Benachrichtigung aktivieren Dürfen wir Sie in Ihrem Browser über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts informieren? Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Fast geschafft Erlauben Sie handelsblatt.com Ihnen Benachrichtigungen zu schicken. Dies können Sie in der Meldung Ihres Browsers bestätigen.
Benachrichtigungen erfolgreich aktiviert Wir halten Sie ab sofort über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts auf dem Laufenden. Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Jetzt Aktivieren
Nein, danke

Pandemie Fitnessbranche reagiert verhalten auf Corona: McFit prüft bundesweite Schließungen

Bislang ignoriert die Fitness-Branche in der Krise die Warnungen und macht weiter, bis die Behörden einschreiten. Das könnte sich jetzt ändern.
16.03.2020 - 14:14 Uhr Kommentieren
Coronakrise Folgen: Fitnessunternehmen McFit prüft bundesweite Schließungen Quelle: dpa
McFit-Studio

Die Kette erwägt, in ganz Deutschland ihre Studios dichtzumachen.

(Foto: dpa)

Hamburg „Fit in den Frühling“: Die Online-Werbung vom McFit liest sich derzeit noch wie aus einer anderen Zeit. Die Fitnesskette hat an diesem Montag, ebenso wie andere große Anbieter, trotz Corona-Pandemie weiter in all denjenigen Bundesländern geöffnet, die bisher keine Schließung angeordnet haben. Während nahezu ganz Europa die Bürger um Selbstisolierung bittet, wirbt die Branche mit Sonderangeboten.

Doch dass Verantwortung für die Gesellschaft übernehmen anders aussieht, kommt offenbar langsam beim deutschen Marktführer an. „Aktuell prüfen wir, inwiefern wir unsere Studioschließungen unabhängig von den behördlichen Anordnungen ausweiten“, sagte eine McFit-Sprecherin dem Handelsblatt.

Ein koordiniertes Handeln unter den Ketten gibt es dabei offenbar nicht. Von Absprachen sei ihm nichts bekannt, sagte Alexander Wulf, Sprecher des Branchenverbands DSSV. Der Verband habe bereits vor zwei Wochen seinen Mitgliedern verschärfte Desinfektionsmaßnahmen empfohlen. Momentan ist die offizielle Regelung uneinheitlich: Die Betreiber müssen die Studios auf Anordnung der Länder schließen.

Bislang sind die meisten Ketten zu mehr nicht bereit. „Wir machen nur dann zu, wenn wir Erlasse erhalten“, sagte etwa ein FitX-Sprecher. Die Kette wolle den Kunden so lange wie möglich Service bieten. Zusätzliche Desinfektionsmittelspender und Hygienehinweise sollen helfen, außerdem fallen die Gruppenkurse aus. Dennoch bekomme die Kette viele Nutzeranfragen – und beantwortet daher vielgestellte Frage auf ihrer Homepage.

Top-Jobs des Tages

Jetzt die besten Jobs finden und
per E-Mail benachrichtigt werden.

Standort erkennen

    Mehrere Studioketten – etwa Holmes Place und Aspria – teilten ihren Mitgliedern bereits Ende vergangener Woche mit, Sportkurse würden künftig damit enden, dass alle Teilnehmer das benutzte Equipment reinigen. Aspria will zudem auf Saunaaufgüsse verzichten, da Viren durch Handtuchwedeln verbreitet werden könnten, wie die Kette in einer Rund-E-Mail an ihre Mitglieder schrieb.

    Auch Holmes Place schließt bislang nur Clubs in Berlin, Hamburg und Lübeck, Aspria hält die Filiale in Hannover offen. Fitness First hat seine Filialen nur in Berlin, Potsdam, Hamburg, Kassel und Stuttgart gesperrt.

    Weniger Kosten, aber keine Neumitglieder

    Eine Schließung sei immer ungünstig für das Geschäft, sagte Verbandssprecher Wulf. So können etwa keine neuen Mitglieder angeworben werden. Kritisch ist die Lage auch für die selbstständigen Trainer, denen die Existenzgrundlage wegbricht. Für die Fitnessbranche hat eine Schließung aber auch Vorteile: Vor allem die Unternehmen, die auch Wellness und Schwimmbecken anbieten, sparen einiges an Betriebskosten.

    Auch freiberufliche Trainer müssen nicht bezahlt werden. Ob die Ketten im Gegenzug Mitgliedsbeiträge zurückerstatten, ist noch offen. Dennoch wäre die Krise eine Gelegenheit für Unternehmen zu demonstrieren, dass sie es mit dem Gesundheitsschutz ernstnehmen. Das zeigen die Erfahrungen anderer Betreiber von öffentlichen Einrichtungen.

    Denn ein Schlingerkurs bleibt negativ in Erinnerung: So sollte etwa die Deutschland-Premiere des „Harry Potter“-Theaterstücks in Hamburg zunächst dadurch gesichert werden, dass der Veranstalter einige Hundert Karten stornierte, um unter der zeitweise gültigen Grenze von 1000 Besuchern zu bleiben.

    Das entsprach zwar den Buchstaben der Verordnung, aber nicht dem Sinn – und vor allem nicht dem Ernst der Lage. Inzwischen muss der Betreiber bundesweit auf Aufführungen verzichten. Solche bauernschlaue Tricksereien können langfristig stärker schaden als einige Tage mehr Umsatzausfall.

    Die Berliner Clubszene etwa stand lange nicht so sehr in der Kritik auch von Clubgängern wie am vergangenen Wochenende, als einige Veranstalter ihren Laden so lange offenhielten, bis die Polizei kam. Dazu kommt die Gefahr, dass die eigene Marke – wie beim Berliner Club Trompete – tatsächlich mit einem lokalen Corona-Ausbruch in Verbindung kommt.

    Mehr: Robert Koch-Institut: „Bitte keine Privatpartys statt Clubbesuch“.

    Startseite
    Mehr zu: Pandemie - Fitnessbranche reagiert verhalten auf Corona: McFit prüft bundesweite Schließungen
    0 Kommentare zu "Pandemie: Fitnessbranche reagiert verhalten auf Corona: McFit prüft bundesweite Schließungen"

    Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

    Zur Startseite
    -0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%