Piloten-Streik Lufthansa will Streik noch abwenden

Nach dem Streik des Kabinenpersonals der Billigairline Eurowings am Dienstag wollen die Lufthansa-Piloten am Mittwoch streiken. Die Fluggesellschaft strich bereits über 800 Flüge, will den Streik aber noch abwenden.
Update: 22.11.2016 - 15:03 Uhr 1 Kommentar

Lufthansa streicht über 800 Flüge – Aktie fällt um ein halbes Prozent

BerlinRund 100.000 Passagiere der Lufthansa müssen umplanen: Die Fluggesellschaft strich wegen des bevorstehenden Streiks der Piloten am Mittwoch insgesamt 876 Flüge. Sie warf der Vereinigung Cockpit zugleich vor, sich einer Schlichtung des Tarifstreits zu verweigern. Bei der Billigtochter Eurowings mussten am Dienstag nach einem Streikaufruf von der Dienstleistungsgewerkschaft Verdi für das Kabinenpersonal 60 Flüge ausfallen.

Allerdings will die Lufthansa den Streik der Piloten am Mittwoch mit einer Eilklage beim Arbeitsgericht Frankfurt verhindern. Die Fluglinie habe eine Einstweilige Verfügung gegen den Ausstand der Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit beantragt, sagte eine Gerichtssprecherin am Dienstag. Die Verhandlung beginne um 15.00 Uhr. Ein Lufthansa-Sprecher bestätigte den Schritt. Aus Sicht der Airline sei der Streikaufruf von Cockpit fehlerhaft und dabei insbesondere eine der Gehaltsforderungen.

Die Lufthansa strich für Mittwoch 51 Langstreckenflüge. Einzelne Verbindungen soll es aber trotzdem geben: So waren von Frankfurt am Main unter anderem Flüge nach Chicago, Houston und Miami geplant. Auch von München sollten drei Interkontinentalflüge starten. Andere Verbindungen wie nach Hongkong oder Shanghai sollten auf Donnerstag verschoben werden.

Kunden können sich auf der Internetseite der Fluggesellschaft lh.com oder auch unter der kostenlosen Nummer 0800-8506070 über den Status ihres gebuchten Flugs informieren. Betroffene würden so weit wie möglich auf andere Airlines oder andere Verkehrsmittel umgebucht, erklärte Lufthansa. Das Unternehmen setze „alles daran“, die Auswirkungen des Streiks für die Fluggäste „so gering wie möglich zu halten“.

Lufthansa kritisierte die Vereinigung Cockpit deutlich. Obwohl das Unternehmen mehrfach eine Schlichtung angeboten habe, werde nun zum Streik aufgerufen. Die Gewerkschaft werde „ihrer Verantwortung als Tarifpartner nicht gerecht“.

Die Vereinigung Cockpit hatte vor einer Woche die jüngsten Tarifverhandlungen über die Vergütung der Piloten für gescheitert erklärt und Streiks im Passagier- und Frachtverkehr angekündigt. Am Montagabend rief die Gewerkschaft dann zu Streiks am Mittwoch zwischen 00.01 Uhr bis 23.59 Uhr auf. Es ist bereits der 14. Streik von Cockpit seit April 2014.

Die Billigtochter Eurowings bleibt vom Pilotenstreik am Mittwoch zwar wie die anderen Tochtergesellschaften der Lufthansa verschont. Dafür sorgten Streiks von Verdi an den Flughäfen von Hamburg und Düsseldorf für Ausfälle. In Hamburg mussten sieben von 20 Starts und sieben von 20 Landungen abgesagt werden; in Düsseldorf gut 50 Verbindungen. Betroffen waren laut einem Eurowings-Sprecher insgesamt 4100 Passagiere.

Das sind Europas größte Billigflieger
SunExpress
1 von 10

Die 1989 gegründete türkische Airline hat eine Flotte von 64 Fliegern und erwirtschaftet jährlich 1,1 Milliarden Euro Umsatz. In Deutschland fliegt die Airline unter anderem Hannover, Berlin, Düsseldorf, Frankfurt, Leipzig und München an.

Quelle: CAPA, Unternehmensangaben

Stand (Größe der Flotte): Mai 2016

Transavia
2 von 10

Die niederländische Tochter von Lufthansa-Rivale Air France bietet seit dem 30. Mai zwölf innerdeutsche Flüge pro Woche zwischen München und Berlin-Schönefeld an. Insgesamt verfügt die Airline über 66 Flieger und setzt 1,1 Milliarden Euro im Jahr um.

