Benachrichtigung aktivieren Dürfen wir Sie in Ihrem Browser über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts informieren? Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Fast geschafft Erlauben Sie handelsblatt.com Ihnen Benachrichtigungen zu schicken. Dies können Sie in der Meldung Ihres Browsers bestätigen.
Benachrichtigungen erfolgreich aktiviert Wir halten Sie ab sofort über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts auf dem Laufenden. Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Jetzt Aktivieren
Nein, danke

Plastikverpackung Guter Müll, schlechter Müll

Viele Verbraucher würden gerne auf Plastik beim Einkaufen verzichten – die Realität sieht anders aus. Der Kunststoffbedarf im Supermarkt ist drastisch gestiegen.
23.10.2017 - 19:30 Uhr Kommentieren
Dem Naturschutzbund Nabu zufolge hat der Kunststoffbedarf für vorverpacktes Obst zwischen 2000 und 2014 um 78 Prozent zugenommen. Quelle: dpa
Verpacktes und loses Gemüse

Dem Naturschutzbund Nabu zufolge hat der Kunststoffbedarf für vorverpacktes Obst zwischen 2000 und 2014 um 78 Prozent zugenommen.

(Foto: dpa)

Berlin Ob Gurken, Tomaten, Salat, Pilze oder Möhren - frisches Gemüses wird für den Verkauf im Supermarkt häufig in Folie eingeschweißt oder mit Plastik verpackt. Dem Naturschutzbund Nabu zufolge hat der Kunststoffbedarf für vorverpacktes Obst zwischen 2000 und 2014 um 78 Prozent zugenommen; der für Gemüse ist sogar um 164 Prozent gestiegen. Dabei hätten Tomaten mit 32 Prozent den größten Anteil. Oft werden vor allem regionale und Bio-Produkte verpackt. Und das, obwohl Umfragen zufolge der Großteil der Verbraucher gern auf Verpackungsmüll verzichten will. Wie passt das zusammen?

Der Widerspruch lässt sich leicht erklären: „Der Verbraucher schätzt Regionalität oder Bio - wenn er es zielsicher erkennen kann. Er will sich sicher sein, dass er Bio kauft. Und das geht meist nur mit Verpackung“, sagt Florian Wolz, Geschäftsführer der Genossenschaft Franken-Gemüse mit Sitz in Nürnberg. Vor allem deshalb und für eine bessere Registrierbarkeit an den Kassen kommen Tomaten, Gurken, Möhren und Co. eben doch oft in Folie verpackt zum Supermarkt. Denn so können sie leichter mit Etiketten gekennzeichnet werden. Inhalt, Gewicht, Herkunft, Preis, Verpackungsdatum, Bio-Siegel - all diese Informationen passen eben nicht auf eine Tomate.

Das Ende der Plastiktüte
Aldi macht Schluss
1 von 10

Noch verkauft kaum ein Händler die Plastiktüte so billig wie Aldi. Für gerade mal zehn Cent bekommt der Kunde dort die billigste Tragetasche. Doch damit soll bald Schluss sein. Ab Oktober verbannen Aldi Süd und Aldi Nord schrittweise die Einwegtüte aus den Märkten. Bis Ende 2018 soll die Umstellung durch sein.

(Foto: dpa)
Nur noch Mehrweg
2 von 10

Dabei gehen die beiden Discounter noch radikaler vor, als viele andere Händler. So sollen auch keine Papiertüten als Ersatz angeboten werden. Die Discounter steigen komplett auf Mehrwegtaschen um. Wegen des höheren Energie- und Wasserverbrauchs bei der Herstellung sei die Papiertüte nach jetzigem Stand keine Alternative, sagt Aldi-Süd-Manager Philipp Skorning.

(Foto: dpa)
Freiwillige Vereinbarung
3 von 10

Weitgehend Standard im Handel ist es mittlerweile, dass Plastiktüten nicht mehr kostenlos abgegeben werden. Einer entsprechenden freiwilligen Vereinbarung zwischen dem Bundesumweltministerium und dem Handelsverband HDE haben sich mittlerweile mehr als 350 Unternehmen angeschlossen. Damit konnte der durchschnittliche Verbrauch bereits von 70 auf 45 Tüten pro Kopf gesenkt werden. Doch einige Händler gehen heute schon weiter.

(Foto: dpa)
Rewe
4 von 10

Als erster Lebensmittelhändler hatte Rewe im Herbst 2016 die Abschaffung der Plastiktüte verkündet. Der Händler bietet als Alternative neben Papiertüten Jute- und Baumwollbeutel an. Außerdem gibt es eine Recycling-Mehrwegtasche die aus zwei PET-Flaschen hergestellt wurde.

(Foto: dpa)
Lidl
5 von 10

Seit Frühjahr dieses Jahres hat Lidl als erster Discounter die Plastiktüte komplett verbannt. Bisher hatte das Unternehmen mehr als 100 Millionen Kunststofftaschen jedes Jahr ausgegeben. Durch den Verzicht würden jährlich rund 3500 Tonnen Plastik eingespart.

(Foto: dpa)
Penny
6 von 10

Auch Penny hat sich dieser Bewegung angeschlossen. Mehr als 60 Millionen Tüten hat der Discounter bisher jedes Jahr ausgegeben. Ein spezielles Einstiegsangebot sollte den Kunden den Umstieg versüßen: So mussten Kunden, die eine Penny-Mehrwegtasche aus Recyclingmaterial zum Einkauf mitbrachten, zehn Cent weniger zahlen.

(Foto: dpa)
Real
7 von 10

Nachgezogen hat auch die Supermarktkette Real. Seit Februar 2017 gibt es dort an den Kassen nur noch Taschen aus Papier oder Baumwolle und eine Permanenttragetasche aus 85 Prozent Recyclingmaterial. 49 Millionen Plastiktüten sollen so pro Jahr eingespart werden.

(Foto: dpa)

Das Deutsche Verpackungsinstitut weist zudem auf einen weiteren Vorteil von Folie und Co. hin: „Eine der wichtigsten Aufgaben von Verpackungen ist es, Haltbarkeit sicherzustellen. Damit wird die Lebensmittelverschwendung in unserer Gesellschaft erheblich reduziert“, sagt Geschäftsführer Winfried Batzke. Nicht wenige Leute drücken Avocados und Tomaten, um zu fühlen wie weich sie sind. Dadurch werden sie schneller matschig, bekommen braune Stellen. Auch Hygiene ist ein Thema. Denn durch das Anfassen kommen Keime auf die Lebensmittel.

Sauerstoff, Feuchtigkeit, Licht, Reifegase - all diese Dinge kann Verpackung von Obst und Gemüse fern halten. Und es dadurch deutlich länger haltbar machen. Eine verpackte Gurke halte beispielsweise drei Tage länger als eine unverpackte. Batzke ist überzeugt: Ein Prozent mehr Verpackung bedeuten zehn Prozent weniger weggeworfene Lebensmittel.

Top-Jobs des Tages

Jetzt die besten Jobs finden und
per E-Mail benachrichtigt werden.

Standort erkennen
    Aldi, Rewe & Co.
    Seite 12Alles auf einer Seite anzeigen
    Mehr zu: Plastikverpackung - Guter Müll, schlechter Müll
    0 Kommentare zu "Plastikverpackung: Guter Müll, schlechter Müll"

    Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

    Serviceangebote
    Zur Startseite
    -0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%