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Pin-Up-Girls auf Müllermilch-Flaschen Alles sexistisch, oder was?

Mit leicht bekleideten Damen versucht die Molkerei Alois Müller den Verkauf von Müllermilch anzukurbeln. Doch Pin-Up-Girls auf Plastikflaschen findet nicht jeder anregend. Bei Twitter jedenfalls ist die Empörung groß.
Update: 11.11.2015 - 15:14 Uhr
Ausgelöst durch einen Tweet des Journalisten Marc Bourkel ist bei Twitter eine Diskussion über die neuen Müllermilch-Flaschen mit Pin-Up-Girls entbrannt. (Screenshot von @m_bourkel.)
Frauenfeindlich und rassistisch?

Ausgelöst durch einen Tweet des Journalisten Marc Bourkel ist bei Twitter eine Diskussion über die neuen Müllermilch-Flaschen mit Pin-Up-Girls entbrannt. (Screenshot von @m_bourkel.)

Düsseldorf Eine halbnackte Frau mit langen Beinen, der Bikini betont den Körper mehr als er ihn verdeckt. Statt Erdbeeren oder Bananen zieren zurzeit ganz andere „Früchtchen“ die Müllermilch-Flaschen im Kühlregal: Mit Pin-Up-Girls im 50er-Jahre-Stil will Müllermilch zum Kauf von Sorten wie Vanille, Erdbeere oder „Kiba“ anregen.

Bei Twitter finden viele die Verpackungen allerdings gar nicht anziehend, ganz im Gegenteil: Unter dem Hashtag #ichkaufdasnicht beschweren sich Nutzer über die „sexistischen“ Flaschen, mit denen man offenbar „so viele Frauen wie möglich beleidigen“ wolle.

Müllermilch wird aber nicht nur Frauenfeindlichkeit vorgeworfen, sondern auch Rassismus. Die auf der Sorte Schoko abgebildete Frau trägt nämlich nicht nur ein Stück brauner Schokolade zwischen ihren (nackten) Schenkeln. Sie ist – wie passend, mag man sich bei Müllermilch vielleicht gedacht haben – dunkelhäutig.

Aufgekommen war das Thema durch einen Tweet des Journalisten Marc Bourkel, der ein Bild der Müllermilch-Flaschen getwittert hatte.

Nicht auszuschließen aber, dass ein Shitstorm durchaus im Interesse des Unternehmens sein könnte. Schließlich bringt eine Empörungswelle in den sozialen Netzwerken maximale Aufmerksamkeit für ein Produkt, wie ein Twitterer vermutet:

Die Unternehmensgruppe Theo Müller, zu der Müllermilch gehört, reagierte am Mittwochnachmittag auf eine Anfrage des Handelsblatts. „Die gewählten Motive lehnen sich in ihrer Optik an die Pin-up-Darstellungen der 1950er-Jahre an und sind deshalb weitaus weniger freizügig als das, was seit einigen Jahren oftmals in Anzeigen, TV-Spots und quer durch alle Medienformen tagtäglich an nackter Haut zu sehen ist“, heißt es in der Stellungnahme. „Auch Rassismus in irgendeiner Form ist keinesfalls unsere Intention. Den gleichen, falschen Vorwurf müssten wir uns gefallen lassen, hätten wir auf die Figur der `Sharon Sheila Schoko` verzichtet und ausschließlich weiße Motive verwendet.“

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