Quartalszahlen Air Berlin Mehdorn wettert gegen die Regierung

Air Berlin kommt nicht zur Ruhe. Im dritten Quartal bricht der Gewinn um 80 Prozent ein, die Luftverkehrssteuer drückt das Ergebnis. Konzernchef Hartmut Mehdorn hat die Schuldigen schon identifiziert.
Update: 17.11.2011 - 10:48 Uhr 17 Kommentare
Manager Hartmut Mehdorn: Steuern und Energiepreise drücken das Ergebnis der Fluggesellschaft Air Berlin. Quelle: Reuters

Manager Hartmut Mehdorn: Steuern und Energiepreise drücken das Ergebnis der Fluggesellschaft Air Berlin.

(Foto: Reuters)

BerlinDie Fluggesellschaft Air Berlin hat im dritten Quartal einen kräftigen Gewinneinbruch verzeichnet. Der Nettogewinn reduzierte sich von 135,9 Millionen Euro im Vorjahr auf 30,2 Millionen Euro, wie Deutschlands zweitgrößte Airline am Donnerstag mitteilte.

Zwar sei der Umsatz um knapp elf Prozent auf fast 1,4 Milliarden Euro gestiegen, die Luftverkehrsteuer und der hohe Ölpreis sowie Streiks hätten aber ein besseres Ergebnis verhindert. Zudem habe die touristische Flaute nach den politischen Unruhen in Tunesien und Ägypten Air Berlin als größte deutsche Nordafrika-Linie besonders hart getroffen.

Der Air-Berlin-Vorstandsvorsitzende Hartmut Mehdorn plädierte bei der Vorlage der Zahlen erneut für die Abschaffung der Luftverkehrsteuer. Air Berlin zahle allein in diesem Jahr 170 Millionen Euro, in Relation zum Umsatz viermal mehr als die Lufthansa, sagte er. Durch den harten Wettbewerb sei es unmöglich, die Steuer an die Kunden weiterzugeben: "Sie beschädigt den margenschwachen Luftverkehr in Deutschland."

Laut Mehdorn wird Air Berlin in diesem Jahr noch nicht wieder in die Gewinnzone zurückkehren.

Um dieses Ziel aber so schnell wie möglich zu erreichen werde das Effizienzprogramm mit oberster Priorität umgesetzt, sagte Mehdorn. Damit solle ab 2012 eine operative Ertragsverbesserung von 200 Millionen Euro erreicht werden. Erste positive Auswirkungen hätten sich bereits im dritten Quartal dieses Jahres gezeigt. Der Erlös pro Passagier sei um gut fünf Prozent gesteigert worden. Mehdorn kündigte an, unrentable Strecken zu streichen und partiell die Preise zu erhöhen.

Der Kurs geriet am Vormittag unter Druck geraten. Die Papiere der Fluggesellschaft fielen im SDax um drei Prozent. Die Eigenkapitalquote habe mit 14 Prozent ein sehr niedriges Niveau erreicht, urteilte Analyst Robert Czerwensky von der DZ Bank, der die Aktien zum Verkauf empfiehlt. Die schwache operative Entwicklung sei bereits mit der Veröffentlichung der vorläufigen Zahlen bekannt gewesen.

Der Analyst sieht weitere Risiken für Air Berlin durch einen möglicherweise harten Winter.

  • dapd
  • rtr
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17 Kommentare zu "Quartalszahlen Air Berlin: Mehdorn wettert nach Gewinnsturz gegen Regierung"

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  • Herr Mehdorn hat ja bereits erfolgreich vorgeführt, wie man ein Unternehmen ruiniert.
    Vielleicht hätte sich AirBerlin jemand anderen suchen sollen ?

  • Wie konnte Air Berlin nur Mehdorn verpflichten bei seinem
    schlechten Image .
    Eine Schmiere schmiert die andere Schmiere .
    Laut Mehdorn fliegt Air Berlin zukünftig als Segler , Mehdorn muss Kosten reduzieren .


  • -------------------------------------------------------

    Schmehdorn war ein Versager bei der Deutschen Bahn u. wird der neue Versager bei Air Berlin .

    Es gibt bessere Manager als Schmehdorn ,der immer nur auf
    Personalabbau setzt .

    Hat der Raffke immer noch nicht den Hals voll .


    Schmehdorn denk dran , das letzte Hemd hat keine Taschen !

  • Ist mir auch aufgefallen. Jedes Jahr wundern sich die Kommunen, die Baubranche, die Bahn, der Flugverkehr und und und darüber, dass es in Deutschland im Winter schneit. Würde mich aber eigentlich auch wundern, wenn ich nicht mehr selbst denken könnte und nur noch die Klimawandel-Horrorgeschichten durch die Medien vorgekaut bekommen würde. Dass mit dem voraussichtlich kommenden Winter ärgert mich aber. Ich habe gestern meinen Mantel verbrannt und alle meine langen Hosen abgeschnitten. Hätte ich doch bloß nicht auf Al Gore gehört. Wird wohl doch nichts mit 12 Monate Sommer, wie uns immerwieder vorgegaukelt wird.

