Ralph Lauren Krise beim König der Poloshirts

Ralph Lauren stieg mit Poloshirts zu einer Ikone der US-Modebranche auf. Doch das Geschäft schwächelt. Der Modestar verordnet dem Label daher ein Sparprogramm – und schließt die Vorzeige-Filiale an New Yorks Prachtmeile.
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Der Prestige-Laden des Modelabels an der Fifth Avenue soll schließen. Quelle: AP
Ralph Lauren

Der Prestige-Laden des Modelabels an der Fifth Avenue soll schließen.

(Foto: AP)

DüsseldorfEs war für Modestar Ralph Lauren die Vorzeige-Filiale: das Geschäft des US-Labels an der Fifth Avenue in New York. Doch wie sich herausstellt, ist der Laden mit den berühmten Poloshirts mehr Schein als Sein. Das teure Ladenlokal läuft nicht so gut, wie es sollte. Deshalb hat Ralph Lauren die Entscheidung getroffen, es zu schließen.

Das ist nicht die einzige schwere Entscheidung, die der Unternehmensgründer treffen musste. Dieser Schritt gehört zu dem Plan, insgesamt 50 Filialen weltweit zu schließen, um den Konzern wieder auf seinen früheren Wachstumskurs zu bringen. Außerdem will das US-Label sein E-Commerce-Geschäft neu aufstellen. Denn immer mehr Kunden kaufen nicht mehr in den Läden ein, sondern im Internet. Deshalb versuchen alle großen Modelabels zur Zeit, ihr Onlinegeschäft mit dem in ihren Stores zu verquicken. Mit seinem Sparprogramm will das Modeunternehmen im nächsten Geschäftsjahr 140 Millionen Dollar sparen. Im dritten Quartal des Geschäftsjahres 2016/17 sank der Umsatz um 12 Prozent auf 1,7 Milliarden Dollar im Vergleich zum Vorjahr.

Das sind Europas größte Modekonzerne
Platz 10: Calzedonia
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Die Fachzeitschrift „TextilWirtschaft“ untersucht jedes Jahr die Umsätze der größten europäischen Bekleidungshersteller. Die Analyse zeigt: Der Markt steht vor großen Herausforderungen. Zwar konnten die meisten Konzerne wie zum Beispiel Calzedonia wachsen, doch die Krise in Russland und der Ukraine dürfte sich früher oder später in den Bilanzen niederschlagen.

Umsatz 2013: 1,60 Milliarden Euro
Umsatz 2014: 1,85 Milliarden Euro
Veränderung: + 15,4 Prozent

Platz 9: Giorgio Armani
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1975 gründete Georgio Armani das Modelabel Armani. Mittlerweile gehört der Konzern zu den Größten der Modebranche. Für Armani arbeiten rund 6500 Menschen. Neben Kleidungsstücken vertreibt Armani außerdem Home-Artikel und Parfüms. Seit 2002 verkauft der Konzern auch Konfiserie-Artikel sowie verschiedene Honig- und Marmeladensorten. Acht Jahre später entstand im Burj Khalifa in Dubai das erste Hotel im Armani-Stil.

Umsatz 2013: 1,75 Milliarden Euro
Umsatz 2014: 2,00 Milliarden Euro
Veränderung: + 14,2 Prozent

Platz 8: Esprit
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Ehemals etablierte Marken sind zu teuren Restrukturierungen gezwungen. So muss sich Esprit auf die Ansprüche der Kunden im digitalen Zeitalter einstellen, heißt es in der Studie von „TextilWirtschaft“. Auch Gerry Weber ist davon betroffen. Darüber hinaus leiden die Modekonzerne auch unter dem starken Dollar, der die Beschaffung verteuert. Esprit trifft es besonders hart. Bei keinem anderen Modekonzern in den Top-20 ist der Umsatz derart stark geschmolzen.

Umsatz 2013: 2,35 Milliarden Euro*
Umsatz 2014: 2,10 Milliarden Euro**
Veränderung: - 10,7 Prozent

*Geschäftsjahr 2013/14
**Geschäftsjahr 2014/2015

Platz 7: Kering
4 von 10

Das französisch-italienische Modeunternehmen Kering dürften nur den Wenigsten bekannt sein. Doch mit Labels wie Puma oder Gucci erreicht der Konzern ansehnlich Umsätze. 2014 konnte Kering seinen Umsatz um knapp zwölf Prozent erhöhen.