Pegasus
3 von 10

Zuletzt konnte der türkische Billigflieger beeindruckende Wachstumszahlen vorweisen. Zwischen 2005 und 2014 hat sich der Umsatz verdreifacht. Mittlerweile beträgt er 1,1 Milliarden Euro. Zehn Prozent der internationalen Flüge aus der Türkei gehen auf das Konto der Airline. Die Flotte besteht aus 67 Fliegern.

Wizz Air
4 von 10

Die Ungarn haben die niedrigsten Kosten in Europa, die nach Ryanair höchste Gewinnmarge und in ihrer osteuropäischen Heimat wenig Konkurrenz. Allerdings verschreckt Wizz mit ihrem extremen Geizservice, bei dem selbst Handgepäck an Bord extra kosten kann und fliegt meist nur kleine Städte an. Trotzdem setzt Wizz mit 67 Flugzeugen 1,4 Milliarden Euro um.

Eurowings
5 von 10

Die Lufthansa-Tochter hat von der wohlhabenden Mutter die Vielflieger und das starke Bonusprogramm geerbt. Dazu hat Eurowings nach der Mutter die wertvollsten Startzeiten im wirtschaftlich starken Deutschland. Die Flotte verfügt aktuell über 89 Flieger. Der Umsatz beläuft sich auf 1,9 Milliarden Euro.

Norwegian
6 von 10

Die Skandinavier beherrschen mit Norwegen den wohlhabendsten Flugmarkt in Europa. Dazu haben sie die beste Risikostreuung. Das Problem: Die Airline ist außerhalb Skandinaviens oft zu klein und bestenfalls noch in Großbritannien und Teilen Spaniens eine bekannte Marke, nicht aber in Deutschland und Frankreich. Trotzdem setzen die Norweger mit 98 Flugzeugen 2,4 Milliarden Euro um.

Vueling
7 von 10

Im extrem umkämpften spanischen Markt hat Vueling dank ihrer Heimat Barcelona noch die beste Stellung. Die Konzernmutter IAG mit British Airways (BA) lässt ihrer Billigtochter viel Freiheit. Dazu erflog sich Vueling dank Serviceneuerungen einen guten Ruf. Vueling ist trotz allem etwas klein und nur in Spanien, Italien und Frankreich bekannt. Den großen Sprung in die hochpreisigen Märkte in Nordeuropa hat die Linie bisher gescheut. Mit 105 Flugzeugen setzen die Spanier jährlich zwei Milliarden Euro um.

Verdi vertritt wie auch die Flugbegleitergewerkschaft Ufo das Kabinenpersonal bei Eurowings. Der Eurowings-Vorstand habe die „Arbeitsniederlegung provoziert“, weil er darauf beharre, nur gemeinsam mit Verdi und der Flugbegleitergewerkschaft Ufo einen Tarifvertrag aushandeln zu wollen, erklärte Verdi. Dabei liege das Vertrauen der 460 Kabinenmitarbeiter von Eurowings bei Verdi. Ufo habe in den vergangenen sieben Jahren keine tabellenwirksame Lohnerhöhung erreichen können.

Verdi fordert unter anderem eine Anhebung der Gehälter und der Funktionszulagen um jeweils sieben Prozent. Ufo hatte zuletzt Ende Oktober bei Eurowings und der Schwestergesellschaft Germanwings gestreikt.

  • rtr
  • dpa
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1 Kommentar zu "Piloten-Streik: Lufthansa will Streik noch abwenden"

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  • "Herr Fritz Porters - 18.11.2016, 11:43 Uhr

    @ Herr Hoffmann

    ich habe nicht diesen enormen politischen Sachverstand wie Sie, aber die von Ihnen beschriebene "Grünen-Sozialistischen Vernichtungspolitik".... ist das sowas wie ein "Gemüseauflauf"? :-D
    Herrlich, die Kommentare sind echt Comedy... einige Artikel im HB sind echt besorgniserregend, aber die Kommentare können einem das Lachen zurückzaubern. Danke ...muss weiter arbeiten...aber nachher schaue ich noch mal in die Kommentare...will doch auch später noch was zu schmunzeln haben..."

    @Porters

    VIELEN DANK Herr Porters,
    es ist wirklich ein immenser Zeitaufwand, von morgens bis abends zu jedem Artikel so witzige Kommentare zu schreiben.
    Bei manchen Artikeln sogar mehrere.
    Schön das Sie das zu schätzen wissen.

    Aber die Ehre gebührt nicht mir alleine. An den Comedy-Kommentaren sind noch weitere Leute beteiligt die auch gewürdigt sein wollen:
    Paff, von Horn, Trautmann, Vinci Queri, Delli, Bollmohr......

    ohne sie wäre ich hier sehr einsam !
    Danke

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