Powerseller Mit Ebay zur ersten Million

Mehr als tausend Händler in Deutschland haben im vergangenen Jahr einen Millionenumsatz auf Ebay gemacht. Doch das ist harte Arbeit. Deutschlands erste Powersellerin gibt Tipps, wie der Erfolg gelingt.
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Mehr als 1000 Händler in Deutschland sind auf der Plattform Umsatzmillionäre. Quelle: dpa
Ebay-Auktion

Mehr als 1000 Händler in Deutschland sind auf der Plattform Umsatzmillionäre.

(Foto: dpa)

DüsseldorfFür Norbert Lehnhoff kam der Erfolg überraschend. „In der Anfangszeit hätte ich niemals gedacht, dass ich einmal Ebay-Umsatzmillionär sein würde“, erinnert sich der Verkäufer von Foto-Artikeln. Und das gerade in der Elektronikbranche, wo die Konkurrenz durch große Unternehmen wie Media Markt aber auch durch Online-Riesen wie Amazon erdrückend ist. Vor knapp 15 Jahren hat er in seinem Fotogeschäft in Dinslaken die erste Pentax-Kamera auf Ebay versteigert. Heute kümmern sich vier Angestellte um den Versand von täglich 200 bis 400 Paketen für seinen Shop Allmedia.

Lehnhoff ist einer von rund tausend Händlern in Deutschland, die im vergangenen Jahr mehr als eine Million Euro Umsatz über den Online-Marktplatz Ebay gemacht haben. Damit hat sich die Zahl der Ebay-Umsatzmillionäre in den vergangenen fünf Jahren mehr als verdoppelt. So hatten 2011 erst 505 Händler diese Grenze überschritten. „Ebay ermöglicht und fördert Unternehmertum; vor allem kleine und mittlere Unternehmen profitieren von den Möglichkeiten, über Ebay am wachsenden Online-Markt zu partizipieren", sagt Stefan Wenzel, Deutschland-Chef der Plattform. „Die Erfolgsgeschichten zeigen anschaulich, wie groß das Potenzial bei Ebay für engagierte Unternehmer ist.“

Heute kümmern sich vier Angestellte um den Versand von täglich 200 bis 400 Paketen für seinen Shop Allmedia. Quelle: Ebay
Ebay-Umsatzmillionär Norbert Lehnhoff

Heute kümmern sich vier Angestellte um den Versand von täglich 200 bis 400 Paketen für seinen Shop Allmedia.

(Foto: Ebay)

Doch um auf Ebay Erfolg zu haben, reicht es nicht, ein gutes Produkt oder einen günstigen Preis zu haben. „Man muss sehr nah an Ebay dran sein, muss es spüren, fühlen, leben“, sagt Marion von Kuczkowski, Ebay-Powersellerin und Unternehmensberaterin. „Nur wer sich ganz auf die Eigenarten von Ebay einlässt, wird dort wirklich Spaß haben.“

Von Kuczkowski muss es wissen. Sie handelte schon 1999 auf Ebay, zwei Jahre bevor die deutsche Website überhaupt startete. Als erster deutscher Händler bekam sie von Ebay den Status „Powerseller“ verliehen. „Das war für mich wie ein Ritterschlag“, sagt sie. Fünf Jahre lang gab sie parallel zu ihrem Shop Kurse für andere Händler an der Ebay-University. Heute berät sie hauptberuflich Händler beim Aufbau ihres Geschäfts auf Onlinemarktplätzen.

Die zehn größten Onlinehändler in Deutschland
Platz 10: Apple.com/de
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Im Smartphone-Geschäft top, im Internethandel flop? Nicht ganz, allerdings landet Apple nur auf dem zehnten Platz im Ranking der größten Onlineshops in Deutschland. Das wertvollste Unternehmen der Welt aus Kalifornien macht im deutschen E-Commerce 2015 einen Umsatz von „nur“ 370 Millionen Euro.

Quelle: EHI Retail Institute

Platz 9: Alternate.de
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Dieser Onlineshop ist hauptsächlich im Elektronikgeschäft tätig. Der Versandhändler für Hardware liegt, wie im Vorjahr, auf dem neunten Platz. Der deutschlandweite Umsatz lag 2015 bei 377 Millionen Euro.

Platz 8: Conrad.de
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Mit einem Umsatz von 433 Millionen Euro liegt der Elektronikversandhändler Conrad auch 2015 wieder auf dem achten Platz des Rankings. Das Unternehmen aus dem bayerischen Hirschau betreibt neben dem Onlineshop 25 Filialen in Deutschland.

Platz 7: Tchibo.de
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Das Internet-Geschäft von Tchibo läuft, dennoch verliert der Onlineshop einen Platz zum Vorjahr: 2015 erwirtschaftete Tchibo.de mit Kaffeeprodukten, Kleidung und Möbeln einen Umsatz in Höhe von 450 Millionen Euro und belegt damit den siebten Platz.

Platz 6: Bonprix.de
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Die Otto-Tochter Bonprix wirbt mit günstigen Preisen für Damen-, Herren und Kindermode. Im Vergleich zum Vorjahr kann sich der Onlineshop um einen Platz verbessern und klettert 2015 auf Rang sechs – mit einem Umsatz in Höhe von 485 Millionen Euro.

Platz 5: Cyberport.de
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Cyberport ist auf Wachstumskurs. Nicht nur der stationäre Handel, auch das Online-Geschäft entwickelt sich positiv. Mit einem Umsatz in Höhe von 491 Millionen Euro in Deutschland konnte der Elektrohändler 2015 den fünften Rang, den er schon im Vorjahr belegte, verteidigen.

