Benachrichtigung aktivieren Dürfen wir Sie in Ihrem Browser über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts informieren? Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Fast geschafft Erlauben Sie handelsblatt.com Ihnen Benachrichtigungen zu schicken. Dies können Sie in der Meldung Ihres Browsers bestätigen.
Benachrichtigungen erfolgreich aktiviert Wir halten Sie ab sofort über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts auf dem Laufenden. Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Jetzt Aktivieren
Nein, danke

Prime-Angebot in Großbritannien Amazon wird zum Konzertveranstalter

Amazon liefert seinen Prime-Kunden in Großbritannien längst nicht nur Bücher, CDs oder Lebensmittel an die Haustür. Der US-Internetriese veranstaltet jetzt auch Konzerte. Den Auftakt macht Poplegende Blondie.
Kommentieren
Die US-Band tritt Ende Mai in London exklusiv für Amazon-Kunden auf. Quelle: dpa
Blondie-Sängerin Debbie Harry

Die US-Band tritt Ende Mai in London exklusiv für Amazon-Kunden auf.

(Foto: dpa)

London Die Zeiten, in denen der US-Riese Amazon seinen Kunden lediglich Bücher verkaufte, sind lange vorbei. Gerade in Großbritannien ist das Angebot des einstigen Online-Buchhändlers mittlerweile schier unerschöpflich: Ob selbstproduzierte Filme, Pizza oder Paprika: Amazon liefert seinen britischen Kunden fast alles bequem an die Haustür – in einigen Regionen bringt sogar eine Drohne die Bestellung. Mit einem neuen Angebot versucht Amazon nun, seine Kunden vom heimischen Sofa wegzulocken: Der US-Konzern will sich als Konzertveranstalter etablieren.

Vor 750 Amazon-Kunden werde am 23. Mai in London die US-Band Blondie auftreten, kündigte Amazon am Dienstag an. Weitere Konzerte in London sind in Planung, fest gebucht sind bereits Alison Moyet und Texas. „Wir wollen unseren Prime-Mitgliedern das beste Live-Entertainment-Erlebnis bieten, das sie je hatten“, verspricht Amazon-Managerin Geraldine Wilson. Sie sollen die Musiker „in außergewöhnlichen“ und kleinen Veranstaltungsorten so nah wie möglich kommen. Nicht mehr als 800 Leute sollen Karten für die Veranstaltungen erhalten. Blondie-Fans außerhalb von England können das Event nur online anschauen.

Im Rahmen von Amazon Prime bietet der US-Konzern in verschiedenen Ländern verschiedene Produkte und Dienstleistungen an. In Großbritannien können Konzertliebhaber auch Tickets für andere Veranstaltungen 24 Stunden vor anderen Kunden kaufen und spezielle Optionen wie Plätze in den Amazon-Logen in der O2-Arena buchen. Daneben wurde auf der Insel bereits vor gut einem Jahr Amazon Fresh gestartet, ein Lieferdienst für Lebensmittel. In einigen Städten kann man sogar Essen aus dem Restaurant bestellen.

Wie viel das Prime-Abonnement kostet, ist von Land zu Land verschieden. In Deutschland müssen Prime-Kunden 69 Euro pro Jahr zahlen, von britischen Kunden verlangt Amazon 79 Pfund. Für manche Angebote wie Amazon Fresh fallen darüber hinaus weitere Kosten an.

Einkaufen ohne Kassen und Warteschlangen
Die neue Amazon-Idee
1 von 7

Nie mehr Schlange stehen, sondern mit dem vollen Einkaufswagen einfach aus dem Laden laufen: Das verspricht eine neue Idee des Onlineriesen Amazon – ein Supermarkt in Seattle mit dem Namen „Amazon Go“.

