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Preiserhöhung Bahnfahrer müssen ab Dezember mehr bezahlen

Zugfahren wird im Winter teurer. Nach dem vierprozentigen Aufschlag im vergangenen Jahr erhöht die Deutsche Bahn ihre Fahrpreise zum Fahrplanwechsel am 9. Dezember erneut. Die Begründung ist wie immer die gleiche.
25.09.2012 Update: 25.09.2012 - 12:10 Uhr 14 Kommentare

Bahnfahren wird teurer

Berlin Bahnfahren wird ab Dezember erneut teurer. Die Deutsche Bahn erhöht die Preise im Fern- und Regionalverkehr um durchschnittlich 2,8 Prozent, wie der Konzern am Dienstag in Berlin bekanntgab. Auch die Bahncards werden zum Fahrplanwechsel am 9. Dezember 2,4 Prozent teurer. Der höchste Preis für eine Strecke im ICE steigt damit von 135 auf 139 Euro. Das betrifft etwa die Fahrt von Hamburg nach München.

Reservierungen kosten weiter vier Euro pro Platz. Die Sparpreise ab 29 Euro im Fernverkehr bleiben ebenfalls. Auch künftig kosten einfache Fahrten im ICE oder Intercity/Eurocity ab 29 Euro in der 2. Klasse sowie Fahrten ins europäische Ausland ab 39 Euro. Das Schöne-Wochenende-Ticket für Gruppenfahrten wird zwei Euro teurer (42 Euro). Derzeit entfallen nach Bahnangaben auf Sparpreise etwa 30 Prozent aller Fernfahrten. Sitzplatzreservierungen gibt es weiterhin für vier Euro. Der Vorverkauf für die Fahrten ab dem 9. Dezember beginnt am 16. Oktober.

Unberührt von den Erhöhungen des Unternehmens sind auch die Tarife der Verkehrsverbünde, die diese eigenständig festlegen. Die Bahn begründete die Verteuerung wie in den vergangenen Jahren mit gestiegenen Energiekosten.

Diese hat die Bahn zumindest zuletzt gut verkraftet: Im ersten Halbjahr 2012 verzeichnete der Konzern einen Passagierrekord sowie einen Gewinnsprung im Fernverkehr. Im Vergleich zum ersten Halbjahr 2011 verdreifachte sich das Betriebsergebnis von IC und ICE und übertraf damit sogar bereits das Gesamtjahr 2011 deutlich. Als Grund nannte die Bahn hier unter anderem „Preismaßnahmen“.

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    Vor einem Jahr hatte der bundeseigene Konzern die Preise im Fernverkehr um 3,9 Prozent erhöht und war dafür heftig kritisiert worden. Geholfen haben dürften dem Unternehmen die deutlich gestiegenen Spritpreise, die mehr Autofahrer zum Umstieg in die Bahn bewegten.

    Bahnkunden sind jährliche Fahrpreiserhöhungen gewohnt. Nur 2010 hatte der Konzern erstmals seit längerem seine Preise im Fernverkehr nicht erhöht. Bahnvorstand Ulrich Homburg sagte, die Preiserhöhungen sowohl bei anderen europäischen Bahnunternehmen als auch bei den Nahverkehrsverbünden seien stärker ausgefallen. Zum Vergleich wies er auch darauf hin, dass Strom und Benzin in zwölf Monaten um mehr als drei Prozent teurer geworden seien.

    Noch im Frühjahr hatte Bahnchef Rüdiger Grube in einem Interview gesagt: „Mein Ziel ist es, möglichst ohne Preissteigerungen auszukommen.“ Allerdings räumte er ein: „Ich führe letztendlich ein Wirtschaftsunternehmen, und das müssen wir gut führen. Deshalb müssen wir unsere Kosten in Ordnung halten.“

    In Zukunft sollen die Besitzer der Bahncard 25 und 50 kostenlos mit Bussen und U-Bahnen nicht nur an ihrem Zielort, sondern auch am Startort fahren können. Darüber wird allerdings noch mit den anderen Unternehmen verhandelt. Die Bahncard würde dann um einen beziehungsweise zwei Euro teurer.

