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Pauschalreisen Politik plant bessere Absicherung für Urlauber – leider zu spät

Bislang ist die Versicherungsentschädigung bei Pauschalreisen im Pleitefall auf 110 Millionen Euro begrenzt. Eine Änderung kam politisch einfach nicht voran.
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Die Pleite der Condor-Mutter Thomas Cook bringt Hunderttausende Touristen in die Bredouille. Quelle: ddp images/star-images
Condor-Jet auf Mykonos

Die Pleite der Condor-Mutter Thomas Cook bringt Hunderttausende Touristen in die Bredouille.

(Foto: ddp images/star-images)

Düsseldorf Fun Fact nennen es die Angelsachsen: lustige, meist nebensächliche Anekdoten zu oft gar nicht so lustigen Geschichten. Ein solches Fun Fact produziert diese Woche der Bundestag.

Denn ohne den Firmennamen „Thomas Cook“ in der Beratungsvorlage zu nennen, wird sich das deutsche Parlament an diesem Donnerstag mit der lange geplanten Insolvenzabsicherung deutscher Touristen beschäftigen.

Für Hunderttausende Urlauber, die nach der Pleite des britischen Reisekonzerns um ihre Anzahlungen bangen, kommt die Abstimmung im Plenum mit erstaunlicher Verspätung. Im März schon hatte die Bundestagsfraktion der Grünen um Markus Tressel und Renate Künast einen Antrag eingebracht, die Insolvenzabsicherung von Pauschalreisen deutlich zu erhöhen.

Hintergrund: Bislang ist die Versicherungsentschädigung im Pleitefall auf 110 Millionen Euro begrenzt, was im Fall von Thomas Cook kaum ausreichen dürfte. Zum vergleichbaren Zeitpunkt im Vorjahr besaß der Reisekonzern 1,39 Milliarden Pfund an Kundenanzahlungen in der Bilanz. Deutsche Touristen, die als Kunden von Neckermann, Öger oder Bucher Reisen etwa für ein Drittel des Thomas-Cook-Umsatzes stehen, besitzen demnach rund 400 Millionen Euro an Forderungen gegenüber dem Reiseveranstalter.

Im Frühjahr aber mochte unter den deutschen Parlamentariern kaum jemand die von den Grünen beanstandete Causa aufgreifen. Zu heikel schien ihnen das Risiko, mit einer solchen Diskussion Kunden der damals schon in Schieflage geratenen Reisefirma Thomas Cook zu beunruhigen.

So wurde das Thema immer wieder vertagt. Am Mittwoch, zwei Tage nach dem Insolvenzantrag von Thomas Cook in Großbritannien, ging es nun gestern im Berliner Ausschuss für Recht und Verbraucherschutz mit den Beratungen los. Am Donnerstag folgt die zweite und dritte Lesung im Bundestag. Auf eine Debatte wird man dort laut Plan verzichten, andere Themen sind den Berliner Parlamentariern derzeit wichtiger.

Ohnehin wird es eine Mehrheit für die verbesserte Absicherung von Pauschalurlaubern, die vor Reiseantritt oft mehrere Tausend Euro an die Veranstalter überweisen, kaum geben. Schließlich stammt der Antrag von der Opposition. „Dass er angenommen wird“, heißt es bei den Grünen, „wäre höchst unwahrscheinlich.“

Mehr: Versicherer macht deutschen Urlaubern Hoffnung – aber nur wenig

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