere Commerzbank-Analyst und TAG-Chef hatte 2018 die Kreditplattform Creditshelf an die Börse gebracht, musste aber bereits vor der Corona-Krise einige Rückschläge hinnehmen. So brach der Aktienkurs des börsennotierten Start-ups Staramba deutlich ein, an dem Elgeti beteiligt ist. Das ist jedoch nur ein kleiner Teil seiner vielfältigen Aktivitäten.

    Er unterstütze Edel-Optics unverändert, sagte Elgeti dem Handelsblatt: „Wir haben Edel-Optics bereits recht signifikante Gesellschafterdarlehen gegeben und haben auch weitere in Größenordnungen zugesagt.“ Eine Finanzierungslücke gebe es seines Wissens nicht.

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