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Outdoor-Trends Die neue Lust am Wandern

Die Deutschen zieht es in die Natur. Dafür kaufen sie so viele Bergstiefel wie nie. Hersteller wie das bayerische Familienunternehmen Meindl kommen mit der Produktion gar nicht mehr hinterher.
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Die Deutschen zieht es in die Natur. Davon profitieren die Schuhproduzenten. Quelle: dpa
Der Berg ruft

Die Deutschen zieht es in die Natur. Davon profitieren die Schuhproduzenten.

(Foto: dpa)

FriedrichshafenSeit mehr als 300 Jahren stellen die Meindls im oberbayerischen Kichanschöring Schuhe her. Mal lief das Geschäft besser, mal schlechter. So gut wie dieses Jahr allerdings ging es dem Familienunternehmen aus der Nähe von Traunstein noch nie. „Wir können gar nicht so viele Stiefel liefern wie wir Aufträge bekommen“, betont Lukas Meindl, der die traditionsreiche Firma mit seinem Bruder Lars führt.

Meindl ist kein Einzelfall. Die Deutschen greifen beherzt zu wetterfestem Schuhwerk. Der mittelständische Meindl-Konkurrent Lowa ist inzwischen die umsatzstärkste Outdoor-Marke bei Intersport, Deutschlands größter Sporthandelskette. Meindl folgt auf Rang vier. Die zwei bayerischen Anbieter liegen damit weit vor internationalen Wettbewerbern wie Salomon oder The North Face.

Bei Intersport, aber auch bei Wettbewerber Sport 2000, sind die Umsätze der Schuhproduzenten in den ersten fünf Monaten des Jahres kräftig geklettert. Das ist nicht selbstverständlich, denn insgesamt wächst das Outdoor-Geschäft kaum noch.

Das größte Problem für die Schuhhersteller: Es fällt ihnen schwer, geeignetes Personal zu finden, um all die Bestellungen abzuarbeiten. Meindl und Lowa stellen ihre hochwertigen Modelle in der bayerischen Heimat her, wo schon seit Jahren Vollbeschäftigung herrscht. Dazu kommt, dass die Arbeit körperlich anstrengend ist, „das will kaum noch jemand machen“, ärgert sich Lukas Meindl. Doch selbst für die Produktionsstätten in Ost- und Südosteuropa tun sich die Hersteller schwer, Leute anzuheuern. In Ländern wie Ungarn stehen sie in Konkurrenz mit der Autobranche.

„Wir können gar nicht so viele Stiefel liefern wie wir Aufträge bekommen.“ Quelle: PR
Lukas (links) und Lars Meindl

„Wir können gar nicht so viele Stiefel liefern wie wir Aufträge bekommen.“

(Foto: PR)

Dass die Deutschen sich verstärkt mit Allwetterschuhen eindecken, hat viele Gründe. Einerseits entdecken immer mehr Menschen die Natur und besorgen sich dafür die richtige Ausrüstung. Regenjacken besitzen die meisten schon, aber an geeigneten Schuhen mangelt es. Zudem bieten die Hersteller eine immer breitere Auswahl an, mit denen sie auch die Hundehalter ansprechen oder Ausflügler. Mit frischen, bunten Farben stellen sich die Wanderschuh-Marken zudem dem Wettbewerb von Turnschuhproduzenten.

In Friedrichshafen am Bodensee zeigen noch bis Mittwoch fast 1000 Outdoor-Marken ihre neuesten Produkte. Die Outdoor-Messe ist der größte Treff der Branche weltweit. Der Trend bei den Schuhen geht dabei einerseits zu immer leichteren Modellen. Häufig verzichten die Hersteller dabei auf Leder, das Obermaterial aus Kunststoff wird gestrickt. Andererseits sind traditionelle, zwiegenähte Stiefel wieder im Kommen.

Das sind die neuesten Trends der Sportwelt
Garmin Fenix 5 Serie
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Die Garmin-Familie bekommt in diesem Jahr Zuwachs: Die Fenix 5 Serie punktet mit einem Chroma-Display, verbesserter Elevate-Herzfrequenztechnologie, erweitertem Activity-Tracking, Multisport-Funktionen, Smart-Notifications und der Connect IQ-App. Die GPS-Sportuhr beinhaltet vorinstallierte topographische Landkarten zur verbesserten Navigation. Auf den Markt kommen sollen die neuen Modelle, die von Sportlern schon sehnsüchtig erwartet werden, noch im ersten Quartal.