    Gegen den Missbrauch von Monatskarten für bestimmte Strecken will die Bahn künftig stärker vorgehen. Mit diesen Fahrkarten kann ein Pendler am Samstag mehrere andere Reisende, etwa Familienmitglieder, mitnehmen. Das Angebot werde auf Strecken wie Berlin-Hamburg systematisch und kommerziell ausgenutzt, hieß es. Über das Internet suchten manche Kartenbesitzer Mitreisende und kassierten von ihnen Geld. Künftig darf der Besitzer der Monatskarte am Samstag nur noch einen Erwachsenen und bis zu drei Kinder mitnehmen.

    • rtr
    • dpa
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    Mehr zu: Preiserhöhung - Bahnfahrer müssen ab Dezember mehr bezahlen
    14 Kommentare zu "Preiserhöhung: Bahnfahrer müssen ab Dezember mehr bezahlen"

    Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

    • Passend zur Preiserhöhung wird auch gleich jedmögliche Kontakt mit der Bahn, "wegen Wartungsarbeiten" gekappt.

      Wollte noch meine Punkte von meiner "Bohnus"Card einlösen...
      Abfrage - wegen Wartungsarbeiten nicht möglich...!
      tel. Auskunft - wegen Wartungsarbeiten nicht möglich...!

      Service? - Wegen Preiserhöhung nicht möglich!

      Bei der Luftfahrt kann man zumindest auf eine andere Ges. ausweichen.
      Bei der Bahn wird das Monopol auch noch staatlich, sprich von unseren Steuergeldern, gestützt.

      mfg

    • @Paule

      Für sich genommen ist die Preissteigerung der Bahn sicher kein Problem und vielleicht auch nachvollziehbar. Aber die Bahn ist nur ein Apfel in dem Obstkorb, der ständig teurer wird.

      Problem bei der Bahn ist halt, dass sie jedes Jahr teurer wird, die Serviceleistungen jedes Jahr schlechter werden. Im Winter funktionieren die Heizungen nicht (jeden Winter öfter), im Sommer fallen reihenweise die Klimaanlagen aus (sofern vorhanden). Züge haben oft Lokschäden, von den Problemen bei den Stellwerken will ich gar nicht erst anfangen etc.

    • @ Inflation:

      Ich bin bei Ihnen, was das (Miss-)Verständnis für die Preissteigerungen bei der Bahn anbelangt, wobei diese gefühlt jedes 5. oder 6. Mal nicht pünktlich ist.

      Aber Ihnen ist schon klar, dass Sie gerade Äpfel mit einem Obstkorb vergleichen?
      Sie arbeiten sicherlich in irgendeiner Branche XY. Die von Ihnen angegebene Lohnentwicklung wird vermutlich annähernd die Lohnentwicklung der Branche, in der Sie aktiv sind, wiederspiegeln.
      Die Inflationsrate hingegen ist ein gewichtetes Mittel.

    • Steger,
      das möchte ich auch nicht beschönigen, dass die Inflationsrate häufig nicht der Realität entspricht. Allerdings sind die Vergleiche häufig schwierig. Rechnung anhand "vor 20 Jahren" (rein illustrativ):

      Einstiegsgehalt Diplom-Ingenieur 2012: EUR 4.000
      Daraus folgt EUR 14,40/ EUR 4000 = 0,36% des Monatsgehalts gehen für den Streckenabschnitt drauf.

      Diese 0,36% auf die DM 10 umrechnen ergibt ein monatliches Gehalt von ca. DM 2.800.

      Interessant wäre nun zu wissen wie hoch das Einstiegsgehalt vor 20 Jahren war. Ich kann natürlich auch völlig fasch liegen.

      In Ihrem beschriebenen Fall ist die Steigerung auch beachtlich, aber in vielen anderen Bereichen, ist ein pauschaler Vergleich nicht aussagekräftig.

      Viele Grüße!

    • @Sven
      "Wo ist denn das Problem, wenn quasi preislich angezogen wird. Die Gehaltssteigerungen lagen in vielen Branchen auch in dieser Größenordnung."

