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PwC-Bericht Buchprüfer sehen Bilanzfälschung bei Möbelkonzern Steinhoff

Aus einem Bericht des Wirtschaftsprüfers PwC geht offenbar hervor, dass führende Steinhoff-Mitarbeiter jahrelang Gewinne und Firmenwerte künstlich aufgebläht haben.
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Der internationale Handelskonzern hat seine Wurzeln im niedersächsischen Westerstede. Quelle: Steinhoff International
Steinhoff-Zentrale in Südafrika

Der internationale Handelskonzern hat seine Wurzeln im niedersächsischen Westerstede.

(Foto: Steinhoff International)

Frankfurt, JohannesburgDer südafrikanisch-deutsche Handelskonzern Steinhoff hat nach Erkenntnissen von Wirtschaftsprüfern über Jahre hinweg seine Umsätze und Gewinne künstlich aufgebläht. Das gehe aus einem bisher unveröffentlichten, mehr als 3000 Seiten starken Bericht der Prüfungsgesellschaft PwC hervor, teilte Steinhoff am Freitag in Stellenbosch bei Kapstadt mit. Insgesamt geht es in der Zeit zwischen 2009 und 2017 nach Berechnungen der Experten offenbar um Transaktionen im Wert von insgesamt 6,5 Milliarden Euro.

„PwC kommt zu dem Schluss, dass Steinhoff Geschäfte (von denen einige fingiert oder irregulär waren) mit vorgeblich unabhängigen Dritten gemacht, die Gewinne und Firmenwerte aufblähten“, heißt es in einer vom Unternehmen veröffentlichten Zusammenfassung des Berichts. Wie sich das auf die Bilanz von Steinhoff auswirke, werde noch ermittelt.

Verantwortlich für die Scheingeschäfte sei „eine kleine Gruppe ehemaliger führender Steinhoff-Mitarbeiter unter der Führung eines hochrangigen Managers“, erklärte Steinhoff, ohne einen Namen zu nennen. Keiner von ihnen arbeite mehr für den angeschlagene Handelskonzern, der seine Wurzeln in Westerstede bei Bremen hat.

Teilweise seien auch einige Unternehmensfremde eingeweiht gewesen. Die Wirtschaftsprüfer hätten mit 22 gegenwärtigen und ehemaligen führenden Mitarbeitern gesprochen. Der langjährige Vorstandschef Markus Jooste sei dazu aber nicht bereit gewesen.

Der Steinhoff-Verwaltungsrat habe infolge der Erkenntnisse beschlossen, Klagen gegen „bestimmte Personen, die für die ungesetzlichen Vorgänge verantwortlich sind“ vorzubereiten. Sie haben sich dem PwC-Bericht zufolge mit den Scheingeschäften womöglich selbst die Taschen gefüllt.

Die Vertragspartner, mit denen Steinhoff die Transaktionen abgeschlossen habe, „scheinen eng verbunden oder werden sehr wahrscheinlich kontrolliert“ von den genannten Managern“. Vor allem die Vorwürfe in dem Bericht gegen den genannten früheren Top-Manager wögen schwer.

Steinhoff hat 10,5 Milliarden Euro auf die Firmenwerte des über Jahre zusammengekauften Imperiums aus Möbel- und anderen Einzelhändlern bereits abgeschrieben. Seit das Bilanzloch Ende 2017 ruchbar wurde, kämpft der Konzern ums Überleben. Von den Möbelhaus-Ketten Kika/Leiner in Österreich hat sich Steinhoff im Zuge der Sanierung getrennt. In Deutschland war Steinhoff für die Möbelkette Poco bekannt, die mittlerweile an den österreichische Möbelhändler XXXLutz verkauft worden ist.

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  • rtr
  • dpa
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