Pannenflughafen BER Transparency gibt Kampf gegen Korruption auf

Korruption ist bei großen Bauprojekten ein Problem, so auch beim krisengeplagten Hauptstadtflughafen. Die Organisation Transparency wollte im Kampf dagegen mithelfen – und gibt jetzt auf.
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Transparency-Vorstandsmitglied Gisela Rüß machte Zweifel an der Ernsthaftigkeit der Beteiligten im Kampf gegen die Korruption geltend. Quelle: dpa
Hauptstadtflughafen BER

Transparency-Vorstandsmitglied Gisela Rüß machte Zweifel an der Ernsthaftigkeit der Beteiligten im Kampf gegen die Korruption geltend.

(Foto: dpa)

BerlinDie Betreiber des neuen Hauptstadtflughafens tun aus Sicht von Transparency International nicht genug gegen Korruption bei dem Bauprojekt. Nach zehn Jahren habe man deshalb die Zusammenarbeit mit der Flughafengesellschaft beendet, teilte der Verein am Dienstag in Berlin mit. „Eine Reihe von korruptiven Vorkommnissen seit Anfang 2013“ habe die Kooperation infrage gestellt.

Vorstandsmitglied Gisela Rüß machte Zweifel an der Ernsthaftigkeit der Beteiligten geltend. „Der Druck, in absehbarer Zeit einen funktionstüchtigen Flughafen eröffnen zu müssen, scheint andere Prioritäten zu setzen.“

Nach der Schmiergeld-Affäre um den damaligen Technikchef Jochen Großmann 2014 geht die Staatsanwaltschaft Neuruppin derzeit einem weiteren Bestechungsverdacht bei der Auftragsvergabe für den Flughafenbau nach. Der Flughafen betonte in beiden Fällen, gegen die kriminelle Energie Einzelner machtlos zu sein. Auch die Kooperation mit Transparency konnte die Fälle nicht verhindern.

„Ich bedauere meinen Rücktritt persönlich sehr“
Abgang beim Hauptstadtflughafen
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„Ich bedauere meinen Rücktritt persönlich sehr, da er weder meinem Pflichtbewusstsein noch meinen persönlichen Zielen entspricht.“
Hartmut Mehdorn bei der Ankündigung seines Rücktritts als BER-Chef am 15. Dezember 2014. Der Manager will sich spätestens Ende Juni 2016 zurückziehen.

Gegen die Lufthansa
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Ein „Komplott der Lufthansa und des Frankfurter Flughafens gegen Berlin“ witterte Mehdorn im Oktober 2014. Der BER-Chef erregte sich über ein Verbot von gemeinsamen Flügen seines früheren Arbeitgebers Air Berlin und deren Geldgeber Etihad. Die Lufthansa konterte: „Wir sind auch nicht gewankt, als die Eröffnung des neuen Flughafens verschoben wurde, wir haben auch nicht geklagt wie Air Berlin. Als Dank bekommt man solche Beschimpfungen.“

Zum Streit um Fluglärm
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„Wir leben in einer Wohlstandsgesellschaft und wollen stets pünktlich nach Mallorca kommen. Doch den Lärm sollen andere haben. Das geht nicht.“
Mehdorn im März 2014 zum Streit um ein Nachtflugverbot am BER.

Als Air-Berlin-Chef
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„Katastrophe“ – „Es fängt bei der Blamage an und endet mit einem wirtschaftlichen Schaden, den wir und viele andere erleiden.“
Mehdorn (hier mit dem ehemaligen Regierenden Bürgermeister von Berlin und Ex-BER-Aufsichtsratschef Klaus Wowereit, SPD) am 18. Dezember 2012 als Chef von Air Berlin zu der verzögerten Eröffnung des neuen Hauptstadtflughafens.

Der Sparkommissar
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„Sparen fängt im Kleinen an. Säfte, Kaffee und Kekse für Meetings gibt es nicht mehr, Dienstreisen wurden auf ein Minimum reduziert.“
Mehdorn im Mai 2012 zu den Sparmaßnahmen bei Air Berlin.

Als Autor
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„Diplomat wollte ich nie werden.“
Titel des 2007 erschienenen Gesprächsbands mit Mehdorn.

Der „Sanierer“
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„Mein Vorstand hat die Bahn nicht kaputtgespart, wir haben sie saniert.“
Mehdorn blickt im Januar 2011 auf seinen Sparkurs für den geplanten Börsengang des Staatskonzerns zurück.

Die Flughafengesellschaft zeigte sich „über den Schritt von Transparency verwundert“. Sie habe „ihr Compliance-System in den zurückliegenden Jahren deutlich verstärkt“, sagte Sprecher Ralf Kunkel. „Wir hätten erwartet, dass sich Transparency mit uns vor einer solchen Entscheidung in Verbindung setzt.“

  • dpa
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