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Polar fährt Produktion hoch Es gibt wieder Bier in Venezuela

Wegen strenger Devisenkontrollen der Regierung konnte die Brauerei Polar ihre Importe aus dem Ausland nicht mehr bezahlen. Doch mit einem neuen Kredit ist die Bierversorgung in dem Krisenland bis Jahresende gesichert.
Mehr als zwei Monate musste Polar die Produktion wegen Zahlungsschwierigkeiten aussetzen. Quelle: AP
Bierdosen von Polar

Mehr als zwei Monate musste Polar die Produktion wegen Zahlungsschwierigkeiten aussetzen.

(Foto: AP)

Caracas Nach über zwei Monaten Stillstand fährt die venezolanische Brauerei Polar die Produktion hoch. Ein neuer Kredit erlaube den Kauf von Gerstenmalz, Hopfen und Blech für die Kronkorken, teilte das Unternehmen am Donnerstag mit. Ab kommender Woche solle das Bier ausgeliefert werden. Polar hatte die Bierproduktion im April einstellen müssen, weil es wegen der strengen Devisenkontrollen der sozialistischen Regierung keine Rohstoffe mehr aus dem Ausland importieren konnte.

Der größte private Lebensmittelkonzern des südamerikanischen Landes erhielt ein Darlehen der spanischen Bank BBVA über 35 Millionen Dollar (31,3 Millionen Euro). Ein Schiff aus Europa brachte neues Gerstenmalz. Das sei allerdings nur eine vorübergehende Lösung, hieß es in der Mitteilung von Polar. Bis Ende des Jahres sei die Produktion zunächst sichergestellt. Polar stellt 80 Prozent des Bieres in Venezuela her.

Bis Ende des vergangenen Jahres galt für die Einfuhr von Rohstoffen für die Bierproduktion ein fester Wechselkurs von 6,30 Bolívares. Dann schaffte die Regierung den Vorzugskurs für Polar allerdings ab. Zuletzt kostete der Dollar rund 640 Bolívares - eine Preissteigerung von 10.000 Prozent. Trotz zahlreicher Bemühungen habe die Regierung dem Unternehmen keine frischen Devisen zum Vorzugskurs mehr zugeteilt, der Konkurrenz hingegen schon, teilte Polar mit.

Raubüberfälle, Plünderungen und Lynchmobs
Maria Arias
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„Ich habe jeden Tag Angst“, sagt die 14-Jährige. „Das Herz rutscht mir in die Hose und ich denke: Mein Gott, die Schule sollte doch ein sicherer Ort sein.“ Optisch erinnern die Lernanstalten in Venezuela eher an großstädtische Busbahnhöfe: schmutzig, nach Urin stinkend und voll mit Menschen, die auf etwas warten, das vielleicht nicht kommt.

(Foto: AP)
Mit ihren Freundinnen
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Die steigende Kriminalität und das wirtschaftliche Chaos in Venezuela greifen inzwischen auch auf das einst gut funktionierende Schulsystem über. Kinder aus armen Familien wie Maria verlieren jede Chance auf ein besseres Leben. Offiziell fielen landesweit seit Dezember 16 Unterrichtstage wegen einer Energiekrise aus. Doch nach Schätzung einer Elternorganisation waren es im Durchschnitt 40 Prozent aller Schulstunden.

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Zuhause bei Maria
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Kürzlich wurde Maria von ihrer Mutter gebeten, die Kunststunde ausfallen zu lassen und stattdessen zu einem Laden zu gehen, in dem es Mehl zu kaufen gab. Doch als das Mädchen dort eintraf, waren die Vorräte schon wieder ausverkauft. Maria raste zurück in die Schule, um am Nachmittag eine Mathearbeit zu schreiben. Doch der Lehrer erschien erst gar nicht.

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Hunger begleitet die Kinder
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Ein Drittel der verarmten Lehrer kommt nicht zum Dienst und reiht sich stattdessen in Warteschlangen bei Essensausgaben ein. An Marias Schule wurden so viele Jungen und Mädchen wegen Hungers bewusstlos, dass die Schulleitung die Eltern aufrief, unterernährte Kinder zu Hause zu lassen.

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In ihrem Zimmer
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Schon die erste Stunde um sieben Uhr fällt aus, weil sich der Kunstlehrer krank gemeldet hat. Auch Geschichte findet nicht statt, Sport ohnehin nicht, nachdem der Lehrer vor ein paar Wochen erschossen wurde. Am Nachmittag entlässt der Spanisch-Lehrer die Schüler vorzeitig, damit diese nicht gegen eine von den Straßengangs verordnete Ausgehsperre verstoßen.

„Wir sitzen in der Falle“, sagt Maria. „Wir riskieren unser Leben, um hierher zu kommen und müssen dann stundenlang untätig warten. Aber man muss weiter zur Schule gehen, weil sie der einzige Ausweg ist.“

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In der Schule
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Die Schülerin bemerkt bitter, dass die U-Bahn das günstigste sei, was man in Caracas kaufen könne: Man bezahle für eine Fahrkarte und werfe sich vor den Zug – dann seien alle Probleme vorbei.

(Foto: AP)

Wegen Zuckermangels musste auch Coca-Cola seine Produktion in Venezuela drosseln. Zahlreiche Airlines fliegen Caracas nicht mehr an, weil sie mit in Bolívares verkaufte Tickets kaum noch Gewinn machen. Die lokalen Währungsbestände können zudem nicht in Dollar transferiert und ins Ausland überwiesen werden.

Wegen des niedrigen Ölpreises und jahrelanger Misswirtschaft steht Venezuela vor dem wirtschaftlichen Ruin. In den Supermärkten des Landes fehlt es immer wieder an Lebensmitteln und Dingen des täglichen Bedarfs. Die höchste Inflation der Welt frisst die Ersparnisse der Venezolaner auf.

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  • dpa
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