(Foto: Reuters)
Sensoren erkenne die gewählten Produkte
2 von 7

In Seattle im US-Bundesstaat Washington präsentierte der Konzern am Montag den Prototyp eines Supermarkts, in dem Kunden alles mitnehmen können, ohne eine Kasse zu passieren. Die in dem rund 170 Quadratmeter großen Laden eingebaute Technologie „erkennt automatisch, wenn Produkte aus den Regalen genommen werden“, erklärte das Unternehmen. Sensoren ermöglichen es dem Kunden also, die gewünschten Produkte auszusuchen und dann mit einer App über ihre Amazon-Konten abzurechnen

(Foto: Screenshot Youtube - Amazon)
Der Kassenzettel wird nachgereicht
3 von 7

Nur beim Betreten des Ladens muss das Smartphone am Eingang gescannt werden. Beim Verlassen des Geschäfts werde der Einkauf dann über einen virtuellen Warenkorb abgebucht. „Wenn du mit dem Einkaufen fertig bist, kannst du das Geschäft einfach verlassen“, erklärte das Unternehmen. Anschließend werde das Amazon-Konto des Kunden mit dem entsprechenden Betrag belastet und ein Kassenzettel verschickt. Angeboten werden Grundnahrungsmittel wie Brot und Milch, Fertiggerichte und Kochboxen mit Zutaten für bestimmte Gerichte.

(Foto: Screenshot Youtube - Amazon)
Hier darf nicht jeder rein
4 von 7

Allerdings darf nicht jeder in den neuen Supermarkt. Vorerst können nur Angestellte des Konzerns, der in Seattle seinen Hauptsitz hat, Amazon Go nutzen.

(Foto: Reuters)
Ab 2017 für alle Kunden geöffnet
5 von 7

Anfang 2017 soll der Laden, der auch frische Menüs anbietet, dann für alle anderen Kunden geöffnet werden. Ob weitere Filialen geplant sind, war zunächst unklar.

(Foto: Reuters)
Amazon erobert die analoge Welt
6 von 7

Amazon bietet in den USA und London bereits den Lebensmittel-Lieferdienst Amazon Fresh an. Dabei handelt es sich um eine für 15 Dollar pro Monat erhältliche Zusatzoption für Abonnenten des jährlich 99 Dollar kostenden Prime-Service. Zudem betreibt Amazon in Seattle seit dem vergangenen Jahr bereits einen Buchladen; weitere Standorte in anderen Städten sind angekündigt. Laut „Wall Street Journal“ will der Konzern außerdem in den nächsten Wochen testweise zwei Drive-in-Läden eröffnen, ebenfalls in Seattle.

(Foto: Reuters)
Druck für die traditionellen Kaufhausketten
7 von 7

Sollte sich der Onlinekonzern dazu entscheiden, im großen Stil ins Supermarktgeschäft einzusteigen, würde dies erheblichen Druck auf traditionelle Lebensmittelhändler und Kaufhausketten wie Wal-Mart ausüben. Bislang kaufen die meisten Verbraucher die Dinge des täglichen Bedarfs bei solchen Anbietern ein.

(Foto: AFP)

Auch für die Konzertkarten müssen Musikliebhaber noch einmal extra in die Tasche greifen: Tickets für Blondie kosten 150 Pfund. Fans von Alison Moyet kommen mit 95 Pfund günstiger weg. Im Laufe des Jahres sind weitere Konzerte in Großbritannien geplant. Es wird damit gerechnet, dass Amazon auch in anderen Ländern ein derartiges Angebot einführen könnte – wenn es sich denn lohnt.

Der Online-Riese hüllt sich in Schweigen darüber, wie viele seiner Kunden bereits Prime-Abonnenten sind. Doch kürzlich war das US-Unternehmen in einer Pflichtmitteilung an die Börse gezwungen, seinen Umsatz aus „Abonnementangeboten für Privatkunden“ im vergangenen Jahr zu veröffentlichen: 6,4 Milliarden Dollar. Analysten schlussfolgerten daraus, dass die Zahl der Prime-Kunden weltweit zwischen 65 Millionen und 80 Millionen liegen dürfte.

Startseite

Mehr zu: Prime-Angebot in Großbritannien - Amazon wird zum Konzertveranstalter

0 Kommentare zu "Prime-Angebot in Großbritannien: Amazon wird zum Konzertveranstalter"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

Serviceangebote