Prime Now in München Amazon schlägt in der City auf

Von Bier und Brezen bis zur Kreissäge: Wer bei Amazon einkauft, wird nun auch in München innerhalb einer Stunde beliefert. Dafür treibt der Onlinehändler einen riesigen Aufwand. Ein Ortsbesuch im neuen Logistikzentrum.
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Mehr als 10.000 Artikel werden in der bayerischen Landeshauptstadt binnen einer Stunde ausgeliefert. Quelle: Amazon.de
Amazon Prime Now: In einer Stunde vom Handy an die Haustür

Mehr als 10.000 Artikel werden in der bayerischen Landeshauptstadt binnen einer Stunde ausgeliefert.

(Foto: Amazon.de)

MünchenDer Hauptbahnhof liegt schräg gegenüber, zum Stachus und damit mitten ins Herz der Metropole ist es zu Fuß nur eine Viertelstunde: Der Internetkonzern Amazon hat an diesem Mittwoch sein erstes Verteilzentrum in der Münchener Innenstadt eröffnet. Mehr als 10.000 Artikel halten die Amerikaner in einem Bürokomplex bereit, um die Kunden in der bayerischen Landeshauptstadt binnen einer Stunde zu beliefern.

Milch, Ketchup und Äpfel, Joghurt, Eis und Bier: Was der Münchener so zum Leben braucht, findet sich in den langen Regalreihen. Und noch viel mehr: Turnschuhe von Converse liegen neben einer Kreissäge von Bosch, Playmobil-Packungen verstecken sich hinter Schnurlos-Telefonen von Gigaset. „Wahrscheinlich ist die Auswahl noch nicht perfekt“, räumt Kai Rühl ein. „Aber wir haben hier die Artikel herein geräumt, von denen wir glauben, dass sie am beliebtesten sind.“

Der Manager hat das neue Lager in den vergangenen Monaten aufgebaut. Auf 2200 Quadratmetern hat er zahllose Metallregale aufstellen lassen, aber auch eine Kühl- und Gefrierkammer installiert. „Prime Now“ nennt sich das Angebot, mit dem Amazon zum Aufpreis von 6,99 Euro je Bestellung seine Kunden binnen einer Stunde beliefert.

Allerdings gilt das nur im Innenraum der Millionenstadt. Ohne zusätzliche Gebühren, dafür aber lediglich innerhalb eines Zeitraums von zwei Stunden, kommt die Ware auch in die Randbezirke und ins Umland. Wann die Einkäufe vor der Tür stehen sollen, das dürfen die Konsumenten selbst bestimmen.

In Berlin genießen die Kunden den Service schon seit Mai, auch in anderen ausgewählten Großstädten wie Paris, Mailand und London bietet Amazon die ultraschnelle Belieferung an. Zum Vergleich: Normalerweise müssen die Käufer zwei, drei Tage warten, ehe sie ihre Bestellungen erhalten.

Lediglich in 14 deutschen Großstädten ist bei Amazon die Lieferung am selben Tag möglich, wenn die Kunden am Morgen online ordern. Der Aufwand für die neue Dienstleistung ist beträchtlich. 60 Arbeitsplätze hat der Konzern aus Seattle in München in dem Verteilzentrum geschaffen. Dazu kommen noch Dutzende Fahrer, die bei zwei lokalen Logistikfirmen angestellt sind.

Die meisten Jobs entstanden für die sogenannten Picker. Das sind Arbeiter, die mit Scannern in der Hand die Artikel aus den Regalen holen. Die Ware legen sie in Papiertüten. Verderbliche Güter kommen in Kühltüten. Die nimmt der Ausfahrer beim Kunden wieder mit. In der City schwingen sich die Boten auf Lastenräder mit Elektroantrieb. Wenn’s weiter raus geht, kommen herkömmliche Lieferwagen zum Einsatz.

Brot und Brezen vom lokalen Bäcker
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9 Kommentare zu "Prime Now in München: Amazon schlägt in der City auf"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • Ich möchte mich für meine unsinnigen Kommentare entschuldigen, ich muss jetzt meine Pillen nehmen und Flaschen sammeln gehen. Untertänigsten Dank, dass sie mich den ganzen Tag, was schreibe ich, Monate ertragen haben.

  • Herr Toni Ebert@
    Ich glaube wir werden überflüssig ebenso der Flaschensammler und der Besamer.

  • ---Q Herr Peter Delli

    Mal ehrlich, was wird werden, wenn Quantencomputer (bis zu 100 Mio mal schneller,..) die KI und VR steuern?

    Was ist, wenn die VR nicht nur die Brille, sondern über einen Chip gleich das Gehirn ansteuert?

  • Troll ,halten Sie sich aus Fachgesprächen raus, von Amazon-Befruchtungen verstehen Sie als Flaschensammler ohnehin nichts.

  • DANKE HBO

    das ist doch das lustige Ebert-meets-Delli Forum, oder?

    Die zwei sind einfach SPITZE.
    Das ist das Niveau was Sie , liebes HBO, doch wollen.

    KLASSE

  • --@ Herr Peter Delli

    Künstliche Befruchtung nennt man das in den reihen von Zucht-Instituten.

    Trotzdem gut getroffen. Ich kann wirklich keinen Unterschied hierzu zwischen der Politischen Langzeit-Elite und einem Zuchtmeister feststellen.

  • Wir brauchen daher immer mehr Facharbeiter, Herr Elbert. Wenigstens das postalische Besamen muss noch möglich sein.

  • Ja, der Markt der Zukunft.

    Bald werden die überteuerten Innenstädte leer sein Man ist dort nur noch, um sich Sachen an zu sehen. Aber gekauft wird draußen (ALDI..), oder Amazon.

    Wenn die Drohnen aber erst die Quantentec. nutzen können, werden sie die aktuellen Auslieferer vollkommen verdrängen. selbst die Lagerhaltung geht dann (mit KI) ohne Menschen.


  • "Von Bier und Brezen bis zur Kreissäge: (...) Dafür treibt der Onlinehändler einen riesigen Aufwand."

    Solange das nicht auf Kosten seiner Mitarbeiter geht (immerhin haben wir jetzt einen Mindestlohn), soll mir das recht sein.

    Es gibt weiß Gott idiotischere Methoden, das Bruttosozialprodukt in die Höhe zu schrauben.

    Kurz: Solange alle von einem Geschäftsmodell profitieren, ist alle ok.

    Wenn nicht, NICHT.

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