(Foto: Carina Kontio)
Fenix 5 S
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Für Aufsehen sorgt auf der Sportmesse vor allem die schlankere Variante Fenix 5 S (hier links im Bild) der ursprünglich doch recht dicken Vorgänger-Version Fenix 3. Praktische Neuerung: die Armbänder der neuen Fenix-Reihe lassen sich durch einen Clip schneller und einfacher wechseln als früher.

(Foto: Carina Kontio)
Polar M200
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Auf Augenhöhe mit Garmin und Suunto: Der finnische Herzfrequenz-Experte Polar stellte unter anderem die M200 in den Fokus – eine GPS-Laufuhr für Laufeinsteiger mit Pulsmessung am Handgelenk, die auch rund um die Uhr die tägliche Aktivität aufzeichnen und Smart Notifications anzeigen kann.

Tomtom Runner 3
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Mit Herzfrequenzmessung am Handgelenk will auch der Hersteller Tomtom bei den Sportlern punkten. Die neue Multisport-Uhr Runner 3 wartet jetzt neben GPS, Pulsmesser, MP3-Player und Fitnesstracker auch mit einer Routenfunktion auf.

Iofit Smart Shoes
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Iofit ist ein intelligenter Schuh mit Sensoren in den Sohlen, die Balance, Haltung und Technik analysieren - Daten, die nur am Fuß des Golfers gemessen werden können. Er übermittelt Echtzeitdaten und Tipps an eine Smartphone-App, durch die Training, Spielleistung und Gesundheit optimiert werden können. Preis: 359 Dollar

(Foto: Carina Kontio)
On Cloudflow
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Der spezielle Zero-Gravity-Schaum des Laufschuhs Cloudflow der Schweizer Firma On dämpft jeden Schritt – und es läuft sich quasi wie auf Wolken. 18 Cloud-Elemente verbinden sich fest und bilden eine solide Basis für den kraftvollen Antritt. Eine spezielle Konstruktion in der Mittelsohle stützt das natürliche Abrollen; die Verstärkung im Vorderfuß verbessert die Beweglichkeit.

(Foto: Carina Kontio)
On Cloudflash
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Beim Modell Cloudflash bieten 14 kleine Cloud-Elemente Zugkraft. Das Speedboard in der Mittelsohle lädt sich mit Aufprallenergie auf und gibt sie beim Abstoßen wieder an den Läufer ab. Die innovative Hybrid-Einlage bietet extra-Komfort und die Performance-Ferse schmiegt sich perfekt an. Der Cloudflash ist „Made for Speed“.

(Foto: Carina Kontio)

Die Europäer geben im Jahr mehr als 11 Milliarden Euro für Outdoor-Ausrüstung aus, also für Regenjacken und Wanderstiefel, aber auch für Kletterhelme und Schlafsäcke. Die Hersteller kamen 2016 auf einen Umsatz von knapp 5,5 Milliarden Euro, etwa drei Prozent mehr als im Vorjahr. Den größten Anteil machen die Textilien aus, rund ein Drittel entfällt dabei auf Schuhe.

Allerdings nimmt auch der Wettbewerb zu. So baut der Sportartikel-Riese Adidas sein Outdoor-Geschäft Jahr für Jahr aus. „Adidas wächst mit seinen Schuhen“, betont Intersport-Vorstand Jochen Schnell.

Fabrikbesitzer Meindl beeindruckt das nicht. Der Unternehmer rechnet fest damit, dass die Deutschen ihre neu gewonnene Lust am Wandern nicht so schnell wieder verlieren – und expandiert deshalb: Vergangenes Jahr hat er ein neues Versandzentrum eingeweiht, dieses Jahr die Büros umgebaut. Vielleicht lassen sich mit den modernen Gebäuden ja ein paar neue Mitarbeiter ins malerische Kirchanschöring locken.

So versucht die Outdoor-Branche auch Indoor zu punkten

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