Puma verdoppelt Gewinn Die Raubkatze ist wieder wild

Als Björn Gulden Puma übernahm, lag die Traditionsfirma am Boden. Nun ist die Sportmarke glänzend ins Jahr gestartet, die Turnschuhe des Labels sind gefragt wie nie. Die Investoren sind begeistert von der Raubkatze.
Kommentieren
Die Wiederauferstehung von Puma: Die Sportmarke erzielte ein spektakuläres Plus zu Jahresbeginn. Quelle: dpa
Björn Gulden

Die Wiederauferstehung von Puma: Die Sportmarke erzielte ein spektakuläres Plus zu Jahresbeginn.

(Foto: dpa)

MünchenGroße Worte sind seine Sache nicht. Als gebürtiger Norweger gehört Björn Gulden einem eher zurückhaltenden Menschenschlag an. Da ist es nicht weiter überraschend, dass seine Bilanz des ersten Quartals eher nüchtern ausfällt. „Unsere Produkte haben sich gut verkauft“, sagte der Puma-Chef am Dienstagmorgen in einer Telefonkonferenz mit Reportern. Und fügte hinzu: „Wir glauben, dass wir auf dem richtigen Weg sind.“

Gut verkauft? Die Shirts, Shorts und Turnschuhe mit dem Raubtier-Logo waren begehrt wie noch nie in der 69-jährigen Geschichte des fränkischen Unternehmens. Erstmals hat Puma in einem Quartal mehr als eine Milliarde Umsatz erzielt. Der Zuwachs zwischen Januar und Ende März: satte 18 Prozent.

Das gute Geschäft sorgte im ersten Quartal auch für einen Gewinnsprung. Unterm Strich blieben knapp 50 Millionen Euro übrig, damit hat Gulden den Überschuss im Vergleich zum Vorjahr fast verdoppelt. Es seien vor allem die Frauen gewesen, die beherzt zu den Sneakern von Puma gegriffen hätten, erläuterte Gulden. Der ehemalige Profi-Kicker hat die Sängerin Rihanna verpflichtet, um bei der weiblichen Kundschaft für Aufsehen zu sorgen.

Die guten Zahlen deuten darauf hin, dass sich die beharrliche Aufbauarbeit des 51-Jährigen endlich auszahlt. Als der frühere Adidas-Manager im Sommer 2013 in Herzogenaurach antrat, lag das traditionsreiche Label am Boden. Seine Vorgänger hatten zu lange auf Lifestyle gesetzt; die Stammkundschaft wandte sich ab. So dümpelte die Marke dahin, bis der französische Modekonzern Kering als Mehrheitseigner die Geduld verlor und Gulden anheuerte, um Puma wiederzubeleben.

Die größten Sportartikelhersteller der Welt
Platz 9: Billabong
1 von 9

Die australische Sportmodefirma ist vor allem als Surf-Marke bekannt, stellt aber auch Produkte unter anderem für Skater und Snowboarder her. Die börsennotierte Firma machte 2015 einen Jahresumsatz von 0,7 Milliarden Euro. (Geschäftsjahr endete am 30.6.2015)
Quelle: Unternehmensangaben

Platz 8: Columbia Sportswear
2 von 9

Die Columbia Sportswear Company wurde 1938 in als Columbia Hat Company von dem aus Deutschland geflohenen Textilfabrikant Paul Lamfrom gegründet. Mittlerweile sind die US-Amerikaner vor allem für Outdoorkleidung und Skimode bekannt. 2015 verzeichnete Columbia Sportswear einen Rekordumsatz von 2,1 Milliarden Euro.

Platz 7: Asics
3 von 9

„Eine gesunde Seele in einem gesunden Körper“ – das ist die Übersetzung des berühmten lateinischen Spruchs: „Anima Sana in Corpore Sano“, abgekürzt Asics. Trotz Wahlspruch in Latein: Der weltweit bekannte Sportschuh- und Bekleidungshersteller ist ein japanischer Konzern. 2015 machte er einen Umsatz von 3,3 Milliarden Euro.

Platz 6: Puma
4 von 9

1948 gründete Rudolf Dassler die Puma Rudolf Dassler Schuhfabrik in Herzogenaurach. Zuvor hatte er sich mit seinem Bruder Adolf zerstritten, der seine eigene Firma gründete: Adidas. Seit 2007 befindet sich Puma mehrheitlich im Besitz des französischen Konzerns Kering – 2015 verbuchte der Sportartikelhersteller einen Umsatz von 3,4 Milliarden Euro.

Platz 5: New Balance
5 von 9

In den 70er-Jahren kaufte der immer noch als CEO aktive Milliardär James Davis den Laufschuhexperten New Balance. Er baute das hauptsächlich durch Mundpropaganda und Fachmessen bekannte Unternehmen zu einem Sportartikelhersteller von Weltrang aus. 2015 machte der im US-amerikanischen Boston ansässige Konzern einen Umsatz von 3,4 Milliarden Euro.

Platz 4: Under Armour
6 von 9

Der US-amerikanische Sportartikelhersteller machte sich als Marke für Kampfsportbekleidung und Thermo-Sportunterwäsche einen Namen. Auch im deutschen Fußball ist Under Armour aktiv: Von der Saison 2008/09 bis 2011 war der Konzern offizieller Ausrüster von Hannover 96, seit 2016/17 ist er Ausrüster des Zweitligisten FC St. Pauli. 2015 machte das Unternehmen, das bisweilen für seine Nähe zum US-Verteidigungsministerium und seine Kooperation mit Jägern in der Kritik steht, einen Umsatz von 3,7 Milliarden Euro.

Platz 3: VF Corporation
7 von 9

Die US-Amerikaner sind einer der größten Bekleidungshersteller der Welt und Marktführer unter anderem bei Jeanshosen. Unter dem Dach des Konzerns vereinen sich Marken wie beispielsweise Eastpak und der Outdoor-Spezialist The North Face. Das Unternehmen machte 2015 einen Umsatz von 11,4 Milliarden Euro.

Vier Monate hat sich Björn Gulden nach seinem Start angeschaut, was bei Puma so alles schiefläuft. Dann war ihm klar, woran es mangelt: Die Marke sei zu behäbig. „Wir müssen auf neue Trends zügiger reagieren“, gab er als Devise aus. Seither gilt als offizielles Ziel, die schnellste Sportmarke der Welt zu werden.

Jetzt erntet Gulden die Früchte seiner Arbeit
Seite 12Alles auf einer Seite anzeigen

Mehr zu: Puma verdoppelt Gewinn - Die Raubkatze ist wieder wild

0 Kommentare zu "Puma verdoppelt Gewinn: Die Raubkatze ist wieder wild"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%