Passagierzahlen Ryanair verdrängt Lufthansa von Platz eins

Die wachsende Kundenanzahl von Ryanair macht den Billigflieger wohl zur größten europäischen Fluglinie. Niedrige Kosten und neue Strategie sind der Grund für den Erfolg. Doch Lufthansa gewinnt in einer anderen Kategorie.
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Ryanair wird voraussichtlich die größte Airline in Europa. Quelle: AFP
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Ryanair wird voraussichtlich die größte Airline in Europa.

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FrankfurtRyanair nimmt der Lufthansa höchstwahrscheinlich den Titel als größte europäische Fluglinie ab. Die Zahl der Ryanair-Passagiere sei 2016 um 15 Prozent auf 117 Millionen gestiegen, teilte die irische Billigfluglinie am Mittwoch mit. Die Lufthansa hingegen zählte nach den ersten elf Monaten inklusive der Töchter Eurowings, Swiss und Austrian 101,9 Millionen Passagiere und befördert im letzten Kalendermonat üblicherweise acht bis neun Millionen Fluggäste. Die endgültigen Passagierzahlen stellt der Frankfurter Konzern nächsten Dienstag vor.

Die Deutschen waren jahrelang Marktführer in Europa und kamen 2015 auf 107,7 Millionen Gäste während Ryanair seinerzeit nur 101,4 Millionen Passagiere beförderte. Allerdings wachsen die Iren wesentlich schneller. Möglich machen das niedrige Kosten, eine einheitlich Boeing-Flotte und die neue Strategie, vermehrt auch große Flughäfen anzufliegen. Im Frühjahr etwa startet die von Michael O'Leary geleitet Airline erstmals vom Lufthansa-Heimatflughafen Frankfurt. Trostpflaster für die Lufthansa: Vom Umsatz her ist sie weiterhin die Größte in Europa.

Diese Airlines kassieren über Extras ab
Air Berlin (3,8 Prozent)
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Bei Air Berlin kosten unter anderem das Gepäck und mehr Beinfreiheit extra. Auch On-Board-Verkäufe und das Vielflieger-Programm brachten der Fluggesellschaft im Jahr 2015 Extraeinnahmen in Höhe von gut 156 Millionen Euro – das sind 3,8 Prozent der Gesamteinnahmen. Gutes Geld, doch im Vergleich zur internationalen Konkurrenz nur Peanuts.

Quelle: The Car Trawler Yearbook of Ancillary Revenue

Lufthansa (5,5 Prozent)
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Auch der Lufthansa-Konzern rangiert bei den Zusatzeinnahmen nur unter ferner liefen – zumindest im Verhältnis zu den Gesamteinnahmen (5,5 Prozent). Lufthansa, Swiss, Austrian und Germanwings generierten im Jahr 2015 in diesem Bereich 1,3 Milliarden Euro. Doch in Zukunft will der Konzern immer mehr auf diese Zusatzeinnahmen setzen. So stellte die Lufthansa 2015 ihr Preismodell um. Einige Tickets wurden günstiger, dafür aber bislang kostenlose Zusatzleistungen kostenpflichtig. Damit verbesserte sich die Lufthansa im Bereich Zusatzeinnahmen im Vergleich zum Vorjahr um einen Prozentpunkt. 2016 sollen dann 6,5 Prozent der Gesamteinnahmen auf anderem Wege als über die Ticketpreise erwirtschaftet werden.

Easyjet (20 Prozent)
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Die Palette an Zusatzangeboten ist bei den Briten so groß wie komplex: Bordessen, Gebühren auf Umbuchungen, Stornogebühren, Verwaltungspauschalen für Online-Buchungen und, und, und... Alleine die zweiprozentigen Gebühren auf Zahlungen mit der Kreditkarte bringen der Fluggesellschaft jährlich rund 88 Millionen Euro ein. Insgesamt lagen die Einnahmen durch die Zusatzangebote bei annähernd 1,3 Milliarden Euro – das sind 20 Prozent der Gesamteinnahmen. Platz zehn unter den Airlines.

Tigerair (20,8 Prozent)
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Als Erster ins Flugzeug einsteigen? Kein Problem: Bei Tigerair aus Singapur ist das gegen einen Aufpreis von umgerechnet knapp vier Euro möglich. Und wer in dem asiatischen Stadtstaat länger als acht Stunden auf seinen Anschlussflug warten muss, bekommt für etwa 15 Euro einen Sightseeing-Tour geboten. Kein Wunder, dass bei so viel Kreativität die Kassen im Zusatzgeschäft klingeln: 2015 kam mehr als jeder fünfte Euro der Gesamteinnahmen (20,8 Prozent) aus diesem Bereich – Platz neun. Insgesamt waren es fast 100 Millionen Euro.

Jetstar (21,3 Prozent)
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Jetstar verdient auch mit, wenn Kunden ein Hotelzimmer oder einen Leihwagen buchen. Zusammen mit den bei Billigairlines üblichen Aufschlägen für Catering und Extra-Fußraum hat das der australischen Fluglinie im Jahr 2015 Einnahmen gut 500 Millionen Euro beschert. Ein Anteil von 21,3 Prozent an den Gesamteinnahmen bedeutet gleichzeigt Rang acht.

Flybe (21,2 Prozent)
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Jeder vierte Euro kommt bei der britischen Flybe aus dem Zusatzgeschäft. Gebühren für Kreditkartenzahlungen und Wunschplätze, Gepäckkosten sowie weitere Extras sorgten 2015 für Einnahmen in Höhe von knapp 190 Millionen Euro – Rang sieben unter den Fluggesellschaften.

Volaris (22,3 Prozent)
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Volantis bezeichnet sich selbst als Billigfluglinie. Die Mexikaner steigerten ihre Einnahmen durch die Werbestrategie „Du entscheidest“. Fluggäste sollen selbst wählen, welche zusätzlichen Produkte und Angebote sie kaufen und nutzen wollen. Damit stiegen die Zusatzeinnahmen der Airline pro Fluggast seit 2009 von gut sieben auf fast 18 Euro. Insgesamt waren es im Jahr über 230 Millionen Euro (22,3 Prozent der Gesamteinnahmen). Platz sechs unter den Fluglinien.

  • rtr
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