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Praktiker Aktionäre sollen weitere Zugeständnisse machen

Bevor der angeschlagene Baumarktkonzern Praktiker gerettet werden kann, gibt es offenbar noch ein paar Probleme zu lösen. Der US-Investor Anchorage stellt neue Bedingungen für den Notkredit.
27.08.2012 - 12:16 Uhr Kommentieren

"Praktiker - Hier spricht der Preis" steht in Berlin auf einem Schild in einem Baumarkt der Kette Praktiker.

(Foto: dapd)

Frankfurt Auf den letzten Metern im Verhandlungsmarathon um einen Rettungskredit stößt der Baumarktkonzern Praktiker Insidern zufolge auf Schwierigkeiten. Der US-Hedgefonds Anchorage, von dessen Geld Praktiker sein Überleben abhängig gemacht hat, fordere von den Aktionären, Vermietern und Banken weitere Zugeständnisse, sagte eine Person mit Kenntnis der Gespräche der Nachrichtenagentur Reuters am Montag. „Die müssen alle diese Woche nochmal Farbe bekennen.“

Eine weitere Person aus dem Verhandlungsumfeld sagte, es werde auch um den Auszahlungstermin des von Anchorage erhofften Darlehens von 85 Millionen Euro gerungen. Der US-Investor wolle den dringend benötigten Kredit bei Vertragsabschluss nur zur Hälfte auszahlen.

Die zweite Hälfte solle demnach erst fließen, wenn sich die Aktionäre mit der geplanten Kapitalerhöhung um 60 Millionen Euro an der Sanierung beteiligt hätten. Die „Financial Times Deutschland“ hatte von diesem Auszahlungsplan berichtet.

Praktiker zufolge sind die parallel mit Anchorage und mit den Hausbanken geführten Gespräche auf der Zielgeraden. „Die Verhandlungen sind weit gediehen und werden in Kürze zu einem Abschluss kommen“, bekräftigte ein Konzernsprecher am Montag. Anchorage wollte sich nicht äußern. Neben dem Anchorage-Kredit und der Kapitalerhöhung will der Konzern bei seinen Banken - darunter die Commerzbank - Geld für das laufende Geschäft locker machen.

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    Zugeständnisse von Banken und Vermietern sind zum Teil schon im Sanierungskonzept des Vorstands eingeplant. Die Immobilien der Konzerntochter Max Bahr waren bei der Übernahme durch Praktiker 2006 an den Fonds Moor Park Capital verkauft worden. Doch die Schlüsselrolle dort spielt inzwischen die britische Bank RBS, nachdem die Refinanzierung des Portfolios im Frühjahr gescheitert war und die Vermietgesellschaft Insolvenz angemeldet hat. Praktiker und Anchorage dringen auf eine drastische Senkung der Mieten.

    Die Pläne des Vorstands zur Geldbeschaffung waren auf Gegenwehr aus den Reihen der Anteilseigner gestoßen. Die Wiener Fondsmanagerin Isabella de Krassny als Vertreterin der Hauptaktionäre hatte die von Anchorage gestellten Bedingungen als Knebelung und Wucher kritisiert, konnte aber den Vorstand nicht von einem Alternativkonzept überzeugen. Das Anchorage-Darlehen soll mit mehr als 16 Prozent verzinst und mit Max Bahr besichert werden. Darüber hinaus soll Anchorage Zugriff auf 15 Prozent der Praktiker-Aktien erhalten.

    Praktiker hat sich mit seinen jahrelangen 20-Prozent-Rabattaktionen in eine Sackgasse manövriert und schreibt hohe Verluste. Hoffnungsträger ist die stärker auf Service getrimmte Tochter Max Bahr, die mit der Umfirmierung zahlreicher Praktiker-Märkte zur Hauptmarke avancieren soll. Die neuen Max-Bahr-Märkte sollen Verhandlungskreisen zufolge jedoch nicht Teil des Sicherungspakets für Anchorage werden.

    • rtr
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