Proteste bei McDonald's Gefängnis statt mehr Geld

Tausende Mitarbeiter haben die Firmenzentrale von McDonald's belagert. Die Forderung: höhere Löhne. Doch die Demonstration endete für viele Mitarbeiter nicht mit mehr Geld, sondern im Knast.
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Die Polizei hält Mitarbeiter von Fast-Food-Ketten vor McDonald's zurück. Quelle: AFP

Die Polizei hält Mitarbeiter von Fast-Food-Ketten vor McDonald's zurück.

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Oak BrookDie Forderung nach einem besseren Stundenlohn bei McDonald's endete für Dutzende US-Mitarbeiter in Polizeigewahrsam. Nach Gewerkschaftsangaben hatten sich am Mittwoch vor der Firmenzentrale in Oak Brook nahe Chicago mehr als 2000 Menschen versammelt, um mit Schildern wie „Wir sind mehr wert“ auf ihre niedrigen Einkommen hinzuweisen. Nachdem sich die Demonstranten geweigert hätten, das Gelände zu verlassen, seien mehr als 100 von ihnen vorübergehend festgenommen worden, erklärten die Organisatoren der Aktion.

An diesem Donnerstag ist die Hauptversammlung von McDonald's, was eine Bühne für Kritiker ist. Im vergangenen Jahr hatte eine Neunjährige Konzernchef Don Thompson in die Mangel genommen und ihm vorgeworfen, Kinder zu ungesundem Essen zu verleiten. In diesem Jahr machen nun die Mitarbeiter mobil. Sie verlangen einen Stundenlohn von 15 Dollar (umgerechnet 11 Euro). Der Durchschnittslohn in der Branche liegt nach Angaben des Arbeitsministeriums bei 9,08 Dollar. Manche Beschäftigte bekommen sogar nur den gesetzlichen Mindestlohn von 7,25 Dollar und haben seit Jahren keine Erhöhung gesehen.

Hintergrund der Proteste ist die Debatte um die ungleiche Verteilung der Einkommen zwischen Managern und einfachen Beschäftigten. So lag das Gesamtgehalt von McDonald's-Chef Thompson im vergangenen Jahr bei 9,5 Millionen Dollar. Ein Mitarbeiter in einem Schnellrestaurant verdiente dagegen im Schnitt 18 880 Dollar. Bereits vor einer Woche hatten Beschäftigte in den USA für höhere Löhne demonstriert und Restaurants auch anderer Ketten lahmgelegt. Die Proteste gingen am Rande der McDonald's-Hauptversammlung weiter.

Die Unzufriedenheit entlädt sich damit immer lautstärker. Vor zwei Monaten hatten McDonald's-Mitarbeiter in drei US-Bundesstaaten den Fast-Food-Primus wegen unfairer Bezahlung verklagt und von „Lohn-Diebstahl“ gesprochen. So hätten die Mitarbeiter unter anderem unbezahlte Überstunden leisten oder die Zeitkonten manipulieren müssen, lautete der Vorwurf. McDonald's hatte versichert, den Vorwürfen nachzugehen.

In Deutschland war Burger King unter Druck geraten, nachdem die RTL-Sendung „Team Wallraff - Reporter Undercover“ über Hygieneverstöße und schlechte Arbeitsbedingungen bei einem Lizenznehmer berichtet hatte.

Nach dem Wegfall einfacher Arbeiten in vielen Industriebetrieben weichen insbesondere ungelernte Kräfte oft in die Fast-Food-Branche aus. Angesichts niedriger Löhne sind sie nicht selten zusätzlich auf staatliche Unterstützung angewiesen. Präsident Barack Obama hatte vor diesem Hintergrund zu Jahresbeginn eine Initiative für einen höheren Mindestlohn gestartet. Er hob die Schwelle per Erlass von 7,25 auf 10,10 Dollar pro Stunde an - allerdings nur für Unternehmen, die für den Staat arbeiten. Für eine flächendeckende Einführung muss der Kongress ein Gesetz beschließen.

Wo die Deutschen essen gehen
Metro Group - Zentrale
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Platz 20

Metro Group

Die konzerneigenen Restaurantbetriebe des Metro-Konzerns landen auf Rang 20 der größten Gastro-Unternehmen in Deutschland. In der vom Deutschen Fachverlag (dfv) erstellten Rangliste verloren die Restaurants vier Plätze. Der Umsatz ging im Jahr 2012 leicht auf geschätzte 111 Millionen Euro gegenüber dem Vorjahr zurück.

After Show Dinner mit Liza MinnelliAfter Show Dinner mit Liza Minnelli
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Platz 19

Kuffler Gruppe

Nicht nur Promis wie Entertainerin Liza Minnelli oder Schauspieler Fritz Wepper lassen sich von Gastronom Roland Kuffler (hinten) bewirten. Er betreibt unter anderem Restaurants in München (z.B. „Spatenhaus“) und Frankfurt. Auch ein Zelt auf dem Oktoberfest gehört zum Portfolio der Kuffler Gruppe. Der Umsatz seiner Unternehmensgruppe kletterte um fast zehn Millionen auf 112 Millionen Euro und machte damit zwei Plätze gut.

FDP wehrt sich gegen Vorwurf der Käuflichkeit
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Platz 18

Marché / Mövenpick

Mit einem annähernd stagnierenden Umsatz von 113 Millionen Euro landet der Betreiber der Restaurantketten Marché und Mövenpick auf Platz 18. Zuletzt eröffnete Marché ein neues Restaurant in einem Designer-Outlet in Neumünster.

Bordstewards der BahnBordstewards der Bahn
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Deutsche Bahn

Die Bordrestaurants der Fernzüge und Service-Punkte in Bahnhöfen spülten der Bahn laut dfv im vergangenen Jahr 114 Millionen Euro Umsatz in die Kassen und damit etwa gleich viel wie noch 2011.

Elektrofahrzeuge für Lieferservice
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Joey’s Pizza

Karsten Freigang (Foto rechts), Geschäftsführer der Joey’s Pizza Service GmbH, kann sich freuen. Der Lieferdienst macht einen Sprung um drei Plätze nach vorne. Um zehn Prozent legte der Umsatz auf 120 Millionen Euro zu. Neue Filialen und Franchise-Nehmer waren hinzu gekommen und die bestehenden Restaurants legten im Umsatz um 4,6 Prozent zu.

A cup of coffee is seen in Starbucks' Vigo Street branch in Mayfair, central London
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Starbucks

Das Europageschäft der Kaffeehaus-Kette aus Seattle ist zwar eine Schwäche des Konzerns. Doch der Umsatz in Deutschland legte im vergangenen Jahr um etwa vier Prozent auf 125 Millionen Euro zu. 160 Filialen gibt es in Deutschland, neun mehr als Ende 2011.

Karstadt - Hoffen und Bangen geht weiter
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Karstadt / Le Buffet

Die Karstadt-Tochter Le Buffet betreibt unter anderem die Restaurants in den konzerneigenen Kaufhäusern. 87 Restaurants gehören weiterhin zum Unternehmen. Doch der Umsatz schrumpfte 2012 etwas auf 130 Millionen Euro.

  • dpa
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  • Wann lassen die Leute endlich die Finger von diesem Ausbeuterfraß?

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