      Und das ist über die Jahre gesehen völlig falsch.
      Für dieses Jahr mag das stimmen,
      2009 bei der Bahn 1,8%, bei mir 0,6%.
      2010 bei der Bahn 2,8%, bei mir 1,1%.
      2011 bei der Bahn 3,9%? Bei mir 2,1%.
      2012 bei der Bahn 2,8%, bei mir 2,2%.

      Dazu kommen die Steigerungen bei Strom und Gas, die über den Steigerungen von der Bahn liegen.
      Die Lohnsteigerungen können mit den Kostensteigerungen, die man zum Leben braucht nicht mehr mithalten. Und das wird mit dem EuroLira nicht besser werden
      Na, merken Sie was?

      Aber das ist kein Problem der Bahn, sondern eines, das auf uns zukommt und von den Politikern so gewollt ist.

    • Sven,
      meine Kritik bezieht sich darauf, daß der Bevölkerung ständig eine geschönte Inflationsrate von etwa 2% präsentiert wird. Wer aber mit offenen Augen durch die Welt geht, wird merken, daß die tatsächliche Inflationsrate deutlich darüber liegt. Nicht nur bei Lebensmitteln, auch Brennstoffe, Strom, Mieten, Gebühren, Preise für Haus und Grund oder Edelmetalle (auch das sind Waren) steigen deutlich stärker an.
      Ein von mir häufig befahrener Streckenabschnitt der Bahn hat vor 20 Jahren noch weniger als 10 DM für die einfache Fahrt gekostet. Heute zahle ich 14,40 Euro.

    • ...das ganze Preistreibereisystem bei der Bahn würde ganz schnell zu einem Ende kommen, wenn viel mehr der Autoreisenden ihre freien Plätze anderen Mitfahrern aktiver anbieten würden. Aber das schnallen noch nicht genug Autofahrer...

    • Nur dass die Logistiksparte Schenker für mehr als die Hälfte des Umsatzes bei der Bahn steht. Dazu hat die Deutsche Bahn die Englische Bahn gekauft.

      Daher ist die Rechnung falsch.

    • Ein Teil der Kommentare hat wieder ein erschreckend schwaches Niveau.

      @karstenberwanger: wo liegt der Sinn dieses Vergleichs? In den 70er Jahren hat eventuell auch eine Maß nicht EUR 10 sondern DM gekostet. Dafür lagen die Einstiegsgehälter vermutlich in anderen Größenordnung. Und in der Weimarer Republik war alles viel teurer...

      @Steger: Herr Draghi hätte vermutlich kein Problem die 2,8% in den Warenkorb mit (oder särker mit) einzubeziehen.

      Wo ist denn das Problem, wenn quasi preislich angezogen wird. Die Gehaltssteigerungen lagen in vielen Branchen auch in dieser Größenordnung.

      Aber Hauptsache es gibt wieder etwas zu motzen...

    • Die Bahn macht 38 Mrd.€ Umsatz.
      Ihr Energieversorger, die eigene Tochter DB Energie GmbH, machte 2010 rund 2,5 Mrd.€ Umsatz. Und das nicht nur mit der Mutter und auch nicht nur mit der reinen Energielieferung.
      Daraus ergibt sich, daß der Energiekostenanteil am Umsatz der Deutschen Bahn nicht höher sein kann, als max. 6,5%, nämlich dem gesamten Umsatz der Tochter. Tatsächlich dürften sich die tatsächlichen Energiekosten noch deutlich darunter bewegen.
      Um mit höheren Energiepreisen 2,8% Preiserhöhungen in 2012 rechtfertigen zu können, müßten die Energiepreise binnen diesen Jahres schon um 42% gestiegen sein, davon ausgegangen, daß der gesamte Umsatz der Tochter als Energielieferung für die Bahn betrachtet würde.

      Nennen wir das Kind doch beim Namen: Min. 2/3 der Erhöhung dienen dazu, das Ergebnis der Bahn weiter hochzutreiben. Das so zu sagen, würde nur nicht gut ankommen. Also schreiben wir das lieber nach bekanntem Schema den Energiekosten zu.

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