Platz 4: Notebooksbilliger.de
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Seit zwölf Jahren macht der Online-Händler Notebooksbilliger.de anderen Elektronikhändlern mit besonders günstigen Angeboten Konkurrenz – und das erfolgreich. Das Portal für Unterhaltungselektronik, Computer, Handys und Zubehör landet wie im Vorjahr auf Platz vier mit einem Umsatz von 611 Millionen Euro.

Ihr Fazit: Der Verkauf über Ebay macht mehr Arbeit als beispielsweise über Amazon, es gibt viel mehr Faktoren zu beachten. Doch wer dazu bereit ist, hat auch heute noch gute Chancen, um als Neustarter erfolgreich zu sein.

Eine wichtige Grundregel: Es gibt bei Ebay permanent Änderungen, auf die die Händler permanent reagieren müssen. „Wenn man das nicht tut, geht sofort der Umsatz runter“, warnt von Kuczkowski. So werden beispielsweise in einer Kategorie die Artikelmerkmale geändert, ohne dass die Händler offensiv darauf hingewiesen werden. Im Umkehrschluss aber heißt das: Da viele Händler darauf nicht achten, kann man sich sehr schnell von der Masse abheben und seinen Umsatz steigern, wenn man die Änderungen sofort umsetzt.

Ein weiterer Vorteil: Während bei Amazon alles stark standardisiert ist, gibt es bei Ebay sehr viel mehr Möglichkeiten, seine Angebote zu individualisieren. Das heißt, es ist nicht allein der günstigste Preis entscheidend, um ganz nach vorne in die Listen zu kommen. Auch eine eigene Marke zu haben, ist bei Ebay nicht ganz so wichtig wie bei Amazon.

Die Geschäftsgeheimnisse der Erfolgreichen
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5 Kommentare zu "Powerseller: Mit Ebay zur ersten Million"

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  • Moin Leo,

    Glauben Sie ernsthaft dass ein EDEKA und ein REWE Wert darauf legen was 2% seiner Kunden denken wenn 98% mit dem Produkt zufrieden sind?

    Die Konsequenzen einer negativen Bewertung sind Ihnen nicht geläufig, das kostet Existenzen. Und wir reden hier nicht von Betrügereien sondern von ehrlichen Kaufleuten. Nur weil ein Kunde seinen Mist auf Rechnung ´kaufen muss weil er die 3,50 nicht hat...

    Ein Produkt dass Ärger macht braucht kein Händler und die Pfennigfuchser die sich nix leisten können und denken ein Skoda ist gleichzusetzen mit einem E Mercedes sollen lieber laufen oder einfach mal mehr Geld verdienen.

    Und wenn ich mir die rezenssionen so ansehe und weiss wie da beschissen wird frage ich mich wie doof die meisten Kunden sind. Fakt ist dass es nur um Umsatz geht und viele durchs Netz fallen und warten Sie mal ab bis die Marktmacht von Amazon und Ebay größer wird.

  • Herr Nehal Devanowitch - 25.01.2017, 13:48 Uhr

    Soll heißen, es gibt auf Amazon nur positive Berwertungen, wenn ich das als Verkäufer will.
    Mich als Kunde interessiert nicht, wers zu spät verschickt hat, es ist zu spät, dann muss Amazon den Versand auf eigene Rezensionen nehmen und vom Häbndler abkoppeln.
    Wenn das Produkt Mist ist, dann muss man das auch so bewerten können. aber anscheinend sind Sie ja dann damit zufrieden Produkte zu verkaufen, die Mist sind.
    Mich als Kunde interessiert es, wenn jemand eine negative Bewertung zu einem Produkt abgibt und warum.
    Dann kann ich entscheiden, ob es trotzdem noch für mich geeignet ist.
    Denn sonst brauch ich gar keine Rezensionen mehr.

  • ebay hat aus meiner Sicht rießen Probleme, aber die Werbetrommel wird gerührt. Seit Tagen gibt es zudem Probleme mit der Webseite. Wir machen auf Amazon 30 mal mehr Umsatz als auf ebay.
    Ebay bietet aus meiner Sicht keinen Händlerservice und daran wird ebay auch zugrunde gehen. Wenn ein Amazon Kunde uns negativ bewertet weil amazon die Ware unpünktlich versendet hat dann löscht Amazon die Bewertung. Wenn ein Amazon Kunde uns eine negative Bewertung abgibt weil das Produkt mist ist dann löschen die die Bewertung. Wenn bei ebay sowas passiert ist das schei** egal. Eine negative Bewertung von einem nicht liquiden Kunden der nicht zum Paypal Rechnungskauf zugelassen wurde und uns negativ bewertet hat wurde von ebay nicht gelöscht. Ebays Vorgaben der Anpassung der Artikelmerkmale mit Frist Anfang 2017 als Gültigkeit für alle Händler wurde nochmal ein ganzes Jahr verschoben weil offenbar es viele Händler nicht angepasst haben. Lachhaft, aus meiner Sicht haben die das nicht angepasst weils die einen mist interessiert. Aber ebay ist ja sooo geil... also mit dem klecker Umsatz könnten wir schon fast drauf verzichten.

  • Wenn´s für den Vermögensmillionär nicht reicht, dann bestimmt für den Umsatzmillionär. Meine First Lady daheim scheint das ähnlich zu sehen, denn so langsam steuere ich auf die Privatinsolvenz zu. :)

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