Pannenflughafen BER Aufsichtsrat Henkel kritisiert Kommunikation

Drei Jahre ist das BER-Debakel um geplatzte Termine und steigende Kosten schon her. Die wichtigsten Akteure sind inzwischen ausgewechselt, Aufsichtsrat Henkel ist noch da. Für ihn ist noch nicht jedes Problem behoben.
Kommentieren

Wird der Berliner Flughafen noch teurer?

BerlinBeim neuen Hauptstadtflughafen laufen die Absprachen zwischen den Führungsgremien aus Sicht von Aufsichtsratsmitglied Frank Henkel noch immer nicht optimal. Der Berliner Innensenator berichtete am Freitag im Untersuchungsausschuss von Problemen in der Kommunikation wichtiger Themen zwischen Geschäftsführung und Aufsichtsrat sowie zwischen dem jeweiligen Vorsitzenden und dem Kontrollgremium. „Die halte ich nach wie vor für verbesserungswürdig“, sagte der CDU-Politiker und verwies etwa auf Vorlagen für Sitzungen. „Was sich nicht verbessert hat – bis heute nicht – ist die Frage, wann bekomme ich welche Unterlagen? Bekomme ich sie überhaupt vorab?“

Henkel äußerte sich selbstkritisch, als es um das Krisenmanagement nach der geplatzten Eröffnung des drittgrößten deutschen Flughafens 2012 ging. Die Kündigung der Generalplaner der PG BBI um Flughafen-Architekt Meinhard von Gerkan sei ein Fehler gewesen, der nächste Eröffnungstermin im März 2013 unrealistisch angesichts der großen Probleme beim Brandschutz. „Ich habe damals, das gebe ich zu, ein Stück weit naiv gedacht“, sagte der Innensenator.

„Ich bedauere meinen Rücktritt persönlich sehr“
Abgang beim Hauptstadtflughafen
1 von 14

„Ich bedauere meinen Rücktritt persönlich sehr, da er weder meinem Pflichtbewusstsein noch meinen persönlichen Zielen entspricht.“
Hartmut Mehdorn bei der Ankündigung seines Rücktritts als BER-Chef am 15. Dezember 2014. Der Manager will sich spätestens Ende Juni 2016 zurückziehen.

Gegen die Lufthansa
2 von 14

Ein „Komplott der Lufthansa und des Frankfurter Flughafens gegen Berlin“ witterte Mehdorn im Oktober 2014. Der BER-Chef erregte sich über ein Verbot von gemeinsamen Flügen seines früheren Arbeitgebers Air Berlin und deren Geldgeber Etihad. Die Lufthansa konterte: „Wir sind auch nicht gewankt, als die Eröffnung des neuen Flughafens verschoben wurde, wir haben auch nicht geklagt wie Air Berlin. Als Dank bekommt man solche Beschimpfungen.“

Zum Streit um Fluglärm
3 von 14

„Wir leben in einer Wohlstandsgesellschaft und wollen stets pünktlich nach Mallorca kommen. Doch den Lärm sollen andere haben. Das geht nicht.“
Mehdorn im März 2014 zum Streit um ein Nachtflugverbot am BER.

Als Air-Berlin-Chef
4 von 14

„Katastrophe“ – „Es fängt bei der Blamage an und endet mit einem wirtschaftlichen Schaden, den wir und viele andere erleiden.“
Mehdorn (hier mit dem ehemaligen Regierenden Bürgermeister von Berlin und Ex-BER-Aufsichtsratschef Klaus Wowereit, SPD) am 18. Dezember 2012 als Chef von Air Berlin zu der verzögerten Eröffnung des neuen Hauptstadtflughafens.

Der Sparkommissar
5 von 14

„Sparen fängt im Kleinen an. Säfte, Kaffee und Kekse für Meetings gibt es nicht mehr, Dienstreisen wurden auf ein Minimum reduziert.“
Mehdorn im Mai 2012 zu den Sparmaßnahmen bei Air Berlin.

Als Autor
6 von 14

„Diplomat wollte ich nie werden.“
Titel des 2007 erschienenen Gesprächsbands mit Mehdorn.

Der „Sanierer“
7 von 14

„Mein Vorstand hat die Bahn nicht kaputtgespart, wir haben sie saniert.“
Mehdorn blickt im Januar 2011 auf seinen Sparkurs für den geplanten Börsengang des Staatskonzerns zurück.

Henkels Angaben zufolge hat der langjährige Aufsichtsratschef und Berliner Regierende Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) ihn nicht immer rechtzeitig informiert. Als eine Unternehmensberatung im März 2012 vor dem Scheitern der Eröffnung warnte, erfuhr Henkel demnach erst später davon im Aufsichtsrat. Der Senator sagte, er hätte sich auch gewünscht, von Wowereit vorab mitgeteilt zu bekommen, dass Hartmut Mehdorn 2013 Flughafenchef werde sollte.

Als die für Juni 2012 geplante Eröffnung im Mai abgesagt wurde, sei er „enorm überrascht“ gewesen, beteuerte Henkel. Die Geschäftsführung habe bei einer Aufsichtsratssitzung im April die „kleineren Probleme“ beim Brandschutz als lösbar dargestellt.

Henkel hatte im März 2015 nach dreieinhalb Jahren angekündigt, den Aufsichtsrat gemeinsam mit dem Regierenden Bürgermeister Michael Müller (SPD) zu verlassen. Seit Müller es sich anders überlegt hat, steht aber auch Henkel wieder zur Verfügung. Am Rande der Sitzung des Untersuchungsausschusses sagte er, er habe auch eine Liste möglicher Fachleute, die für Berlin in das Gremium einziehen könnten. Das hänge aber von Gesprächen mit Müller ab.

  • dpa
Startseite

Mehr zu: Pannenflughafen BER - Aufsichtsrat Henkel kritisiert Kommunikation

0 Kommentare zu "Pannenflughafen BER: Aufsichtsrat Henkel kritisiert Kommunikation"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%