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Paketdienst Hermes investiert kräftig und sorgt sich wegen Fahrernachwuchs

Der Markt für Paketdienste boomt. Hermes will mit 500 Millionen Euro eine Infrastruktur-Offensive starten. Einzige Bremse: Der Arbeitsmarkt.
Update: 11.04.2018 - 15:14 Uhr Kommentieren
Neben der DHL ist Hermes der zweitgrößte Paketdienst in Deutschland. Bereits im letzten Jahr konnte der Konzern seinen Umsatz um 12 Prozent steigern. Quelle: dpa
Hermes

Neben der DHL ist Hermes der zweitgrößte Paketdienst in Deutschland. Bereits im letzten Jahr konnte der Konzern seinen Umsatz um 12 Prozent steigern.

(Foto: dpa)

HamburgDer zweitgrößte deutsche Paketdienst Hermes erwartet in den kommenden Jahren ein stürmisches Wachstum des Marktes und fährt deshalb seine Investitionen hoch. Bis 2020 werde das Tochterunternehmen des Handels- und Dienstleistungskonzerns Otto Group rund 500 Millionen Euro zusätzlich investieren, kündigte Europa-Chefin Carole Walker am Mittwoch in Hamburg an. Damit werde Hermes die Infrastruktur der Gruppe ausbauen, kundennahe Dienstleistungen verbessern und die Digitalisierung vorantreiben.

Im abgelaufenen Geschäftsjahr stieg der Hermes-Umsatz um zwölf Prozent auf 3,1 Milliarden Euro. Das Unternehmen transportierte in Europa 766 Millionen Sendungen, das waren 15 Prozent mehr als im Vorjahr. Walker sprach vom bislang erfolgreichsten Jahr der Firmengeschichte. Und die Wachstumserwartungen für die kommenden Jahre sind noch höher und reichen bis zu mehr als 20 Prozent. Die Zahl der Mitarbeiter stieg um acht Prozent auf 15.300.

Doch trotz der guten Zahlen sieht sich Hermes vor mehreren großen Herausforderungen. „Allein in Deutschland wird sich der Markt in den kommenden sieben Jahren auf rund drei Milliarden Pakete verdoppeln“, sagte Deutschland-Chef Frank Rausch. Rund 70 Prozent der Sendungen seien für urbane Ballungsgebiete bestimmt, was zu logistischen Problemen auf der „letzten Meile“ führe. Dazu komme ein nochmals deutlich verschärfter Wettbewerb. „Da lastet Druck auf dem gesamten Geschäftsmodell“, sagte Rausch. „Die Branche steht vor einer Zäsur und muss die Distributionssysteme neu denken.“

In einigen Jahren, so Rausch, werde die Zustellung an der Haustür noch stärker ergänzt durch Paketshops oder ähnliche Lösungen, bei denen sich die Empfänger die Sendungen in ihrer unmittelbaren Nachbarschaft abholen. Die Lieferfahrzeuge werden nach und nach auf Elektrobetrieb umgestellt. Darüber hinaus denkt Hermes über weitere alternative Zustellmethoden nach, so wie Lastfahrräder oder automatische Vehikel. Fahrer und Kunden erhalten neue Geräte oder Apps, mit denen der gesamte Zustellprozess schneller, effektiver und vor allem transparenter wird.

Als größtes Problem und mögliche Bremse für das Wachstum hat Rausch jedoch den Arbeitsmarkt identifiziert. Es seien kaum noch Paketfahrer zu finden. „Wir müssen das Berufsbild verbessern“, sagte der Deutschland-Chef. Hermes werde in Deutschland die Preise um 4,5 Prozent erhöhen, um die rund 12.000 Fahrer besser bezahlen zu lassen. Die sind nicht bei Hermes angestellt, sondern bei selbstständigen Subunternehmern und erhalten gegenwärtig einen mittleren Stundenlohn von ungefähr 9,50 Euro. „Wir können viele Flüchtlinge in den Arbeitsmarkt integrieren“, sagte Rausch. Schon jetzt hätten rund 40 Prozent der Fahrer einen Migrationshintergrund.

  • dpa
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