Umsatz 2013: 2,13 Milliarden Euro
Umsatz 2014: 2,38 Milliarden Euro
Veränderung: + 11,6 Prozent

Platz 6: Hugo Boss
5 von 10

damDie Edelmarke Hugo Boss ist das zweitgrößte Modeunternehmen Deutschlands. Gegründet wurde es 1924 in Metzingen durch Hugo Ferdinand Boss. Ursprünglich stellte Hugo Boss Berufskleidung her. Unrühmlich ist die Vergangenheit des Konzerns. Im Zweiten Weltkrieg stellte der Konzern die Uniformen für SA, SS und die Wehrmacht her. Dafür wurden unter anderem Zwangsarbeiter aus West- und Osteuropa eingesetzt. Erst nach dem Krieg und dem Tod des Gründers 1948 wurde Hugo Boss zum Modekonzern. Unter der Leitung von Hugo Ferdinand Boss' Schwiegersohn Eugen Holy begann das Unternehmen damit, Herrenanzüge herzustellen.

Umsatz 2013: 2,43 Milliarden Euro
Umsatz 2014: 2,57 Milliarden Euro
Veränderung: + 5,8 Prozent

Platz 5: Tommy Hilfiger
6 von 10

Modedesigner Tommy Hilfiger rief 1984 in New York sein eigenes Modelabel ins Leben. Dass der Konzern im Ranking europäischer Modekonzerne gelistet ist, hat er seinem Firmensitz zu verdanken. Tommy Hilfiger sitzt seit 1997 in Amsterdam. 13 Jahre später wurde das Unternehmen durch den US-Konzern Phillips-Van Heusen übernommen.

Umsatz 2013: 2,56 Milliarden Euro*
Umsatz 2014: 2,70 Milliarden Euro*
Veränderung: + 5,3 Prozent

*Geschäftsjahr 2013/14
**Geschäftsjahr 2014/15

Platz 4: Christian Dior
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Direkt nach dem Krieg gegründet, trug Christian Dior maßgeblich dazu bei, dass sich Paris als Modehauptstadt der Welt etablieren konnte. Insgesamt beschäftigt das Unternehmenskonglomerat über 100.000 Mitarbeiter. Für die Modesparte von Dior arbeiten knapp 3600 Menschen.

Umsatz 2013: 2,26 Milliarden Euro
Umsatz 2014: 2,70 Milliarden Euro
Veränderung: + 19,6 Prozent

Eigentlich sollte der neue Ralph-Lauren-Chef Stefan Larsson das Unternehmen wieder auf Kurs bringen. Doch nach gerade einmal einem Jahr kündigte er im Februar diesen Jahres überraschend seinen Rücktritt an. Meinungsverschiedenheiten mit dem Gründer des US-Labels Ralph Lauren über den weiteren Kurs des Unternehmens waren nicht zu überbrücken.

„Wir haben festgestellt, dass wir verschiedene Ansichten dazu haben, wie die kreativen und verbraucherbezogenen Bereiche des Geschäfts zu entwickeln sind“, begründete Ralph Lauren den Abgang seines CEOs. Einen Nachfolger für Larsson gibt es bis heute nicht. Ab Mai soll Finanzchefin Jane Nielsen vorübergehend die Führung des Modelabels übernehmen.

Beim Modekonzern mit Sitz in New York läuft es schon länger nicht mehr so gut wie in den Erfolgsjahren. So stieg der Umsatz 2015 nur knapp von 7,45 auf 7,62 Milliarden Dollar. Im vergangenen Jahr sank er sogar wieder auf das Niveau des Vorjahres.

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Das Unternehmen, das 1967 von Ralph Lauren in New York gegründet wurde, machte sich einen Namen, als es in den 1970er-Jahren Schauspieler für US-Filme ausstattete, wie Robert Redford in „Der große Gatsby“. Seit 1997 ist das Unternehmen an der Börse gelistet. Der 77-jährige Firmengründer ist immer noch Chairman des internationalen Konzerns. Zuletzt hielt er 74 Prozent der Stimmrechte. Lauren gehört zu den international bekanntesten Modeunternehmern, die wie der 82-jährige Italiener Giorgio Armani große Modekonzerne aufgebaut haben.

Ralph Lauren hat wie viele andere Modekonzerne in den vergangenen Jahren sein Filialnetz ausgebaut. Und wie bei vielen Konkurrenten entstanden auf diese Weise Shops, die nicht die erwartete Rendite bringen. Boutiquen wie an der Fifth Avenue in New York wurden vor allem aus Image- und Marketinggründen eröffnet. So muss der US-Konzern nun wie Hugo Boss oder auch Gerry Weber den Wildwuchs in seinem Filialnetz lichten. Das ist teuer und kostet Arbeitsplätze.

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