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Personalknappheit Lebensmittelhandel will Azubis besser vergüten

Aldi folgt seinen Rivalen Lidl und Kaufland und hebt die Löhne für Auszubildende an. Hintergrund ist die wachsende Personalknappheit im Einzelhandel.
30.11.2019 - 11:05 Uhr Kommentieren
Allein bei den größten 50 Handelsunternehmen sind knapp 50.000 offene Stellen ausgeschrieben. Quelle: dpa
Auszubildende

Allein bei den größten 50 Handelsunternehmen sind knapp 50.000 offene Stellen ausgeschrieben.

(Foto: dpa)

Politik Die Ausbildungsvergütungen im Lebensmittelhandel geraten angesichts niedriger Bewerberzahlen in Bewegung. Nach Lidl hat auch Aldi Süd angekündigt, die Auszubildenden künftig besser zu bezahlen. Vom kommenden Sommer an sollen die Nachwuchskräfte bei dem Discounter im ersten Ausbildungsjahr 1.000 Euro, im zweiten Jahr 1.100 Euro und im dritten 1.250 Euro erhalten. Das sind jeweils 50 Euro mehr im Monat. „Damit schaffen wir wieder Chancengleichheit am Markt“, begründete eine Unternehmenssprecherin den Schritt.

Aldi Süd folgt dem Vorbild des Rivalen Lidl und des Großflächen-Discounters Kaufland, die bereits im Oktober angekündigt hatten, die Ausbildungsvergütung auf dieses Niveau zu erhöhen. Hintergrund ist eine wachsende Personalknappheit im Einzelhandel. Einer Studie des Kölner Handelsforschungsinstituts EHI zufolge sind bei den 50 größten Handelsunternehmen knapp 50.000 offene Stellen ausgeschrieben.

Aldi Süd betonte, es sei heute grundsätzlich eine Herausforderung, Nachwuchskräfte zu finden. Im Einzelhandel werde dieses Problem durch die wenig attraktiven Arbeitszeiten noch verschärft.

Einer der Gründe für das Fehlen von Mitarbeitern ist laut einem Bericht der „Lebensmittel Zeitung“ die schlechte Bezahlung in der Branche. „Die Einkommen im Einzelhandel gehören zu den geringsten im Branchenvergleich“, zitierte das Fachblatt den Geschäftsführer der Vergütungsdatenbank Compensation Partner, Tim Böger.

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    Bei einigen Discountern scheint deshalb ein Umdenken begonnen zu haben. Der Lidl-Geschäftsleiter Personal, Jens Urich, begründete Lidls Vorpreschen im Oktober: „Arbeit muss sich wieder lohnen, und zwar von Anfang an.“ Die Geschäftsleiterin Personal bei Kaufland Deutschland, Evelyn Opel, sagte damals: „Faire Vergütung ist ein Zeichen von Wertschätzung.“ Bereits im März hatte Lidl den Mindesteinstiegslohn für seine Mitarbeiter auf 12,50 Euro pro Stunde angehoben.

    Auch Aldi Nord zeigte sich dem Thema gegenüber nicht grundsätzlich verschlossen. „Selbstverständlich beobachten wir, auch vor dem Hintergrund der aktuellen Entwicklung, das Thema Ausbildungsvergütung sehr genau und prüfen kontinuierlich mögliche Anpassungen“, hieß es dort.

    Mehr: Die GroKo verspricht eine Mindestvergütung für Lehrlinge. Was dieser für die Wirtschaft bedeutet, lesen Sie hier.

    • dpa
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