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Personalwechsel So bereitet die Lufthansa den großen Konzernumbau vor

Die Fluggesellschaft baut das Management unterhalb des Vorstands um. Die Personalien sind der Vorlauf für eine größere Umstrukturierung.
11.12.2019 Update: 11.12.2019 - 16:32 Uhr Kommentieren
Mit dem Umbau will die Führung die Geschäfte entzerren und damit für die Investoren transparenter machen. Quelle: Reuters
Lufthansa-Flugzeug

Mit dem Umbau will die Führung die Geschäfte entzerren und damit für die Investoren transparenter machen.

(Foto: Reuters)

Frankfurt Unter dem Dach der Lufthansa kehrt keine Ruhe ein. Die Investoren hat die Fluggesellschaft in diesem Jahr mit gleich zwei Gewinnwarnungen verschreckt. Mit dem fliegenden Personal befindet sich das Management im Dauerkonflikt, was die Kabinenmitarbeiter in den Streik getrieben hat. Kürzlich musste die Lufthansa daher zum Unmut vieler Kunden mehrere Tausend Flüge absagen.

Allen Querelen zum Trotz hat die Führung des Dax-Konzerns den wohl größten Umbau der letzten Jahre angepackt. Nachdem sich der Vorstand um Konzernchef Carsten Spohr lange Zeit über die zukünftige Aufstellung ausgeschwiegen hatte, lieferte dieser am Mittwoch erste Hinweise auf die bevorstehende Umstrukturierung. Verpackt wurde diese in eine Meldung über Personalveränderungen unterhalb des Vorstands.

Bemerkenswert ist hierbei die Begründung für die Berufung von Patrick Staudacher zum Finanzchef der Marke Lufthansa. Die Besetzung erfolge vor dem Hintergrund der geplanten rechtlichen Verselbstständigung der Airline Lufthansa, teilte der Konzern mit.

Spohr erklärte, Staudacher werde der Führung und der Weiterentwicklung der Airline neue Impulse geben. Der 43-jährige Berater von Boston Consulting tritt eine Position an, die es bislang nicht gegeben hat. Die Finanzen der Airline waren direkt beim Vorstand angesiedelt.

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Standort erkennen

    Was Spohr nicht direkt benennt, was aber hinter den zarten Andeutungen steckt, ist die geplante Umstrukturierung von Europas größtem Luftfahrtkonzern in eine Holding. Dazu werden nach den bisherigen Überlegungen die einzelnen Marken wie auch die Bereiche Technik und Luftfracht unterhalb einer Dachgesellschaft aufgehängt.

    Bislang sind die Kernmarken Lufthansa und Eurowings eng mit der Zentrale verwoben, während die Ableger Brussels, Austrian und Swiss vergleichsweise eigenständig agieren können. Es ist eine gewachsene Struktur, bei der zugekaufte Gesellschaften an das bestehende Geschäft angedockt wurden. Eurowings wurde aus der Lufthansa-Kernmarke herausgelöst, um Flüge auf der Kurz- und Mittelstrecke rentabler zu betreiben.

    Grafik

    Seit einigen Monaten hat der Vorstand von Europas größter Fluggesellschaft an den Plänen für eine Neustrukturierung des Unternehmens mit seinen knapp 140.000 Mitarbeitern gearbeitet. Unumstritten sind diese in dem Gremium nicht. „Einige haben sogar die Schaffung einer Holding abgelehnt“, wie eine mit den Vorgängen vertraute Person berichtet.

    Denn mit dem Umbau wird der Vorstand den direkten Zugriff auf seine umsatzstärksten Tochterfirmen verlieren. Vor allem der Aufsichtsrat mit Karl-Ludwig Kley an der Spitze habe sich aber für den Umbau starkgemacht, hieß es in Kreisen des Unternehmens. So will die Führung die Geschäfte entzerren und damit transparenter machen. Derzeit ist die Gruppe an der Börse lediglich mit knapp acht Milliarden Euro bewertet, was nach eigener Ansicht deutlich unter dem wahren Wert liegt.

    Nach der Umstrukturierung in eine Holding dürfte die Aktie von Investoren besser bewertet werden, hieß es im Umfeld des Aufsichtsrates. Die schwache Börsenbewertung ist für viele Mitglieder des Gremiums ein Problem, da die Lufthansa so zum Übernahmeziel werden könnte. Bislang ist das Unternehmen per Gesetz davor geschützt, da die Aktienmehrheit in heimischen Händen liegen muss. „Falls das Gesetz aber mal kippt, dann sind wir ungeschützt“, sagte ein Kontrolleur.

    In einer Holding würde es dem Unternehmen zudem erleichtert werden, weitere Fluggesellschaften zu integrieren. Interesse wird der Lufthansa-Gruppe unter anderem an der italienischen Alitalia nachgesagt.

    Management-Rotation

    Das Fundament für die Neuausrichtung hatte der Aufsichtsrat auf seiner Sitzung vor einer Woche geschaffen. So wird Thorsten Dirks zum Jahreswechsel die Leitung der Billigtochter Eurowings abgeben und stattdessen das neue Ressort IT und Digitales übernehmen. Der Chefposten bei Eurowings wird künftig unterhalb des Vorstands angesiedelt.

    Jens Bischof, der bislang für die Schwester Sun Express zuständig ist, wird ab dem 1. März Eurowings führen. Er soll bis zum Ende des kommenden Jahres die defizitäre Airline aus der Verlustzone lotsen.

    Mit der Ernennung von Staudacher und Bischof regelte die Lufthansa auch die Führung der belgischen Tochter Brussels Airlines, die mit der Berufung von Christina Foerster in den Konzernvorstand vakant geworden war. Der bisherige Finanzvorstand von Brussels, Dieter Vranckx, wird ihren Posten zum Januar übernehmen. Abgeschlossen ist der Umbau damit allerdings nicht: Um Airline und Zentrale sauber zu trennen, braucht das Management laut Konzernkreisen mehr als ein Jahr.

    Mehr: Die Lufthansa und der Staatskonzern Deutsche Bahn geraten beim Thema Klimaschutz aneinander. Doch die Deutsche Bahn sieht den Konflikt offenbar gelassen.

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