Outlet-Center Städte hoffen auf die Schnäppchen-Paradiese

Viele Städte wollen mit Outlet-Centern die heimische Wirtschaft ankurbeln – und machen sich teilweise gegenseitig Konkurrenz. In Duisburg soll der größte Fabrikverkauf Deutschlands entstehen. Experten sind skeptisch.
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Auf dem ehemaligen Güterbahnhof-Areal in Duisburg soll ein Designer-Outlet-Center entstehen. Quelle: dpa
Geplantes Outlet-Center

Auf dem ehemaligen Güterbahnhof-Areal in Duisburg soll ein Designer-Outlet-Center entstehen.

(Foto: dpa)

DuisburgEs ist ein erbitterter Kampf, den zahlreiche Städte und Gemeinden in Deutschland untereinander ausfechten. So etwa im Bergischen Land und im Ruhrgebiet. Dort sind derzeit gleich mehrere Outlet-Center in Planung.

Im City Outlet in Wuppertal entstehen 150 Läden mit 30.000 Quadratmetern Verkaufsfläche. Ende des Jahres sollen die ersten 65 Shops mit 10.000 Quadratmetern eröffnen. Das Designer Outlet Remscheid soll bis zu 130 Shops mit 20.000 Quadratmetern geben. Die Eröffnung ist für Ende 2017 anvisiert. In Solingen stocken die Pläne für ein „Urban Outlet“. In Duisburg soll nun der deutschlandweit größte Fabrikverkauf entstehen.

Das sind Deutschlands größte Outlet-Center
Platz 13: Bad Münstereifel
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In Bad Münstereifel, einem kleinen Städtchen nahe Bonn, kann man seit 2014 auf Schnäppchenjagd gehen. Verkaufsfläche vom „City Outlet“: 9000 Quadratmetern.

Quelle: ecostra

Platz 12: Soltau
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Das „Designer Outlet Center“ in Soltau sieht aus wie eine Kleinstadt aus Geschäften, 9900 Quadratmetern stehen hier zur Verfügung. Hier ist alles noch recht neu, eröffnet wurde erst im Jahr 2012.

Platz 11: Brehna
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Seit April 2016 gibt es das Outlet-Center in Sandersdorf-Brehna (Sachsen-Anhalt). Neben der A9 im Ballungsraum Halle/Leipzig werden auf 10.000 Quadratmetern Verkaufsfläche in 40 Läden rund 100 Marken angeboten.

Platz 10: Montabaur
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Ebenfalls noch relativ neu ist das „Fashion Outlet“ in Montabaur, das am 30. Juli 2015 eröffnet wurde. Auf 10.000 Quadratmetern kann hier eingekauft werden.

Platz 9: Ochtrup
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Das „Factory-Outlet“ in Ochtrup wirkt wie eine kleine Stadt für sich, ein Marken-Geschäft reiht sich auf 11.650 Quadratmetern ans nächste. Eröffnet wurde hier im Jahr 2004.

Platz 8: Wertheim
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Das Outlet „Wertheim Village“ bietet über 110 Geschäfte und Gastronomiehäuser sowie einen großen Kinderspielplatz. Mit 13.500 Quadratmetern hat das Outlet fast 2000 Quadratmeter Verkaufsfläche mehr als das in Ochtrup. Wertheim liegt im Norden von Baden-Württemberg und grenzt direkt an die Bundesländer Hessen und Bayern.

Platz 7: Wolfsburg
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Die Stadt Wolfsburg hat weitaus mehr zu bieten als das VW-Werk: Zum Beispiel ein eigenes Outlet Center. Das „Designer Outlets“ belegt mit 14.000 Quadratmetern Platz sieben im Ranking. Ganz ohne geht es aber doch nicht: Hinter dem Outlet ragt das riesige VW-Werk hinaus.

Outlets gelten für Bürgermeister, Stadtentwickler und Investoren als Ausweg. Im Kampf gegen sinkende Umsätze in stationären Geschäften durch den boomenden Online-Handel gelten die Schnäppchen-Paradiese als Trumpfkarte. „Wir sehen da einen Boom“, sagt Marco Atzberger, Geschäftsführer des Handelsforschungsinstituts EHI.

Denn angesichts zurückgehender Einnahmen in vielen Innenstädten wecken Fabrikverkaufszentren Hoffnungen auf neue Arbeitsplätze und Umsätze auch über die Stadtgrenzen hinaus – und damit auf steigende Steuereinnahmen.

Gestartet als Fabrikverkauf, in dem B-Ware und Teile aus der Vorjahreskollektion verramscht wurden, hat sich der Vertrieb über Outlets bei auch vielen Firmen zum dritten Absatzkanal neben dem normalen und dem Onlinegeschäft gemausert.

Adidas etwa betrieb Ende vergangenen Jahres 851 sogenannte Factory Outlets – überall, nur nicht in den tatsächlichen Fabriken in Fernost. Der Sportartikelhersteller erzielte damit 2014 einen Umsatz von 1,6 Milliarden Euro, gut zehn Prozent von den gesamten Erlösen des Konzerns.

Die Sorgen um die Innenstädte, die noch bis vor Jahren in den Rathäusern der Republik vorherrschten, gehören in zahlreichen Städten und Gemeinden mittlerweile der Vergangenheit an, sagt Handelsforscher Atzberger. „Negative Konsequenzen werden in Kauf genommen. „Outlets sollen zum Rettungsanker werden, wenn der eigene Einzelhandel nicht mehr läuft“, pflichtet ihm auch Experte Joachim Stumpf von der Handelsberatung BBE bei.

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