Pünktlich zum Schlussverkauf Tarifeinigung im Einzelhandel

In ganz Deutschland laufen derzeit Tarifgespräche im Einzelhandel. Als erstes haben sich die Partner im Südwesten geeinigt – gerade rechtzeitig zum Start der sommerlichen Rabattschlacht.
Update: 10.07.2015 - 15:24 Uhr Kommentieren
Dass die Warnstreiks diesmal nicht in die Rabattsaison reichen wie bei der Tarifrunde vor zwei Jahren, dürfte die Händler hoffen lassen. Quelle: dpa
Sommerschlussverkauf

Dass die Warnstreiks diesmal nicht in die Rabattsaison reichen wie bei der Tarifrunde vor zwei Jahren, dürfte die Händler hoffen lassen.

(Foto: dpa)

Korntal-Münchingen/StuttgartZum Auftakt der Sommer-Rabattaktionen ist in der Tarifrunde des Einzelhandels in Baden-Württemberg der erste Abschluss geglückt. An dem Vertrag im Südwesten könnten sich nun alle anderen Tarifgebiete der Branche orientieren, stellte der Handelsverband Deutschland (HDE) am Freitag fest. Es sei mit Blick auf die Lage der Branche und der Inflation ein „tragfähiger Kompromiss“. Mit genau diesem Ausdruck hatte zuvor ein Sprecher der Gewerkschaft Verdi die Eingung bewertet.

Im Südwesten bekommen die Beschäftigten im Einzelhandel rückwirkend zum 1. Juli 2,5 Prozent mehr Lohn. Ab 1. April 2016 soll es noch einmal zwei Prozent mehr geben. Außerdem wird die Vergütung der Auszubildenden angehoben.

Das sind Deutschlands beliebteste Einkaufsmeilen
Zieht nicht mehr: Westenhellweg Dortmund
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Der Dortmunder Westenhellweg, hier sieht man den dort beheimateten Einkaufstempel Thier-Galerie, verpasst dieses Jahr knapp den Einzug in die Spitzengruppe der meist frequentierten Einkaufsstraßen Deutschlands. Die Immobilienberatungsfirma JLL zählt einmal jährlich eine Stunde lang die Passanten in den Einkaufsstraßen deutscher Großstädte. In Dortmund auf dem Westenhellweg flanierten am Zähltag im März 9.365 Passanten in der Stunde. Erstmals seit 2009 schafft es der Standort damit nicht in die Top Ten der meist frequentierten Einkaufsstraßen in Deutschland.

Rang 10 – Bahnhofstraße Hannover
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Vor einigen Jahren wurde die Bahnhofstraße aufgehübscht, die Stadt Hannover investierte 8,95 Millionen Euro in die neue Niki-de-Saint-Phalle-Promenade, die unter die Bahnhofstraße gelegt worden war, und weitere 3,83 Millionen in die Flaniermeile selbst. 30 neue Geschäfte und Gastrobetriebe fanden im Untergeschoss Platz, auch oben locken viele Ladenlokale. Mit Erfolg: 2015 landet die Bahnhofstraße mit knapp 10.000 Besuchern pro Stunde auf Rang 10 der beliebtesten Einkaufsstraßen in Deutschland.

Rang 9 – Schadowstraße Düsseldorf
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Es ist vermutlich nicht immer so ein Gedränge wie hier zur Wiedereröffnung der C&A-Filiale. Doch mit 10.080 Passanten in einer Stunde ist die Düsseldorfer Schadowstraße ohne Frage eine der meistfrequentierten Einkaufsstraßen Deutschlands. Mit 4775 Passanten in einer Stunde ist mit der Königsallee zudem eine Düsseldorfer Straße Spitzenreiter im Segment der Luxusmeilen.