  • Lieber Hartmut M. , bitte übernimm auch noch die Führung unserer "Volksparteien". Dann sind die in 5 Jahren pleite und wir haben die Chance auf einen Neuanfang.

  • "Durch den harten Wettbewerb sei es unmöglich, die Steuer an die Kunden weiterzugeben..."

    Das ist eine Lüge. Bei den Ticketpreisen sind die Steuern nicht inklusive. Die Fluggesellschaften geben die Steuer sehr wohl an ihre Fluggäste weiter. Es wäre den Fluggesellschaften lieber, sie könnten die Abgabe ebei ihren Kunden eintreiben und dann behalten. Mehdorn sagt auch noch, was er so alles vorhat. Ganz schlau die Idee, "partiell die Preise zu erhöhen". Vorher wettert er noch über die Steuer, die er angeblich nicht an seine Kunden weiter geben kann und dann mutiert er selbst zum Preistreiber. Fazit: Die Steuer erhöht die Flugpreise, aber seine Preissteigerung erhöht sie nicht!? Deutschland und deine Manager. Tsss Tsss Tsss

  • @ -Der Analyst sieht weitere Risiken für Air Berlin durch einen möglicherweise harten Winter.-
    Man muß den Satz laut zweimal lesen. Zum Totlachen. Der Analyst bezieht einen möglicherweise harten Winter mit ein. Dies bestätigt den Eindruck, dass manche Wirtschaftsanalysen in Wirklichkeit von Meteorologen stammen, die noch nicht mal das Wetter des nächsten Tages richtig vorhersagen können. Hat der DZ-Analyst auch Vulkanfeinstaub mit einbezogen?
    Ich biete hiermit den Firmen Continental bzw. K+S folgende Analyse an: Achtung, ich sehe Risiken für den Verkauf von Winterreifen bzw. Streusalz durch einen möglicherweise warmen Winter.

  • Wenn durch die Flugsteuer die Flüge nicht mehr von Deutschland, sondern vom benachbarten Ausland, dann hat Deutschland schon wieder eine neue Vorbildfunktion inne. Wir sind Weltmeister in der Weltenrettung, durch Senkung des CO2-Ausstoßes. Wir sind einfach die Größten und die Besten in Allem. Naja die Menschen in der Nähe der deutschen Flughäfen werden es mit Erleichterung zur Kenntnis nehmen, wenn weniger Flüge gehen und es dadurch ruhiger wird. Genauso wie es die Menschen freut, dass Deutschland als einziges Land eine Energiewende hinlegt und damit sich selbst als Industrie- und Wirtschaftsstandort schwer schädigt. Angies und Schäublis Devise: Augen zu und durch. Für politische Fehler haftet der Steuerzahler.

  • Air Berlin hatte 10 Jahre lang keine brauchbare Geschäftsstrategie.

    AB war mal ein recht erfolgreicher Ferien-/Charterflieger. Dann wollte man am Boom der Billigflieger partizipieren, hatte aber nie auch nur ansatzweise zu Ryanair konkurrenzfähige Kostenstrukturen dafür.
    Dann hat man festgestellt, das die großen Flag-Carrier ihr Geld vor allem auf Langstrecke mit Geschäftskunden verdienen. Also wollte AB auch da mitmischen und Langstreckenflüge nach China usw. aufgenommen. Auch für das Marktsegment fehlten aber die geeigneten Strukturen. Man konnte Geschäftskunden kein ausreichendes Routennetzwerk und kein für Vielflieger attraktives Bonusprogramm bieten.

    Dann hat AB lange versucht dadurch zu wachsen, dass sie schwer verdauliche, marode Wettbewerber wie DBA und LTU ans Bein gebunden haben.

    Jetzt wird das teilweise korrigiert, z.B. durch Eintritt in die OneWorld-Allianz, wodurch man insbesondere Geschäftskunden zukünftig ein interessantes Routennetzwerk bieten kann. Nur könnte es schon fast zu spät sein. Der Wettbewerb ist beinhart und AB hat eine schlechtere Ausgangslage als viele andere Airlines.

  • heidelberger druck und deutsche bahn: aus beiden hat unser wolkenschieber und super hartmut global player machen wollen und beide sind zu global payern verkommen.

    für strategie is wahrlich kein raum in mehdorns oberstübchen.

    und so wird er eben laut ,wenn er persönlich absahnt,bilanzen schönen läßt und gewohnt erfolglos bleibt.bei der eigenen unfähigkeit kann es sich ja nur um eine verschwörung handeln.

    er wird auch noch nach staatsknete flehen und dann zurücktreten.

    soll er sich doch von gasgerd beim putin g9HMd unterstellen lassen...

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