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Outdoor-Marke Patagonia nutzt Gewinn aus Trumps Steuerreform für Protestaktion gegen Trump

Rose Marcario gehört wider Willen zu den Profiteuren von Trumps Steuerreform. Ihre Mehreinnahmen verwendet die Unternehmerin für eine Protestaktion gegen den US-Präsidenten.
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Patagonia profitierte wider Willen von der Steuerreform des US-Präsidenten. Quelle: dpa
Donald Trump

Patagonia profitierte wider Willen von der Steuerreform des US-Präsidenten.

(Foto: dpa)

DüsseldorfMit ihrer Outdoor-Marke Patagonia hat Rose Marcario in den vergangenen zwölf Monaten satte zehn Millionen Dollar mehr Gewinn gemacht als im Vorjahreszeitraum. Ein Grund zur Freude – sollte man meinen. Hätte die US-Unternehmerin jedoch frei entscheiden können, hätte sie auf die Mehreinnahmen lieber verzichtet.

Der Grund: Sie sind das Ergebnis von Donald Trumps Steuerreform, die US-Unternehmen seit Ende des vergangenen Jahres kräftige Steuererleichterungen beschert. Für Konzerne, die bis vor einigen Monaten noch 35 Prozent Steuern zahlen mussten, gilt seit Anfang des Jahres nur noch ein Steuersatz in Höhe von 21 Prozent. Das ist deutlich unter dem OECD-Durchschnitt.

Anstatt den daraus resultierenden höheren Gewinn in das eigene Unternehmen zu investieren, wie vom US-Präsidenten gewünscht, nutzt die Patagonia-Chefin das Geld für einen Zweck, der Trump so überhaupt nicht passen dürfte: Sie spendet die Mehreinnahmen an Umweltorganisationen, die sich für den Klimaschutz einsetzen.

Denn während Trump bekennender Klimaschutz-Gegner ist („Globale Erderwärmung ist ein totaler und sehr teurer Scherz“), engagiert sich die Unternehmerin bereits seit Jahren für den Umweltschutz.

Ihre Spende ist durchaus als Protest-Aktion gegen den mächtigsten Mann der USA zu verstehen. In einem Blogeintrag in dem Karrierenetzwerk Linkedin schreibt Marcario, dass Trumps Steuersenkungen fahrlässig seien.

Ein verantwortungsbewusstes Unternehmen zu sein, bedeute, in angemessener Höhe Steuern zu zahlen, die für den Naturschutz und das Wohlbefinden der Bevölkerung verwendet werden. „Unser Planet braucht das Geld dringender als wir“, heißt es in ihrem Statement weiter.

Die Entscheidung, das Geld an Umweltorganisationen zu spenden, sei nach Veröffentlichung des US-Klimareports National Climate Assessments (NCA) Anfang dieser Woche gefallen. Die Autoren warnen darin davor, dass sich die Naturkatastrophen in den USA durch die Erderwärmung verschärften. Wetterextreme fänden bereits „häufiger, intensiver, weiter verbreitet und von längerer Dauer“ statt.

Naturkatastrophen haben den Wissenschaftlern zufolge allein seit 2015 fast 400 Milliarden Dollar gekostet. Bis Ende des Jahrhunderts dürften sich demnach jährliche Verluste in einigen Wirtschaftsbranchen auf Hunderte Milliarden Dollar belaufen.

Trump wollte von den Warnungen der Forscher wenig wissen. Teile des Berichts habe er gelesen, die seien „in Ordnung“. Den Teil über die möglichen wirtschaftlichen Einbußen durch einen Klimawandel kommentierte der US-Präsident lediglich mit den Worten: „Ich glaube es nicht“.

„Einfach böse“

Nach Marcarios Ansicht war Washingtons Reaktion auf den Bericht unzureichend, den Klimawandel zu leugnen sei „einfach böse“.

Patagonia wurde 1973 gegründet und beschäftigt mehrere Hundert Mitarbeiter. Das Unternehmen mit Sitz in Ventura engagiert sich seit Jahren für den Umweltschutz.

So appellierte der Hersteller von Outdoor-Bekleidung 2011 am Rabattschlachttag Black Friday in seiner Werbung an die Kunden, sich an dem Aktionstag nur eine Jacke zu kaufen, wenn sie diese auch tatsächlich benötigen. 2017 startete das US-Unternehmen sein Programm „Worn Wear“ (zu Deutsch: getragene Kleidung), das darauf abzielt, Kleidung bereits nach Jahren der Nutzung zu reparieren oder sie zu neuer Kleidung zu recyceln.

Mit Agenturmaterial.

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1 Kommentar zu "Outdoor-Marke: Patagonia nutzt Gewinn aus Trumps Steuerreform für Protestaktion gegen Trump"

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  • Sehr gute Reaktion der Marke Patagonia! Es ist zu wünschen, dass weitere US-Unternehmen diesem Beispiel folgen und damit ein Zeichen gegen den präsidialen Klimaleugner setzen.