Rang 8 – Hohe Straße Köln
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Es sind tatsächlich Menschenmassen, die sich hier durch die Hohe Straße in Köln schieben. Sie ist eine der längsten Einkaufsstraßen in Deutschland und extrem beliebt. Während der einstündigen Zählung von JLL passierten 11.190 Menschen die Geschäfte. „Die Passantenfrequenzen sind nicht das alleinentscheidende Kriterium für die Expansionsentscheidungen von Handelsunternehmen“, gibt JLL-Experte Dirk Wichner zu. Doch er sagt: „Kennziffern wie die Spitzenmiete, Zentralität oder Kaufkraft erhalten auf diese Weise zusätzliche Aussagekraft.“

Rang 7 – Georgstraße Hannover
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Die niedersächsische Landeshauptstadt schafft es mit der Georgstraße und ihren knapp 12.525 Passanten in einer Stunde sogar zwei Mal ins Ranking. Zum Erfolg der Georgstraße dürfte auch beitragen, dass sie eine reine Flaniermeile ist: Fußgängerzonen kommen laut der Erhebung von JLL durchschnittlich auf fast doppelt so viele Passanten wie Einkaufsstraßen mit Fahrbahn.

Rang 6 – Neuhauser Straße München
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Auf der Neuhauser Straße locken nicht nur Luxusgeschäfte wie das Karstadt-Haus Oberpollinger, doch die Einkaufsstraße richtet sich schon an gehobenes Klientel. Das scheint bei vielen Münchenern und Touristen zu verfangen: Hier tummeln sich in einer Stunde laut JLL rund 12.945 Menschen. München ist neben Berlin übrigens auch die Stadt mit der höchsten Dichte an so genannten Hochfrequenzlagen mit jeweils über 5.000 Passanten pro Stunde. Das Bild ergibt sich aus dem Ensemble der Kaufingerstraße, der Neuhauser Straße, der Weinstraße, des Tals sowie der Sendlinger Straße.

Rang 5 –Spitalerstraße Hamburg
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Mindestens 13.000 Passanten in der Zählstunde waren in diesem Jahr die Eintrittskarte für einen Platz unter den Top Fünf des JLL-Rankings. Die Spitalerstraße in Hamburg schafft es mit 13.070 Personen knapp in die Führungsgruppe. Im Luxussegment landet Hamburg sogar auf Rang 2: 2.925 Menschen gingen in einer Stunde am Neuen Wall entlang.

„Der Abschluss war hart umkämpft und stellt zugleich die Grenze des Machbaren für die Handelsunternehmen dar“, sagte der Verhandlungsführer der Arbeitgeber, Philip Merten, am Freitag nach der Einigung am Vorabend. In ganz Deutschland laufen derzeit Verhandlungen. In Hessen sollte am Freitag wieder verhandelt werden,

Im baden-württembergischen Einzelhandel arbeiten rund 490.000 Menschen – darunter fallen allerdings auch Nicht-Tarifbeschäftigte. Besonders Modehändler dürften ihre Hoffnung nun auf die schon laufenden Sommer-Rabattaktionen setzen. Viele Händler geben bereits bis zu 50 Prozent Nachlass, obwohl die traditionelle Lagerräumung erst Ende Juli beginnt. Angesichts des schwachen Halbjahrs versuchen viele Händler, das Sommerwetter auszunutzen.

Während der Hitzewelle am vergangenen Wochenende seien die Läden zwar vergleichsweise leergeblieben, sagte der Vizepräsident des Einzelhandelsverbands HDE, Horst Lenk. Die moderaten sommerlichen Temperaturen, die sich inzwischen eingestellt haben, animierten aber zum Einkauf.

Dass die Warnstreiks diesmal nicht in die Rabattsaison reichen wie bei der Tarifrunde vor zwei Jahren, dürfte die Händler hoffen lassen. Die Margen im Handel sind dünn, der Wettbewerb durch Online-Konkurrenz verschärft. Die Branche rechnet nach der Prognose des Handelsverbands in diesem Jahr mit einem schmalen Plus von 1,5 Prozent – ähnlich fiel das Wachstum in den vergangenen Jahren aus.

  • dpa
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